Wie hoch ist die Mineralölsteuer in Österreich 2026 – und warum gilt im Oktober ein niedrigerer Satz für Benzin und Diesel? Die Mineralölsteuer (MÖSt) ist eine Verbrauchsteuer auf bestimmte Mineralöle, Kraft- und Heizstoffe. Bei üblichen Kraftstoffen ist sie ein Bestandteil des Tankstellenpreises. Zusätzlich gibt es die österreichische CO₂-Bepreisung und die Umsatzsteuer. Diese Abgaben dürfen nicht miteinander verwechselt werden.
Kurzantwort, Stand 22. Oktober 2026: Für die in der Treibstoffpreisabfederungsverordnung genannten Benzin- und Dieselkraftstoffe beträgt die Mineralölsteuer im Oktober 2026 41,5 Cent beziehungsweise 33,0 Cent pro Liter. Der reguläre Satz liegt für diese Kraftstoffe bei 48,2 beziehungsweise 39,7 Cent. Die Ermäßigung beträgt damit 6,7 Cent je Liter gegenüber dem gesetzlichen Regelsatz. Die Sonderregelung gilt für Steuerschulden, die im Oktober 2026 entstehen – nicht pauschal für alle Produkte oder dauerhaft für November.
Mineralölsteuer 2026: Welche Sätze gelten für Benzin und Diesel?
Das Mineralölsteuergesetz 2022 (MinStG 2022) enthält die regulären Sätze. Für Oktober 2026 gilt für bestimmte Produkte zusätzlich eine zeitlich begrenzte Verordnung. Entscheidend ist daher nicht nur die Kraftstoffart, sondern auch, wann die Steuerschuld entsteht und ob die Zusammensetzung des Kraftstoffs die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt.
| Steuer je Liter | Regulär | Oktober 2026 |
|---|---|---|
| Benzin nach § 3 Abs. 1 Z 1 lit. a MinStG | 48,2 Cent | 41,5 Cent |
| Diesel (Gasöl) nach § 3 Abs. 1 Z 4 lit. a MinStG | 39,7 Cent | 33,0 Cent |
Die genannten regulären Sätze betreffen die gesetzlich genau bezeichneten Benzin- und Gasölarten mit vorgeschriebenem Anteil biogener Stoffe und niedrigem Schwefelgehalt. Andere Kraftstoffqualitäten können anderen Sätzen unterliegen. Beispielsweise sieht § 3 MinStG für Benzin ohne die genannten Begünstigungsvoraussetzungen auch einen regulären Satz von 51,5 Cent je Liter vor. Aus den Tabellenwerten lässt sich deshalb kein einheitlicher Steuersatz für jeden Benzin- oder Dieselkraftstoff ableiten.
Auch die auf 1.000 Liter bezogenen Gesetzesbeträge lassen sich einfach umrechnen: 415 Euro je 1.000 Liter entsprechen 41,5 Cent je Liter; 330 Euro je 1.000 Liter entsprechen 33,0 Cent je Liter.
Warum ist die Mineralölsteuer im Oktober 2026 niedriger?
Mit BGBl. I Nr. 82/2026 wurde am 30. September 2026 eine zusätzliche Möglichkeit geschaffen, bestimmte Mineralölsteuersätze befristet zu reduzieren. Die gesetzliche Ermächtigung nach § 64 Abs. 5 MinStG gilt für Oktober und November 2026. Eine konkrete Senkung setzt aber eine entsprechende, jeweils für einen Kalendermonat erlassene Verordnung voraus.
Für Oktober wurden zwei maßgebliche Verordnungen kundgemacht:
- BGBl. II Nr. 288/2026: eine Verordnung zur Begrenzung von Treibstoffmargen nach dem Preisgesetz.
- BGBl. II Nr. 289/2026: die Treibstoffpreisabfederungsverordnung mit den konkreten ermäßigten Mineralölsteuersätzen für Oktober 2026.
Die erforderliche Margenbegrenzungsverordnung liegt damit für Oktober vor. Der niedrigere Mineralölsteuersatz gilt für die in § 2 der Abfederungsverordnung genannten Produkte, wenn die Steuerschuld nach dem 30. September und vor dem 1. November 2026 entsteht.
Wie unterscheiden sich September und Oktober?
| Zeitraum | Benzin | Diesel |
|---|---|---|
| Regulärer gesetzlicher Satz | 48,2 Cent/l | 39,7 Cent/l |
| September 2026 (befristet) | 46,3 Cent/l | 37,8 Cent/l |
| Oktober 2026 (befristet) | 41,5 Cent/l | 33,0 Cent/l |
Gegenüber September sinkt die Steuerkomponente also um 4,8 Cent je Liter. Die häufig genannte Entlastung von 6,7 Cent je Liter bezieht sich dagegen auf den regulären gesetzlichen Satz – nicht auf den bereits reduzierten Septemberwert. Beide Angaben sind richtig, beantworten aber unterschiedliche Vergleichsfragen.
Wichtig für November: Die Oktoberverordnung läuft mit 31. Oktober 2026 aus. Welche Mineralölsteuersätze im November tatsächlich gelten, muss anhand der dann maßgeblichen Verordnung geprüft werden. Die Ermächtigung zur Senkung ist keine automatische Verlängerung der Oktobersätze.
Rechenbeispiel: Was bedeutet die Senkung bei einer 50-Liter-Tankfüllung?
Die folgenden Beträge betreffen nur die Mineralölsteuerkomponente der oben genannten Kraftstoffe. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine Prognose des Endpreises an der Zapfsäule.
| 50 Liter Kraftstoff | Regulär | Oktober 2026 |
|---|---|---|
| Benzin: MÖSt-Anteil | 24,10 Euro | 20,75 Euro |
| Diesel: MÖSt-Anteil | 19,85 Euro | 16,50 Euro |
| Unterschied zum Regelsatz | – | jeweils 3,35 Euro |
Rechenweg: 50 Liter × 0,067 Euro Steuerermäßigung = 3,35 Euro. Gegenüber den ermäßigten Septemberwerten wäre der reine Steuerunterschied bei 50 Litern dagegen 50 × 0,048 Euro = 2,40 Euro. Die allfällige Wirkung auf die Umsatzsteuer und den Verkaufspreis ist in diesen Beträgen nicht enthalten.
Warum sinkt der Preis an der Tankstelle nicht automatisch um 6,7 Cent?
Der Bruttopreis eines Kraftstoffs besteht nicht allein aus Mineralölsteuer. Eine vereinfachte Betrachtung umfasst:
- Beschaffungs- beziehungsweise Produktkosten und Kosten für Transport, Lagerung und Vertrieb,
- die Mineralölsteuer als Verbrauchsteuer,
- die separat geregelte CO₂-Bepreisung und
- die Umsatzsteuer, die auf die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage einschließlich relevanter Abgaben anfällt.
Eine Änderung der Mineralölsteuer verändert daher nur einen Preisbestandteil. Wie sich der Tankstellen-Endpreis entwickelt, hängt zusätzlich von den übrigen Faktoren und der tatsächlichen Weitergabe der Entlastung ab. Der Vergleich zweier Tankstellenpreise beweist für sich genommen weder die Höhe noch die Nichtweitergabe einer Steuersenkung.
Prüfen Sie bei Preisvergleichen daher möglichst denselben Kraftstoff, die gleiche Mengeneinheit und einen vergleichbaren Zeitpunkt. Bei der gesetzlichen Oktoberregelung ist außerdem der Zeitpunkt der Entstehung der Mineralölsteuerschuld entscheidend; er ist nicht immer identisch mit dem Tankvorgang einzelner Verbraucher.
Ist die Mineralölsteuer dasselbe wie die österreichische CO₂-Steuer?
Nein. Das Mineralölsteuergesetz 2022 und das Nationale Emissionszertifikatehandelsgesetz 2022 (NEHG 2022) regeln unterschiedliche Abgaben- beziehungsweise Bepreisungssysteme. Der nationale CO₂-Preis wurde in Österreich mit 1. Oktober 2022 eingeführt. Er ist kein pauschaler Zusatzsteuersatz innerhalb von § 3 MinStG.
Im Jahr 2026 beträgt der Ausgabewert nationaler Emissionszertifikate 55 Euro je Tonne CO₂. Daraus ergibt sich keine für alle Kraftstoffe einheitliche zusätzliche Centzahl pro Liter: Die CO₂-Menge hängt unter anderem vom jeweiligen Energieträger und den maßgeblichen Emissionsfaktoren ab.
Nicht verwechseln: „41,5 Cent Mineralölsteuer pro Liter Benzin“ bezeichnet die konkrete Verbrauchsteuerkomponente für den angeführten Oktoberfall. „55 Euro je Tonne CO₂“ beschreibt dagegen den eigenständigen nationalen CO₂-Ausgabewert für 2026. Eine Addition von 41,5 Cent und 55 Euro ist rechnerisch und rechtlich unsinnig.
Ältere Übersichten aus 2021 oder 2022, die deutsche Regelungen zum CO₂-Preis, zur EEG-Umlage oder zu deutschen Entlastungsmaßnahmen auf Österreich übertragen, sind deshalb keine verlässliche Grundlage zur Bestimmung des österreichischen Tankstellenpreises im Jahr 2026.
Wie hoch ist die Mineralölsteuer auf Heizöl und andere Produkte?
Neben Kraftstoffen für Autos erfasst das MinStG auch bestimmte Heizöle, gekennzeichnetes Gasöl, Flüssiggase und weitere steuerpflichtige Erzeugnisse. Die Steuersätze hängen unter anderem von der zolltariflichen Einreihung, der Beschaffenheit und der vorgesehenen Verwendung ab.
Beispiele aus § 3 MinStG 2022:
- Gekennzeichnetes Gasöl: bei Erfüllung der gesetzlichen Bedingungen 98 Euro je 1.000 Liter, andernfalls kann ein anderer Satz gelten.
- Bestimmte schwere Heizöle zum Verheizen: 60 Euro je 1.000 Kilogramm.
- Bestimmtes Flüssiggas als Treibstoff: 261 Euro je 1.000 Kilogramm.
Diese Angaben sind nicht unmittelbar miteinander vergleichbar, weil sie teils auf Liter, teils auf Kilogramm bezogen sind. Ebenso wenig dürfen die Oktobersätze für Benzin und Diesel auf Heizöl oder Flüssiggas übertragen werden. Für private Verbraucher ist außerdem wichtig, dass gekennzeichnetes, steuerbegünstigtes Gasöl nach § 9 MinStG grundsätzlich nicht als normaler Pkw-Treibstoff verwendet werden darf.
Wer bezahlt die Mineralölsteuer, und wann ist sie anzumelden?
Der rechtliche Steuerschuldner ist regelmäßig nicht der Autofahrer an der Zapfsäule, sondern der nach dem Mineralölsteuergesetz verpflichtete Betrieb – beispielsweise ein Steuerlagerinhaber oder ein anderer gesetzlich erfasster Beteiligter, wenn Mineralöl in den steuerrechtlich freien Verkehr überführt wird.
Unternehmen, die Mineralöle herstellen, lagern, unter Steueraussetzung verbringen oder bestimmte Kraft- und Heizstoffe abgeben, müssen die jeweils geltenden Bewilligungs- und Anmeldepflichten beachten. Nach den offiziellen Informationen des Unternehmensserviceportals erfolgt die Mineralölsteueranmeldung grundsätzlich bis zum 25. Tag des auf den Entstehungsmonat folgenden Monats; grundsätzlich ist die Steuer bis zum Ablauf dieser Frist zu entrichten. Bei besonderen Tatbeständen können andere, kürzere Fristen gelten.
Für die Anmeldung und Abwicklung sind das Zollamt Österreich sowie die vorgesehenen elektronischen Systeme, insbesondere EVA und bei einschlägigen Beförderungen EMCS, maßgeblich. Wer als Privatperson gewöhnlich an einer österreichischen Tankstelle tankt, muss deshalb nicht selbst monatlich eine Mineralölsteueranmeldung abgeben.
Gibt es Befreiungen oder Rückerstattungen von der Mineralölsteuer?
Ja, aber nur in den gesetzlich geregelten Fällen. Das MinStG enthält insbesondere besondere Steuerbefreiungen, Verwendungsregelungen und Vergütungstatbestände. Unter bestimmten Voraussetzungen können beispielsweise Mineralölverwendungen in der Luftfahrt oder Schifffahrt sowie bestimmte begünstigte betriebliche Verwendungen erfasst sein.
Eine Steuerbefreiung ist jedoch nicht schon deshalb gegeben, weil ein Kraftstoff biogene Bestandteile enthält oder beruflich verbraucht wird. Für den steuerlichen Vorteil sind der konkrete Tatbestand, die erlaubte Verwendung, die Nachweise und gegebenenfalls die erforderliche Bewilligung maßgeblich. Ebenso ist eine pauschale Aussage, landwirtschaftlicher Diesel werde immer vollständig von der Mineralölsteuer befreit, nicht haltbar.
Für Unternehmen empfiehlt sich, vor einer steuerbegünstigten Verwendung oder einem Vergütungsantrag die einschlägigen Bestimmungen des MinStG und die Verfahrenshinweise des Zollamts zu prüfen. Eine falsche Verwendung gekennzeichneten Gasöls kann steuerliche Folgen haben.
Häufige Fragen zur Mineralölsteuer 2026
Wie viel Mineralölsteuer zahlt man für einen Liter Benzin im Oktober 2026?
Für Benzin gemäß § 3 Abs. 1 Z 1 lit. a MinStG, dessen Mineralölsteuerschuld im Oktober 2026 entsteht, beträgt die Steuer aufgrund der befristeten Verordnung 41,5 Cent je Liter. Für andere Benzinarten können andere Sätze gelten.
Wie hoch ist die Mineralölsteuer für Diesel im Oktober 2026?
Für Gasöl gemäß § 3 Abs. 1 Z 4 lit. a MinStG beträgt der befristete Oktoberwert 33,0 Cent je Liter. Der reguläre Satz für diese Produktkategorie beträgt 39,7 Cent je Liter.
Ist Sprit im Oktober 2026 automatisch 6,7 Cent pro Liter billiger?
Nein. Die 6,7 Cent sind die Differenz zwischen dem regulären Mineralölsteuersatz und dem Oktober-Sondersatz für die bezeichneten Kraftstoffe. Der tatsächlich verlangte Endpreis hängt von weiteren Komponenten und der Preisbildung ab.
Weshalb beträgt die Entlastung gegenüber September nur 4,8 Cent?
Im September 2026 waren die Steuersätze für diese Kraftstoffe bereits befristet auf 46,3 beziehungsweise 37,8 Cent je Liter reduziert. Gegenüber den Oktoberwerten von 41,5 beziehungsweise 33,0 Cent ergibt das einen zusätzlichen Unterschied von jeweils 4,8 Cent je Liter.
Gilt die Mineralölsteuersenkung auch im November 2026?
Nicht automatisch. Die bestehende Oktoberverordnung endet am 31. Oktober 2026. Das Gesetz ermöglicht eine befristete Senkung auch im November, ihre tatsächliche Höhe hängt aber von einer gesonderten Verordnung für diesen Monat ab.
Ist die österreichische CO₂-Bepreisung in der Mineralölsteuer enthalten?
Nein. Die Mineralölsteuer und die nationale CO₂-Bepreisung beruhen auf unterschiedlichen Rechtsgrundlagen. Für 2026 beträgt der nationale CO₂-Ausgabewert 55 Euro je Tonne CO₂; das ist kein zusätzlicher pauschaler Mineralölsteuersatz in Cent pro Liter.
Kann ich Heizöl oder gekennzeichnetes Gasöl in einem Diesel-Pkw verwenden?
Nein, nicht einfach aufgrund des geringeren Steuersatzes. Für gekennzeichnetes Gasöl gelten nach § 9 MinStG strenge Zweckbindungen und Verwendungsverbote. Die normale Verwendung als Treibstoff eines Diesel-Pkw fällt nicht unter die begünstigten Zwecke.
Muss ich als Privatperson die Mineralölsteuer an das Zollamt bezahlen?
Beim üblichen Tanken an einer österreichischen Tankstelle wird die Mineralölsteuer nicht durch eine eigene Monatsmeldung des privaten Fahrzeughalters entrichtet. Die Steuerschuld entsteht grundsätzlich in einem vorgelagerten steuerrechtlichen Vorgang bei den gesetzlich Verpflichteten.
Offizielle Quellen und Rechtsgrundlagen
- RIS: Mineralölsteuergesetz 2022, insbesondere §§ 3, 4, 9, 63 und 64
- RIS: BGBl. I Nr. 82/2026 – Gesetzesänderung zur befristeten Steuersenkung
- RIS: Treibstoffpreisabfederungsverordnung Oktober 2026, BGBl. II Nr. 289/2026
- RIS: BGBl. II Nr. 288/2026 – Margenbegrenzung bei Treibstoffen
- USP: Mineralölsteuer – betroffene Unternehmen, Steuersätze, Meldung und Fristen
- USP: Novelle des Mineralölsteuergesetzes vom September 2026
- BMF: Nationaler Emissionszertifikatehandel und CO₂-Preis 2026
Redaktioneller Rechtsstand: 22. Oktober 2026. Der Artikel erläutert die bis zu diesem Datum nachgewiesenen österreichischen Regelungen. Die genannten Oktober-Steuersätze sind zeitlich befristet. Für spätere Monate, andere Mineralölprodukte oder steuerrechtliche Sonderfälle sind die jeweils geltenden Rechtsgrundlagen erneut zu prüfen.