Die Sozialhilfe ist in Österreich das letzte soziale Sicherungsnetz für Menschen, die ihren Lebensunterhalt und Wohnbedarf nicht ausreichend aus eigenem Einkommen, Vermögen oder anderen Ansprüchen decken können. Umgangssprachlich wird häufig weiterhin von Mindestsicherung gesprochen. Welche Bezeichnung gilt und wie hoch die Leistung tatsächlich ausfällt, hängt allerdings vom jeweiligen Bundesland ab.
2026 beträgt der bundesrechtliche Höchstrahmen für alleinlebende und alleinerziehende Personen grundsätzlich rund 1.230 Euro pro Monat. Für zwei anspruchsberechtigte Erwachsene in einer Haushaltsgemeinschaft ergibt sich nach dem Sozialhilfe-Grundsatzgesetz grundsätzlich ein Rahmen von rund 1.722 Euro zusammen. Die konkreten Beträge können aufgrund der Landesgesetze jedoch abweichen.
Kurzantwort: Es gibt in Österreich keine einheitliche Sozialhilfe in exakt derselben Höhe für alle Bundesländer. Der Bund gibt mit dem Sozialhilfe-Grundsatzgesetz einen Rahmen vor, die konkrete Leistung regeln die Länder. 2026 liegt der bundesrechtliche Höchstrahmen für Alleinstehende bei rund 1.230 Euro monatlich. Eigenes Einkommen und Vermögen werden grundsätzlich berücksichtigt; pro bezugsberechtigter Person bleibt 2026 ein Schonvermögen von rund 7.379 Euro.
| Thema | Grundregel 2026 |
|---|---|
| Alleinstehende / Alleinerziehende | bundesrechtlicher Rahmen maximal rund 1.230 Euro monatlich |
| Zwei anspruchsberechtigte Erwachsene | grundsätzlich je 70 % bzw. zusammen rund 1.722 Euro |
| Schonvermögen | rund 7.379 Euro pro bezugsberechtigter Person |
| Arbeitsbereitschaft | bei Arbeitsfähigkeit grundsätzlich erforderlich |
| Krankenversicherung | wird bei fehlendem Versicherungsschutz sichergestellt |
| Auszahlung | grundsätzlich 12-mal jährlich; Landesregeln beachten |
| Antrag | zuständige Bezirksverwaltungsbehörde bzw. Magistrat |
Was ist Sozialhilfe beziehungsweise Mindestsicherung?
Die Sozialhilfe soll Menschen unterstützen, die sich in einer finanziellen Notlage befinden und ihren notwendigen Lebensunterhalt beziehungsweise Wohnbedarf nicht ausreichend selbst finanzieren können.
Sie umfasst je nach Bundesland insbesondere Leistungen für:
- allgemeinen Lebensunterhalt,
- Wohnbedarf und
- Absicherung im Krankheitsfall.
Die Sozialhilfe ist keine klassische Versicherungsleistung wie beispielsweise Arbeitslosengeld oder Pension.
Sie ist eine bedarfsorientierte Sozialleistung. Einkommen, Vermögen, andere Ansprüche und die persönliche Lebenssituation werden daher geprüft.
Sozialhilfe ist grundsätzlich nachrangig. Zuerst müssen andere verfügbare Mittel und Ansprüche eingesetzt beziehungsweise verfolgt werden.
Ist Mindestsicherung dasselbe wie Sozialhilfe?
Die Begriffe werden im Alltag häufig synonym verwendet, rechtlich ist die Situation jedoch komplizierter.
Mit dem Sozialhilfe-Grundsatzgesetz wurde 2019 ein bundesweiter Rahmen für ein neues Sozialhilfesystem geschaffen.
Die Bundesländer mussten beziehungsweise müssen diesen Rahmen durch eigene Landesgesetze umsetzen.
Deshalb heißen die Leistungen regional beispielsweise:
- Sozialhilfe,
- Sozialunterstützung oder
- Mindestsicherung.
Wien verwendet weiterhin den Begriff Wiener Mindestsicherung. In der Steiermark heißt die Leistung Sozialunterstützung. Auch Tirol verwendet weiterhin den Begriff Mindestsicherung.
Für Antragsteller ist deshalb immer das Landesrecht des eigenen Wohnsitzes entscheidend.
Warum gibt es unterschiedliche Beträge in den Bundesländern?
Das Sozialhilfe-Grundsatzgesetz des Bundes legt wesentliche Grundregeln fest.
Die konkrete Ausgestaltung erfolgt jedoch durch die Bundesländer. Dabei bestehen Spielräume beispielsweise bei:
- Leistungshöhen innerhalb des gesetzlichen Rahmens,
- Leistungen für Kinder,
- Wohnleistungen,
- Alleinerziehendenzuschlägen,
- Anrechnung bestimmter Einkünfte,
- Sonderbedarfen und
- weiteren Unterstützungsleistungen.
Eine österreichweite Tabelle mit nur einem einzigen „Mindestsicherungsbetrag“ wäre deshalb irreführend.
Wie hoch ist die Sozialhilfe 2026?
Der bundesrechtliche Rahmen orientiert sich am Netto-Ausgleichszulagenrichtsatz für Alleinstehende.
Für 2026 ergeben sich daraus ungefähr folgende Höchstwerte:
| Person | Anteil | Bundesrechtlicher Rahmen 2026 |
|---|---|---|
| Alleinstehende / Alleinerziehende | 100 % | rund 1.230 Euro |
| 1. und 2. anspruchsberechtigte erwachsene Person einer Haushaltsgemeinschaft | je 70 % | je rund 861 Euro |
| ab der 3. anspruchsberechtigten erwachsenen Person | 45 % | rund 553 Euro |
Bei zwei anspruchsberechtigten Erwachsenen ergibt sich damit grundsätzlich ein gemeinsamer Rahmen von rund:
861 Euro + 861 Euro = rund 1.722 Euro monatlich
Diese Werte sind keine Garantie für die tatsächliche Auszahlung.
Eigenes Einkommen wird grundsätzlich angerechnet und die Landesgesetze können zu abweichenden Ergebnissen führen.
Wie unterschiedlich ist die Sozialhilfe je nach Bundesland?
Die Unterschiede zeigen sich bereits bei den Grundbeträgen.
| Beispiel 2026 | Alleinstehende Person | Erwachsene Person in Haushaltsgemeinschaft |
|---|---|---|
| Wien | 1.229,89 Euro | 860,92 Euro |
| Niederösterreich bei entsprechender Wohnsituation | bis 1.229,89 Euro | bis 860,92 Euro |
| Steiermark ab Februar 2026 | 1.168,40 Euro | 817,88 Euro |
Die Tabelle zeigt, warum ein österreichweiter Pauschalbetrag nicht ausreicht. Zusätzlich unterscheiden sich Kinderleistungen, Wohnkostenregelungen, Zuschläge und Einkommensanrechnung zwischen den Ländern.
Wie hoch ist die Sozialunterstützung in der Steiermark?
In der Steiermark gelten seit 1. Februar 2026 neue Höchstsätze.
| Personengruppe | Höchstsatz ab Februar 2026 |
|---|---|
| Alleinstehende / Alleinerziehende | 1.168,40 Euro |
| erste und zweite volljährige Person in Wirtschaftsgemeinschaft | 817,88 Euro je Person |
| ab der dritten volljährigen Person | 525,78 Euro je Person |
| ein minderjähriges Kind | 292,10 Euro |
| bei zwei minderjährigen Kindern | 233,68 Euro je Kind |
| bei drei minderjährigen Kindern | 175,26 Euro je Kind |
| bei vier minderjährigen Kindern | 146,05 Euro je Kind |
| bei fünf oder mehr minderjährigen Kindern | 140,21 Euro je Kind |
Für Menschen mit Behindertenpass besteht in der Steiermark zusätzlich ein Zuschlag von 210,31 Euro.
Alleinerziehende können ebenfalls zusätzliche Kinderzuschläge erhalten.
Wie hoch ist die Wiener Mindestsicherung 2026?
In Wien beträgt der Mindeststandard für eine alleinwohnende Person ab dem vollendeten 25. Lebensjahr 2026:
1.229,89 Euro pro Monat
Für Personen ab 25 Jahren, die mit anderen Erwachsenen in Ehe, Partnerschaft, Lebensgemeinschaft oder Wohngemeinschaft leben, beträgt der Mindeststandard grundsätzlich:
860,92 Euro pro Person
Für minderjährige Kinder werden 2026 grundsätzlich 332,07 Euro pro Kind berücksichtigt.
Wien kennt darüber hinaus eigene Regeln insbesondere für:
- Personen unter 25 Jahren,
- Alleinerziehende,
- arbeitsunfähige Personen,
- Personen im Regelpensionsalter und
- Mietbeihilfe.
Wie hoch ist die Sozialhilfe für Kinder?
Für minderjährige Kinder gibt es inzwischen keinen österreichweit einheitlichen Höchstsatz.
Die ursprünglich im Sozialhilfe-Grundsatzgesetz vorgesehene bundesweite Kinderstaffel wurde vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben.
Die Länder können daher eigene Kindersätze bestimmen.
Deshalb unterscheiden sich Kinderbeträge je nach Bundesland teilweise deutlich.
Gibt es einen Zuschlag für Alleinerziehende?
Die Länder können zusätzlich zur Grundversorgung einen gestaffelten Alleinerziehendenzuschlag vorsehen.
Der bundesrechtliche Rahmen ermöglicht Zuschläge entsprechend der Zahl der minderjährigen Kinder.
Die Prozentsätze betragen grundsätzlich:
- 12 % für das erste Kind,
- 9 % für das zweite Kind,
- 6 % für das dritte Kind und
- 3 % ab dem vierten Kind.
2026 entsprechen diese Größenordnungen ungefähr:
- 148 Euro für das erste Kind,
- 111 Euro für das zweite Kind,
- 74 Euro für das dritte Kind und
- 37 Euro für jedes weitere Kind.
Ob und in welcher konkreten Höhe diese Zuschläge gewährt werden, richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht.
Gibt es einen Zuschlag für Menschen mit Behinderung?
Das Sozialhilfe-Grundsatzgesetz sieht grundsätzlich einen Zuschlag für Menschen mit Behinderung vor.
2026 liegt der entsprechende bundesrechtliche Wert bei rund:
221 Euro pro Monat
Der Zuschlag muss grundsätzlich vorgesehen werden, sofern das jeweilige Bundesland nicht bereits eine gleichwertige Leistung gewährt.
Die konkrete Ausgestaltung kann deshalb wiederum vom Bundesland abhängen.
Können zusätzliche Wohnkosten übernommen werden?
Ja. Die Sozialhilfe umfasst neben dem allgemeinen Lebensunterhalt auch den Wohnbedarf.
Die Länder können zur Abdeckung besonders hoher Wohnkosten zusätzliche Leistungen vorsehen.
Nach dem bundesrechtlichen Rahmen kann die Leistung zur Deckung von Wohnkosten um bis zu 30 Prozent erhöht werden.
Beispiel
Ausgehend von einem bundesrechtlichen Grundwert von rund 1.230 Euro könnte sich für eine alleinstehende Person bei voller Ausschöpfung vereinfacht ergeben:
1.230 Euro + rund 369 Euro Wohnkostenzuschlag = bis zu rund 1.599 Euro
Ob ein solcher Zuschlag tatsächlich besteht und wie er berechnet wird, richtet sich nach dem jeweiligen Landesgesetz.
Zusätzlich können manche Bundesländer Hilfen beispielsweise für:
- Mietrückstände,
- Betriebskostennachzahlungen,
- Heizkosten oder
- außergewöhnliche Wohnnotlagen
vorsehen.
Wie hoch darf das Vermögen bei Sozialhilfe sein?
Vor dem Bezug von Sozialhilfe muss verwertbares Vermögen grundsätzlich eingesetzt werden.
Es besteht aber ein gesetzlich geschütztes Schonvermögen.
2026 beträgt dieses rund:
7.379 Euro pro bezugsberechtigter Person
Der genaue Wert ergibt sich aus 600 Prozent des maßgeblichen Netto-Ausgleichszulagenrichtsatzes.
Der alte Betrag von rund 4.000 oder 5.500 Euro ist nicht mehr aktuell.
Welches Vermögen muss nicht verkauft werden?
Nicht jedes Vermögen muss vor dem Sozialhilfebezug verwertet werden.
Ausgenommen können insbesondere sein:
- angemessener Hausrat,
- Gegenstände, die für die Erwerbstätigkeit benötigt werden,
- Gegenstände zur Befriedigung angemessener geistig-kultureller Bedürfnisse,
- notwendige Kraftfahrzeuge und
- selbst bewohntes Wohnvermögen.
Muss ich mein Auto verkaufen?
Nicht zwangsläufig.
Ein Fahrzeug kann von der Vermögensverwertung ausgenommen sein, wenn es notwendig ist.
Das kann beispielsweise der Fall sein:
- für die Berufsausübung,
- aufgrund einer Behinderung oder
- wegen unzureichender öffentlicher Verkehrsinfrastruktur.
Die alte pauschale Aussage „Das Auto muss verkauft werden“ ist daher falsch. Die Notwendigkeit des Fahrzeugs und die konkreten Landesregeln sind entscheidend.
Muss ein selbst bewohntes Haus verkauft werden?
Ein selbst bewohntes Eigenheim oder eine Eigentumswohnung muss grundsätzlich nicht sofort verwertet werden, solange die Immobilie dem unmittelbaren Wohnbedarf der bezugsberechtigten Person oder ihrer unterhaltsberechtigten Angehörigen dient.
Nach einem durchgehenden dreijährigen Leistungsbezug können die Landesgesetze jedoch unter bestimmten Voraussetzungen eine grundbücherliche Sicherstellung vorsehen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass die Immobilie nach drei Jahren verkauft werden muss.
Welches Einkommen wird auf die Sozialhilfe angerechnet?
Grundsätzlich werden Einkommen und andere verfügbare Mittel berücksichtigt.
Dazu können je nach Landesrecht beispielsweise gehören:
- Lohn und Gehalt,
- Arbeitslosengeld,
- Notstandshilfe,
- Pension,
- Krankengeld,
- Unterhaltszahlungen,
- Kinderbetreuungsgeld und
- andere regelmäßig verfügbare Einkünfte.
Auch das Einkommen von Angehörigen oder Partnern im gemeinsamen Haushalt kann im Rahmen der gesetzlichen Regeln Auswirkungen auf die Berechnung haben.
Informationen zu den aktuellen Regeln bei AMS-Bezug enthält unser Beitrag zur Zuverdienstgrenze in Österreich.
Welche Einkünfte werden nicht auf die Sozialhilfe angerechnet?
Bestimmte Leistungen sind ausdrücklich von der Anrechnung ausgenommen.
Dazu gehören insbesondere:
- Familienbeihilfe,
- Kinderabsetzbetrag,
- bestimmte Absetzbeträge nach § 33 Abs. 4 EStG,
- Pflegegeld und vergleichbare Pflegeleistungen,
- bestimmte Krisenzuwendungen des Bundes,
- Kinderzuschlag für bestimmte Alleinverdiener und Alleinerziehende,
- Schmerzengeld und
- bestimmte Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung.
Mehr zur Familienbeihilfe in Österreich und zum Kinderabsetzbetrag gibt es in unseren eigenen Ratgebern.
Auch hier bestehen zusätzliche Landesregeln. Die Bundesländer können weitere Ausnahmen vorsehen und beispielsweise entscheiden, ob bestimmte Sonderzahlungen oder Heizkostenzuschüsse angerechnet werden.
Werden Urlaubs- und Weihnachtsgeld angerechnet?
Das Sozialhilfe-Grundsatzgesetz überlässt den Bundesländern, ob Sonderzahlungen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit oder aus Pensionsbezügen von der Einkommensanrechnung ausgenommen werden.
Eine österreichweit einheitliche Antwort gibt es daher nicht.
Ob 13. und 14. Bezug die Sozialhilfe vermindern, muss im jeweiligen Landesrecht geprüft werden.
Darf man arbeiten und trotzdem Sozialhilfe bekommen?
Ja. Sozialhilfe ist auch als Ergänzungsleistung möglich.
Wer ein eigenes Einkommen erzielt, das nicht zur Deckung des gesetzlich anerkannten Bedarfs ausreicht, kann grundsätzlich ergänzende Sozialhilfe erhalten.
Das eigene anrechenbare Einkommen reduziert dann die Sozialhilfe.
Vereinfachtes Beispiel
Angenommen, der maßgebliche Höchstbedarf beträgt 1.200 Euro und eine Person verfügt über 800 Euro an vollständig anrechenbarem Einkommen.
1.200 Euro Bedarf − 800 Euro Einkommen = maximal 400 Euro ergänzende Sozialhilfe
Die tatsächliche Berechnung kann aufgrund von Freibeträgen, Wohnkosten und Landesregeln davon abweichen.
Was ist der Wiedereinsteigerfreibetrag?
Nimmt eine Person während eines laufenden Sozialhilfebezugs eine Erwerbstätigkeit auf, muss nicht zwingend das gesamte neue Einkommen sofort vollständig auf die Sozialhilfe angerechnet werden.
Das Sozialhilfe-Grundsatzgesetz sieht einen Freibetrag von:
bis zu 35 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens für höchstens zwölf Monate
vor.
Dadurch soll sich die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit finanziell stärker lohnen.
Der Freibetrag gilt nicht automatisch in identischer Ausgestaltung in jedem Bundesland. Die konkrete landesgesetzliche Regelung ist zu prüfen.
Muss man für die Sozialhilfe arbeiten wollen?
Bei arbeitsfähigen Personen besteht grundsätzlich keine freie Wahl zwischen Sozialhilfebezug und zumutbarer Erwerbstätigkeit.
Wer arbeitsfähig ist, muss seine Arbeitskraft grundsätzlich einsetzen und insbesondere:
- eine zumutbare Beschäftigung aufnehmen,
- mit dem AMS beziehungsweise den zuständigen Stellen zusammenarbeiten und
- vorgeschriebene arbeitsmarktbezogene Maßnahmen wahrnehmen.
Bei einer unbegründeten Weigerung kann die Leistung gekürzt und in bestimmten Fällen auch gestrichen werden.
Wer ist von der Arbeitsbereitschaft ausgenommen?
Von der Verpflichtung zum dauerhaften Einsatz der eigenen Arbeitskraft bestehen wichtige Ausnahmen.
Dazu gehören grundsätzlich insbesondere Personen:
- im Regelpensionsalter,
- mit Betreuungspflichten für Kinder unter drei Jahren, wenn keine geeignete Betreuung verfügbar ist,
- die Angehörige mit Pflegegeld mindestens der Stufe 3 pflegen,
- die Sterbebegleitung leisten,
- die schwerstkranke Kinder begleiten,
- die eine zielstrebig verfolgte Erwerbs- oder Schulausbildung absolvieren, wenn diese bereits vor dem 18. Geburtstag begonnen wurde, oder
- die aufgrund von Invalidität nicht entsprechend vermittelbar sind.
Wer hat als österreichischer Staatsbürger Anspruch?
Österreichische Staatsbürger können grundsätzlich Sozialhilfe erhalten, wenn:
- eine tatsächliche finanzielle Notlage besteht,
- Einkommen und verwertbares Vermögen nicht ausreichen,
- andere vorrangige Ansprüche ausgeschöpft werden,
- die jeweiligen Wohnsitz- beziehungsweise Aufenthaltsvoraussetzungen erfüllt sind und
- bei Arbeitsfähigkeit entsprechende Arbeitsbereitschaft besteht.
Die konkrete Anspruchshöhe bestimmt das jeweilige Bundesland.
Haben EU-Bürger Anspruch auf Sozialhilfe?
EU- und EWR-Staatsangehörige haben grundsätzlich einen vollen Anspruch, wenn sie:
- als Arbeitnehmer in Österreich tätig sind oder
- sich bereits seit mehr als fünf Jahren entsprechend in Österreich aufhalten.
Darüber hinaus sind europarechtliche und landesgesetzliche Besonderheiten zu beachten.
Haben Drittstaatsangehörige Anspruch?
Drittstaatsangehörige haben grundsätzlich erst nach einem mehr als fünfjährigen rechtmäßigen Aufenthalt vollen Anspruch auf Sozialhilfe.
Auch hier können besondere unionsrechtliche oder aufenthaltsrechtliche Gleichstellungen relevant sein.
Was gilt für Asylberechtigte?
Anerkannte Asylberechtigte erhalten grundsätzlich ab der Anerkennung als Flüchtling Zugang zur Sozialhilfe.
Was gilt für Asylwerber?
Asylwerber haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Sozialhilfe. Für sie gelten die Regeln der Grundversorgung.
Was gilt für subsidiär Schutzberechtigte?
Subsidiär Schutzberechtigte haben nach dem bundesrechtlichen Rahmen grundsätzlich nur Anspruch auf Kernleistungen der Sozialhilfe, die das Niveau der Grundversorgung nicht überschreiten.
Die konkrete Umsetzung richtet sich nach dem jeweiligen Bundesland.
Ist man während des Sozialhilfebezugs krankenversichert?
Ja. Besteht kein anderer Krankenversicherungsschutz, werden Sozialhilfebezieher grundsätzlich vom Sozialhilfeträger zur Krankenversicherung angemeldet.
Dadurch besteht Zugang zu den medizinischen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.
Wo beantrage ich Sozialhilfe?
Der Antrag ist grundsätzlich bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde des Wohnsitzes möglich.
Je nach Wohnort ist das:
- das Gemeindeamt beziehungsweise die Bezirkshauptmannschaft,
- in Statutarstädten der Magistrat oder
- in Wien das zuständige Sozialzentrum beziehungsweise Sozialreferat der MA 40.
Viele Bundesländer ermöglichen mittlerweile auch eine elektronische Antragstellung oder das digitale Nachreichen von Unterlagen.
Welche Unterlagen brauche ich für den Antrag?
Die konkret verlangten Unterlagen unterscheiden sich je nach Bundesland und persönlicher Situation.
Typischerweise werden benötigt:
- amtlicher Lichtbildausweis,
- Personaldokumente beziehungsweise Aufenthaltsnachweise,
- Melde- beziehungsweise Wohnsitznachweise,
- aktuelle Einkommensnachweise,
- AMS-Leistungsnachweise,
- Pensionsbescheide,
- Unterhaltsnachweise,
- Kontoauszüge,
- Nachweise über Sparguthaben und sonstiges Vermögen,
- Mietvertrag und aktuelle Mietkosten,
- Nachweise über andere beantragte Leistungen sowie
- gegebenenfalls Behindertenpass oder andere medizinische beziehungsweise soziale Nachweise.
Anträge sollten vollständig gestellt werden. Fehlende Unterlagen können die Bearbeitung verzögern.
Müssen Änderungen gemeldet werden?
Ja. Änderungen der Einkommens-, Vermögens-, Haushalts- oder persönlichen Verhältnisse müssen der zuständigen Behörde bekannt gegeben werden.
Nach dem bundesrechtlichen Rahmen müssen nachträgliche Änderungen grundsätzlich unverzüglich und spätestens innerhalb eines Monats gemeldet werden.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Arbeitsaufnahme,
- höheres Einkommen,
- Erbschaft,
- Umzug,
- Einzug oder Auszug eines Partners,
- Änderung des Familienstandes oder
- Bezug einer neuen Sozial- oder Versicherungsleistung.
Muss Sozialhilfe später zurückgezahlt werden?
Eine allgemeine Regel, wonach jede korrekt bezogene Sozialhilfe nach späterer Arbeitsaufnahme zurückgezahlt werden muss, besteht nicht.
Für ehemalige Bezieher besteht grundsätzlich kein Kostenersatz allein deshalb, weil später wieder Erwerbseinkommen erzielt oder selbst neues Vermögen erwirtschaftet wird.
Rückforderungen können jedoch insbesondere entstehen bei:
- zu Unrecht bezogenen Leistungen,
- falschen Angaben,
- Verletzung von Meldepflichten oder
- bestimmten später zufließenden Ansprüchen beziehungsweise nicht selbst erwirtschaftetem Vermögen nach den jeweiligen Landesregeln.
Kostenersatz und Regress unterscheiden sich zwischen den Bundesländern. Deshalb muss bei Erbschaften, nachträglichen Drittleistungen oder ähnlichen Fällen das jeweilige Landesgesetz geprüft werden.
Müssen Kinder die Sozialhilfe ihrer Eltern zurückzahlen?
Nach der aktuellen österreichweiten Übersicht besteht für Kinder grundsätzlich keine Kostenersatzpflicht für Sozialhilfeleistungen an ihre Eltern.
Ebenso besteht grundsätzlich keine Kostenersatzpflicht von Eltern für ihre bereits volljährigen beziehungsweise selbsterhaltungsfähigen Kinder.
Davon zu unterscheiden sind gesetzliche Unterhaltspflichten während des laufenden Sozialhilfebezugs und besondere Rückforderungstatbestände.
Was ist der Pflegeregress?
Der Zugriff auf Vermögen von stationär pflegebedürftigen Personen und deren Angehörigen zur Finanzierung von Pflegeheimkosten wurde mit 1. Jänner 2018 abgeschafft.
Seitdem ist ein Zugriff im Rahmen des sogenannten Pflegeregresses insbesondere auf das Vermögen:
- der im Pflegeheim aufgenommenen Person,
- ihrer Angehörigen,
- ihrer Erben und
- von Geschenknehmern
zur Deckung stationärer Pflegekosten unzulässig.
Das Verbot des Pflegeregresses darf nicht mit sämtlichen anderen Kostenersatzregeln der allgemeinen Sozialhilfe gleichgesetzt werden.
Gibt es Sozialhilfe zusätzlich zu Arbeitslosengeld?
Grundsätzlich ja. Reicht eine AMS-Leistung nicht aus, kann unter den Voraussetzungen ergänzende Sozialhilfe möglich sein.
Arbeitslosengeld und Notstandshilfe werden grundsätzlich als Einkommen auf die Sozialhilfe angerechnet.
Informationen zur steuerlichen Behandlung enthält unser Ratgeber Arbeitslosengeld und Steuern in Österreich.
Was bedeutet die Deckelung bei Haushaltsgemeinschaften?
Das Sozialhilfe-Grundsatzgesetz sieht eine Begrenzung der Geldleistungen für mehrere erwachsene Sozialhilfebezieher in einer Haushaltsgemeinschaft vor.
Die Summe der entsprechenden Geldleistungen soll grundsätzlich höchstens 175 Prozent des Netto-Ausgleichszulagenrichtsatzes für Alleinstehende betragen.
2026 entspricht das ungefähr:
2.152 Euro pro Monat
Bestimmte Mindestbeträge und besonders schutzwürdige Personengruppen können von der Kürzung ausgenommen werden.
Was hat sich in den letzten Jahren geändert?
Der Sozialhilfebereich wurde seit Einführung des Grundsatzgesetzes mehrfach geändert.
Wichtige Entwicklungen waren insbesondere:
- Aufhebung der bundesweiten Kinderhöchstsätze durch den Verfassungsgerichtshof,
- Aufhebung der Verknüpfung der vollen Sozialhilfe mit einem B1-Sprachniveau,
- mehr Spielraum für die Länder bei Haushaltsgemeinschaften und Einkommensanrechnung,
- Aufhebung des verpflichtenden Sachleistungszwangs bei Wohnleistungen,
- Nichtanrechnung bestimmter Unfallversicherungsleistungen und Schmerzengelder,
- Nichtanrechnung des Kinderzuschlags nach § 104 EStG und
- Wegfall des verpflichtenden Schulungszuschlags.
Viele ältere Ratgeber zur „Sozialhilfe NEU“ aus 2019 bis 2022 sind deshalb heute nicht mehr zuverlässig.
Was ist Schulstartklar?
Für das Schuljahr 2026/2027 gibt es für Familien, die Sozialhilfe beziehungsweise Mindestsicherung beziehen, zusätzlich die Aktion Schulstartklar.
Seit August 2026 steht dafür:
ein Gutschein im Wert von 150 Euro pro Schulkind
zur Verfügung.
Nach den aktuellen Informationen kann der Gutschein für das Schuljahr 2026/2027 bis zum 31. Oktober 2026 über die Schulstart-App aktiviert und für Schulartikel verwendet werden.
Die häufigsten Irrtümer zur Sozialhilfe
- „In ganz Österreich bekommt jeder denselben Betrag.“ Die konkrete Höhe richtet sich nach dem Bundesland.
- „2026 beträgt die Mindestsicherung noch rund 900 Euro.“ Diese Werte stammen aus älteren Jahren.
- „Man darf höchstens rund 4.000 Euro Vermögen haben.“ Das Schonvermögen liegt 2026 bundesrechtlich bei rund 7.379 Euro pro bezugsberechtigter Person.
- „Ein Auto muss immer verkauft werden.“ Notwendige Fahrzeuge können von der Verwertung ausgenommen sein.
- „Ein Eigenheim muss sofort verkauft werden.“ Selbst genutztes Wohnvermögen ist unter den Voraussetzungen geschützt.
- „Familienbeihilfe wird von der Sozialhilfe abgezogen.“ Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag werden grundsätzlich nicht angerechnet.
- „Wer Sozialhilfe bekommt, darf nicht arbeiten.“ Ergänzender Bezug ist möglich; für Arbeitsaufnahmen existiert sogar ein Wiedereinsteigerfreibetrag.
- „Sozialhilfe ist eine Alternative zur Arbeit.“ Arbeitsfähige Personen müssen grundsätzlich zum Einsatz ihrer Arbeitskraft bereit sein.
- „Jede Sozialhilfe muss später zurückgezahlt werden.“ Eine solche generelle Rückzahlungspflicht besteht nicht.
- „Mindestsicherung und Sozialhilfe sind in jedem Bundesland dasselbe System.“ Bezeichnung und konkrete Regeln unterscheiden sich.
Checkliste: Habe ich möglicherweise Anspruch auf Sozialhilfe?
- Notlage: Reichen Einkommen und andere Leistungen für Lebensunterhalt und Wohnen nicht aus?
- Bundesland: Welche Sozialhilfe- beziehungsweise Mindestsicherungsregeln gelten am Wohnsitz?
- Einkommen: Welche Einkünfte werden angerechnet?
- Vermögen: Liegt verwertbares Vermögen über dem Schonbetrag vor?
- Wohnung: Bestehen zusätzliche Wohnkosten- oder Mietbeihilfen?
- Auto: Ist das Fahrzeug beruflich, gesundheitlich oder aufgrund fehlender Infrastruktur notwendig?
- Arbeit: Besteht Arbeitsfähigkeit und entsprechende Arbeitsbereitschaft?
- Ausnahme: Betreuung, Pflege, Pension, Ausbildung oder Invalidität relevant?
- Staatsangehörigkeit: Werden Aufenthalts- und Gleichstellungsvoraussetzungen erfüllt?
- Andere Ansprüche: Wurden AMS-Leistungen, Unterhalt, Pension und andere Ansprüche beantragt?
- Unterlagen: Einkommen, Vermögen, Miete und persönliche Dokumente vollständig vorhanden?
- Änderungen: Werden spätere Änderungen rechtzeitig gemeldet?
Fazit: Sozialhilfe ist 2026 kein österreichweit einheitlicher Fixbetrag
Die Sozialhilfe beziehungsweise Mindestsicherung sichert Menschen in finanziellen Notlagen einen grundlegenden Lebensunterhalt und Wohnbedarf. Die genaue Leistung hängt allerdings vom Wohnsitzbundesland, von Einkommen, Vermögen, Haushaltsgröße, Wohnkosten und weiteren persönlichen Voraussetzungen ab.
Der bundesrechtliche Rahmen liegt 2026 für alleinstehende und alleinerziehende Personen bei maximal rund 1.230 Euro monatlich. Zwei erwachsene anspruchsberechtigte Personen in einer Haushaltsgemeinschaft erhalten nach dem Grundmodell jeweils rund 70 Prozent dieses Werts.
Die tatsächlichen Beträge können jedoch abweichen. Besonders deutlich zeigt dies die Steiermark, wo der Höchstsatz für Alleinstehende seit Februar 2026 bei 1.168,40 Euro liegt, während Wien 1.229,89 Euro ansetzt.
Vorhandenes Vermögen ist grundsätzlich einzusetzen. 2026 bleibt jedoch ein Schonvermögen von rund 7.379 Euro pro bezugsberechtigter Person geschützt. Auch notwendige Fahrzeuge, angemessener Hausrat und selbst genutztes Wohnvermögen können von einer sofortigen Verwertung ausgenommen sein.
Die drei wichtigsten Punkte: Immer das Bundesland prüfen. Sozialhilfe wird anhand von Einkommen und Vermögen berechnet. Und alte österreichweite Pauschalangaben aus 2020 bis 2022 sind für aktuelle Ansprüche nicht mehr verlässlich.
Häufige Fragen zur Sozialhilfe und Mindestsicherung
Wie hoch ist die Sozialhilfe 2026 in Österreich?
Der bundesrechtliche Höchstrahmen beträgt für alleinstehende und alleinerziehende Personen rund 1.230 Euro monatlich. Die konkrete Leistung hängt jedoch vom Bundesland und der persönlichen Situation ab.
Wie hoch ist die Mindestsicherung für ein Paar?
Nach dem Grundmodell des Sozialhilfe-Grundsatzgesetzes stehen den ersten beiden leistungsberechtigten Erwachsenen in einer Haushaltsgemeinschaft jeweils 70 Prozent des Ausgangswerts zu. 2026 entspricht dies zusammen rund 1.722 Euro. Landesrechtliche Abweichungen sind möglich.
Wie hoch ist die Sozialunterstützung in der Steiermark?
Seit Februar 2026 beträgt der Höchstsatz für Alleinstehende und Alleinerziehende 1.168,40 Euro. Für die erste und zweite volljährige Person einer Wirtschaftsgemeinschaft beträgt er jeweils 817,88 Euro.
Wie hoch ist die Wiener Mindestsicherung?
Für alleinwohnende Personen ab 25 Jahren beträgt der Mindeststandard 2026 grundsätzlich 1.229,89 Euro. Für Erwachsene ab 25 in einer Haushaltsgemeinschaft beträgt er grundsätzlich 860,92 Euro pro Person.
Wie viel Vermögen darf ich bei Sozialhilfe besitzen?
Das bundesrechtliche Schonvermögen beträgt 2026 rund 7.379 Euro pro bezugsberechtigter Person. Zusätzlich können bestimmte Vermögensgegenstände von der Verwertung ausgenommen sein.
Muss ich mein Auto verkaufen?
Nicht automatisch. Wird das Fahrzeug beispielsweise für den Beruf, aufgrund einer Behinderung oder wegen unzureichender öffentlicher Verkehrsverbindungen benötigt, kann es von der Verwertung ausgenommen sein.
Muss ich mein Haus verkaufen?
Selbst bewohntes Wohnvermögen muss grundsätzlich nicht sofort verwertet werden, solange es dem unmittelbaren Wohnbedarf dient. Nach drei Jahren durchgehendem Leistungsbezug kann je nach Landesrecht eine grundbücherliche Sicherstellung möglich sein.
Wird Familienbeihilfe auf die Sozialhilfe angerechnet?
Nein. Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag gehören grundsätzlich zu den Leistungen, die nicht als Einkommen auf die Sozialhilfe angerechnet werden.
Wird Pflegegeld angerechnet?
Pflegegeld und vergleichbare Leistungen werden grundsätzlich nicht als Einkommen der pflegebedürftigen Person beziehungsweise des pflegenden Angehörigen angerechnet.
Wird Arbeitslosengeld angerechnet?
Ja. Leistungen nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz werden grundsätzlich auf die Sozialhilfe angerechnet.
Kann ich Sozialhilfe bekommen, obwohl ich arbeite?
Ja. Reicht das anrechenbare Einkommen nicht zur Deckung des anerkannten Bedarfs, kann Sozialhilfe als Ergänzungsleistung möglich sein.
Was ist der Wiedereinsteigerfreibetrag?
Wer während des Sozialhilfebezugs eine Erwerbstätigkeit aufnimmt, kann nach den gesetzlichen Regeln für höchstens zwölf Monate einen Freibetrag von bis zu 35 Prozent des daraus erzielten monatlichen Nettoeinkommens erhalten.
Muss ich arbeiten, wenn ich Sozialhilfe bekomme?
Arbeitsfähige Personen müssen grundsätzlich bereit sein, ihre Arbeitskraft einzusetzen und eine zumutbare Beschäftigung aufzunehmen. Es bestehen jedoch gesetzliche Ausnahmen.
Wer muss dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen?
Ausnahmen gelten unter anderem für Personen im Regelpensionsalter, bestimmte Eltern mit Kindern unter drei Jahren ohne Betreuungsmöglichkeit, pflegende Angehörige ab Pflegegeldstufe 3, Personen in Sterbebegleitung, bestimmte Auszubildende und Personen mit Invalidität.
Haben EU-Bürger Anspruch auf Sozialhilfe?
EU- und EWR-Bürger haben grundsätzlich vollen Anspruch, wenn sie als Arbeitnehmer in Österreich tätig sind oder bereits seit mehr als fünf Jahren entsprechend in Österreich wohnen. Im Einzelfall sind unionsrechtliche Besonderheiten zu berücksichtigen.
Haben Asylwerber Anspruch auf Sozialhilfe?
Nein. Asylwerber erhalten grundsätzlich Leistungen aus der Grundversorgung und keine reguläre Sozialhilfe.
Haben anerkannte Flüchtlinge Anspruch?
Asylberechtigte haben grundsätzlich ab der Anerkennung als Flüchtling Zugang zur Sozialhilfe.
Bin ich während der Sozialhilfe krankenversichert?
Wenn kein anderer Krankenversicherungsschutz besteht, erfolgt grundsätzlich eine Anmeldung zur Krankenversicherung durch den zuständigen Sozialhilfeträger.
Wo beantrage ich Sozialhilfe?
Grundsätzlich bei der Bezirksverwaltungsbehörde des Wohnsitzes – also Gemeinde beziehungsweise Bezirkshauptmannschaft, in Statutarstädten beim Magistrat und in Wien bei der MA 40 beziehungsweise dem zuständigen Sozialzentrum.
Muss Sozialhilfe zurückgezahlt werden?
Eine allgemeine Rückzahlungspflicht nach späterer Arbeitsaufnahme besteht nicht. Rückforderungen können jedoch beispielsweise bei unrechtmäßigem Bezug, Meldepflichtverletzungen oder bestimmten späteren Ansprüchen entstehen.
Müssen Kinder die Sozialhilfe ihrer Eltern zurückzahlen?
Grundsätzlich besteht keine Kostenersatzpflicht von Kindern für Sozialhilfeleistungen an ihre Eltern. Sonderfälle und laufende Unterhaltsansprüche sind davon zu unterscheiden.
Wie hoch ist der Behindertenzuschlag?
Der bundesrechtliche Wert liegt 2026 bei rund 221 Euro monatlich, sofern das jeweilige Bundesland nicht bereits eine gleichwertige Leistung vorsieht.
Gibt es zusätzliche Hilfe bei hohen Wohnkosten?
Ja. Die Länder können zusätzliche Wohnleistungen vorsehen und den entsprechenden Sozialhilfeanteil unter den gesetzlichen Voraussetzungen um bis zu 30 Prozent erhöhen.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- oesterreich.gv.at: Sozialhilfe – Überblick
- oesterreich.gv.at: Sozialhilfe-Grundsatzgesetz und Höhe der Leistungen
- oesterreich.gv.at: Vermögen und Schonvermögen
- oesterreich.gv.at: Eigene Einkünfte und Wiedereinsteigerfreibetrag
- oesterreich.gv.at: Erwerbstätigkeit und Ausnahmen
- oesterreich.gv.at: Zuständige Stelle für Sozialhilfe
- oesterreich.gv.at: Kostenersatz bei Sozialhilfe
- oesterreich.gv.at: Sozialhilfe in den Bundesländern
- Rechtsinformationssystem des Bundes: Sozialhilfe-Grundsatzgesetz
- Land Steiermark: Höhe der Sozialunterstützung
- Stadt Wien: Wiener Mindestsicherung
- RIS: Wiener Mindestsicherung 2026
Stand der fachlichen Prüfung: 7. Oktober 2026.
Hinweis: Die konkrete Berechnung der Sozialhilfe richtet sich nach dem jeweiligen Bundesland und der individuellen Haushalts-, Einkommens-, Vermögens- und Wohnsituation. Die hier genannten österreichweiten Werte stellen daher teilweise gesetzliche Höchstrahmen beziehungsweise Orientierungswerte dar und ersetzen keine individuelle Berechnung durch die zuständige Behörde.