Die Geringfügigkeitsgrenze beträgt 2026 in Österreich 551,10 Euro brutto pro Kalendermonat. Sie wurde gegenüber 2025 ausnahmsweise nicht erhöht. Verdient eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer aus einem regelmäßig ausgeübten Dienstverhältnis höchstens diesen Betrag, gilt die Beschäftigung sozialversicherungsrechtlich grundsätzlich als geringfügig.
Geringfügig bedeutet jedoch nicht automatisch „steuer- und abgabenfrei“. Entscheidend ist unter anderem, ob nur ein geringfügiger Job besteht, mehrere Beschäftigungen zusammentreffen, daneben bereits ein vollversicherter Hauptjob ausgeübt wird, AMS-Leistungen oder eine Pension bezogen werden oder freiwillig eine Kranken- und Pensionsversicherung abgeschlossen wird.
Kurzantwort: 2026 liegt die Geringfügigkeitsgrenze bei 551,10 Euro brutto pro Kalendermonat. Bei einem einzelnen geringfügigen Dienstverhältnis besteht grundsätzlich nur Unfallversicherung. Kranken- und Pensionsversicherung können freiwillig um 83,49 Euro monatlich abgeschlossen werden. Bei mehreren Beschäftigungen oder einem vollversicherten Hauptjob können dagegen zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge entstehen.
| Thema | Wert 2026 | Wichtig |
|---|---|---|
| Geringfügigkeitsgrenze | 551,10 Euro monatlich | Bis einschließlich dieser Grenze grundsätzlich geringfügig |
| Tägliche Grenze | keine | Seit 2017 zählt grundsätzlich die Monatsgrenze |
| Freiwillige KV/PV-Selbstversicherung | 83,49 Euro monatlich | Für entsprechend geringfügig Beschäftigte ohne andere KV/PV-Pflichtversicherung |
| Dienstgeberabgabe-Grenze | 826,65 Euro monatlich | 150 % der Geringfügigkeitsgrenze |
| Dienstgeberabgabe | 19,40 % | Zusätzlich zur Unfallversicherung bei Überschreiten der Arbeitgeber-Grenze |
| Unfallversicherung Arbeitgeber | 1,10 % | Grundsätzlich für geringfügig Beschäftigte |
| Betriebliche Vorsorge | 1,53 % | Unter den Voraussetzungen der Abfertigung neu |
| KV/PV bei mehreren Jobs | 14,12 % | Zusätzlich kann AK-Umlage relevant sein |
| Neue Selbstständige | 6.613,20 Euro jährlich | Eigene SVS-Versicherungsgrenze, keine ASVG-Monatsgrenze |
Wie hoch ist die Geringfügigkeitsgrenze 2026?
Die Geringfügigkeitsgrenze beträgt:
551,10 Euro brutto pro Kalendermonat
Der Wert wurde 2026 nicht erhöht und entspricht damit dem Betrag des Jahres 2025.
Normalerweise werden zahlreiche sozialversicherungsrechtliche Grenzwerte jährlich valorisiert. Für die Geringfügigkeitsgrenze wurde die Aufwertung für 2026 jedoch ausgesetzt.
Gilt die Geringfügigkeitsgrenze pro Monat oder pro Jahr?
Bei einem normalen geringfügigen Dienstverhältnis ist die Grenze grundsätzlich eine Monatsgrenze.
Es gibt keine zusätzliche allgemeine ASVG-Jahresgrenze, die bestimmt, ob ein normales Dienstverhältnis geringfügig ist.
Entscheidend ist grundsätzlich jeder einzelne Kalendermonat.
Beispiel
Eine Arbeitnehmerin erhält:
- im Jänner 500 Euro,
- im Februar 520 Euro und
- im März 551,10 Euro.
Das regelmäßige Dienstverhältnis bleibt in diesen Monaten grundsätzlich geringfügig.
Beträgt das maßgebliche laufende Entgelt dagegen beispielsweise 560 Euro, wird die monatliche Grenze überschritten.
Ist man bei genau 551,10 Euro noch geringfügig beschäftigt?
Ja. Die Grenze darf nicht überschritten werden.
Ein laufendes monatliches Entgelt von genau:
551,10 Euro
liegt daher grundsätzlich noch innerhalb der Geringfügigkeitsgrenze.
Erst bei einem maßgeblichen Entgelt über 551,10 Euro wird die Grenze überschritten.
Gibt es noch eine tägliche Geringfügigkeitsgrenze?
Nein. Die frühere tägliche Geringfügigkeitsgrenze wurde bereits mit 1. Jänner 2017 abgeschafft.
Bei einem normalen durchgehenden Beschäftigungsverhältnis ist daher grundsätzlich die monatliche Grenze maßgeblich.
Besondere Regeln können allerdings beispielsweise bei:
- fallweiser Beschäftigung,
- sehr kurzen Beschäftigungsverhältnissen,
- Urlaubsersatzleistung oder
- untermonatigem Beginn beziehungsweise Ende
relevant werden.
Deshalb sollte bei einzelnen Arbeitstagen nicht automatisch einfach „551,10 Euro pro Monat“ auf jeden Sachverhalt übertragen werden.
Zählen Urlaubs- und Weihnachtsgeld zur Geringfügigkeitsgrenze?
Nein. Sonderzahlungen wie:
- Urlaubsgeld und
- Weihnachtsgeld
werden für die Prüfung der normalen monatlichen Geringfügigkeitsgrenze grundsätzlich nicht zum laufenden Entgelt hinzugerechnet.
Beispiel
Eine geringfügig Beschäftigte verdient monatlich 530 Euro laufendes Entgelt und erhält im Juni zusätzlich Urlaubsgeld.
Durch die korrekt als Sonderzahlung behandelte Auszahlung wird die 551,10-Euro-Grenze nicht allein deshalb überschritten.
13. und 14. Bezug können daher auch bei geringfügig Beschäftigten zustehen, ohne automatisch die Geringfügigkeit zu beseitigen.
Ist bei geringfügiger Beschäftigung brutto gleich netto?
Bei einem einzigen geringfügigen Dienstverhältnis ist das laufende Bruttoentgelt für die Arbeitnehmerin beziehungsweise den Arbeitnehmer grundsätzlich zugleich das Nettoentgelt.
Aus diesem Dienstverhältnis werden normalerweise keine Dienstnehmerbeiträge zur:
- Krankenversicherung,
- Pensionsversicherung oder
- Arbeitslosenversicherung
einbehalten.
Aufgrund der geringen monatlichen Höhe fällt bei isolierter Betrachtung grundsätzlich auch keine laufende Lohnsteuer an.
Aber: „Brutto = netto“ gilt nicht automatisch für die gesamte persönliche Jahressteuer- und Sozialversicherungssituation. Mehrere Jobs oder weitere Einkünfte können später Nachzahlungen auslösen.
Wie ist man bei einem geringfügigen Job versichert?
Bei einem einzelnen geringfügigen Dienstverhältnis besteht grundsätzlich eine gesetzliche Unfallversicherung.
Allein aufgrund dieses Jobs besteht dagegen grundsätzlich keine automatische:
- Krankenversicherung,
- Pensionsversicherung oder
- Arbeitslosenversicherung.
| Versicherung | Ein einzelner geringfügiger Job |
|---|---|
| Unfallversicherung | Ja |
| Krankenversicherung | Nein, außer freiwillige Selbstversicherung oder andere Versicherung |
| Pensionsversicherung | Nein, außer freiwillige Selbstversicherung oder andere Pflichtversicherung |
| Arbeitslosenversicherung | Nein |
Kann ich mich bei geringfügiger Beschäftigung selbst versichern?
Ja. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen können sich geringfügig Beschäftigte freiwillig in der Kranken- und Pensionsversicherung selbst versichern.
Der monatliche Beitrag beträgt 2026:
83,49 Euro
Es handelt sich um die Selbstversicherung nach § 19a ASVG.
Was bringt diese Selbstversicherung?
Durch die Selbstversicherung entstehen insbesondere:
- Krankenversicherungsschutz,
- Pensionsversicherungszeiten,
- Anspruch auf Sachleistungen der Krankenversicherung und
- unter Voraussetzungen Geldleistungen wie Kranken- und Wochengeld.
2026 beträgt das Krankengeld aus dieser Selbstversicherung grundsätzlich 7,08 Euro täglich und das Wochengeld 12,19 Euro täglich.
Wann sollte der Antrag gestellt werden?
Wird die Selbstversicherung erstmals beantragt und geht der Antrag innerhalb von sechs Wochen nach Arbeitsbeginn bei der ÖGK ein, kann sie grundsätzlich bereits mit Beginn der geringfügigen Beschäftigung starten.
Andernfalls beginnt sie grundsätzlich erst nach der Antragstellung.
Wer keine anderweitige Krankenversicherung hat, sollte deshalb die freiwillige Versicherung nicht erst Monate später prüfen.
Bin ich durch einen geringfügigen Job arbeitslosenversichert?
Nein. Ein isolierter geringfügiger Job begründet grundsätzlich keine Arbeitslosenversicherung.
Die freiwillige Selbstversicherung für geringfügig Beschäftigte umfasst Kranken- und Pensionsversicherung, aber keine Arbeitslosenversicherung.
Was passiert bei mehreren geringfügigen Jobs?
Wer mehrere geringfügige Dienstverhältnisse gleichzeitig ausübt, muss die monatlichen laufenden Entgelte zusammen betrachten.
Übersteigt deren Summe die Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro, entsteht grundsätzlich eine Pflichtversicherung in:
- Krankenversicherung und
- Pensionsversicherung.
Beispiel
Eine Person hat zwei geringfügige Jobs:
| Job A | 300 Euro |
|---|---|
| Job B | 300 Euro |
| Summe | 600 Euro |
Beide einzelnen Jobs liegen unter 551,10 Euro. Zusammen werden jedoch 600 Euro erreicht.
Dadurch entsteht grundsätzlich Kranken- und Pensionsversicherungspflicht aufgrund der Mehrfachbeschäftigung.
Wichtig: Die Arbeitgeber behandeln ihre jeweiligen Beschäftigungsverhältnisse weiterhin anhand des bei ihnen erzielten Entgelts. Die zusätzliche KV-/PV-Pflicht entsteht bei der beschäftigten Person durch das Zusammentreffen der Einkommen.
Wie hoch sind die Beiträge bei mehreren geringfügigen Jobs?
Bei entsprechender Mehrfachbeschäftigung werden 2026 grundsätzlich:
14,12 Prozent für Kranken- und Pensionsversicherung
vorgeschrieben.
Bei kammerzugehörigen Arbeitnehmern kann auf das laufende Entgelt zusätzlich die Arbeiterkammerumlage von 0,5 Prozent entfallen.
Bei Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld wird die AK-Umlage dagegen grundsätzlich nicht eingehoben.
Beispiel mit 600 Euro laufendem Entgelt
Bei 600 Euro beitragspflichtigem laufendem Entgelt ergibt sich vereinfacht:
600 Euro × 14,12 % = 84,72 Euro KV/PV
Gegebenenfalls kommt die Arbeiterkammerumlage hinzu.
Wer zieht diese Sozialversicherung ab?
Bei mehreren für sich geringfügigen Jobs werden die zusätzlichen Beiträge nicht unbedingt laufend von den einzelnen Arbeitgebern einbehalten.
Die Sozialversicherung ermittelt die Mehrfachbeschäftigung anhand der Meldedaten und schreibt die Beiträge entsprechend vor.
Dadurch kann später eine Nachzahlung entstehen, obwohl auf den einzelnen Lohnabrechnungen zunächst „brutto = netto“ stand.
Was gilt bei einem geringfügigen Nebenjob neben einem Hauptjob?
Besonders häufig ist die Kombination aus:
- einem normalen vollversicherten Hauptjob und
- einem zusätzlichen geringfügigen Dienstverhältnis.
In diesem Fall ist die Arbeitnehmerin beziehungsweise der Arbeitnehmer bereits über den Hauptjob kranken- und pensionsversichert.
Trotzdem werden für den geringfügigen Nebenjob grundsätzlich zusätzliche Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge vorgeschrieben.
Der entsprechende KV-/PV-Satz beträgt auch hier grundsätzlich:
14,12 Prozent
Zusätzlich kann auf das laufende Entgelt die Arbeiterkammerumlage anfallen.
Beispiel
Neben einem vollversicherten Hauptjob werden monatlich 500 Euro aus einem geringfügigen Nebenjob verdient.
Vereinfacht ergibt sich:
500 Euro × 14,12 % = 70,60 Euro KV/PV
Gegebenenfalls kommt die AK-Umlage hinzu.
„Geringfügig“ bedeutet daher bei einem Nebenjob neben einer Hauptbeschäftigung nicht automatisch, dass die 500 Euro vollständig netto bleiben.
Fällt bei einem geringfügigen Nebenjob Einkommensteuer an?
Für die Einkommensteuer werden nicht nur einzelne Arbeitsverhältnisse isoliert betrachtet.
Bestehen mehrere Beschäftigungen gleichzeitig, kann sich im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung aus der Summe der Einkünfte eine Steuernachzahlung ergeben.
Das betrifft insbesondere Personen, bei denen:
- mehrere Dienstverhältnisse gleichzeitig bestehen oder
- zusätzlich andere steuerpflichtige Einkünfte erzielt werden.
Bei der laufenden Lohnabrechnung kennt jeder Arbeitgeber regelmäßig nur das bei ihm bezogene Einkommen. Das Finanzamt betrachtet bei der Veranlagung dagegen die gesamte steuerliche Situation.
Ein Nebenjob kann daher sozialversicherungsrechtlich geringfügig sein und trotzdem Auswirkungen auf die Einkommensteuer haben.
Muss ich wegen eines geringfügigen Nebenjobs eine Arbeitnehmerveranlagung machen?
Ob eine Arbeitnehmerveranlagung verpflichtend ist, hängt von der gesamten Einkommenssituation ab.
Insbesondere bei mehreren gleichzeitig bezogenen lohnsteuerpflichtigen Einkünften kann eine Pflichtveranlagung entstehen.
Zusätzlich kann eine freiwillige Arbeitnehmerveranlagung sinnvoll sein, weil beispielsweise Werbungskosten oder eine Sozialversicherungsrückerstattung berücksichtigt werden können.
Informationen dazu enthält unser Ratgeber zur Arbeitnehmerveranlagung beziehungsweise zum Lohnsteuerausgleich.
Welche arbeitsrechtlichen Rechte haben geringfügig Beschäftigte?
Geringfügige Beschäftigung ist kein arbeitsrechtlicher „Job zweiter Klasse“.
Für Arbeitnehmer in einem normalen geringfügigen Dienstverhältnis gelten grundsätzlich dieselben arbeitsrechtlichen Vorschriften wie für andere Teilzeitkräfte.
Dazu gehören insbesondere:
- Urlaubsanspruch,
- Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall,
- Pflegefreistellung,
- Kündigungsfristen,
- Abfertigung neu unter den entsprechenden Voraussetzungen sowie
- Urlaubs- und Weihnachtsgeld, wenn dies beispielsweise der Kollektivvertrag vorsieht.
„Geringfügig“ beschreibt primär den sozialversicherungsrechtlichen Umfang und nicht den arbeitsrechtlichen Wert eines Dienstverhältnisses.
Wie viele Stunden darf man geringfügig arbeiten?
Es gibt keine allgemeine gesetzliche Stundenanzahl, die automatisch „geringfügig“ bedeutet.
Entscheidend ist grundsätzlich das monatliche Entgelt.
Eine einfache rechnerische Orientierung lautet:
551,10 Euro ÷ Bruttostundenlohn = ungefähre maximale Monatsstunden
| Bruttostundenlohn | Rechnerische Stunden bis 551,10 Euro |
|---|---|
| 12 Euro | 45,93 Stunden |
| 14 Euro | 39,36 Stunden |
| 16 Euro | 34,44 Stunden |
| 18 Euro | 30,62 Stunden |
| 20 Euro | 27,56 Stunden |
Die Tabelle ist nur eine mathematische Orientierung und keine Aussage über zulässige kollektivvertragliche Mindestlöhne.
Zusätzlich können etwa:
- Zulagen,
- Mehrarbeitszuschläge,
- Überstunden oder
- andere laufende Entgeltbestandteile
die maßgebliche Monatsgrenze beeinflussen.
Urlaubs- und Weihnachtsgeld zählen dagegen als Sonderzahlungen grundsätzlich nicht zur normalen monatlichen Geringfügigkeitsprüfung.
Was passiert bei Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze?
Übersteigt das maßgebliche laufende Entgelt die 551,10 Euro, liegt grundsätzlich keine geringfügige Beschäftigung mehr vor.
Dadurch entsteht im Regelfall eine umfangreichere Sozialversicherungspflicht.
Dazu gehören insbesondere:
- Krankenversicherung,
- Pensionsversicherung und
- bei einem normalen vollversicherungspflichtigen Dienstverhältnis grundsätzlich auch Arbeitslosenversicherung.
Beispiel
Der vereinbarte Monatslohn erhöht sich dauerhaft von 540 auf 600 Euro.
Ab dem betroffenen Beitragszeitraum ist das Dienstverhältnis grundsätzlich nicht mehr geringfügig.
Was gilt, wenn die Grenze nur einmal überschritten wird?
Auch eine einmalige Überschreitung des maßgeblichen laufenden Monatsentgelts kann sozialversicherungsrechtlich Auswirkungen haben.
Entscheidend ist jedoch, warum die Überschreitung entstanden ist.
Eine korrekt ausgewiesene Sonderzahlung wie Urlaubsgeld ist beispielsweise anders zu behandeln als zusätzliches laufendes Entgelt für mehr geleistete Arbeit.
Deshalb sollte bei einer vermeintlich einmaligen Überschreitung zuerst geprüft werden, ob der zusätzliche Betrag sozialversicherungsrechtlich laufendes Entgelt oder Sonderzahlung ist.
Was kostet ein geringfügig Beschäftigter den Arbeitgeber?
Auch für Arbeitgeber ist ein geringfügiges Dienstverhältnis nicht vollständig abgabenfrei.
Grundsätzlich relevant sind insbesondere:
- Unfallversicherung,
- gegebenenfalls betriebliche Vorsorge,
- gegebenenfalls Dienstgeberabgabe sowie
- weitere allgemeine Lohnnebenkosten, soweit die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.
Unfallversicherung
Der Unfallversicherungsbeitrag beträgt 2026 grundsätzlich:
1,10 Prozent
und wird vom Arbeitgeber getragen.
Betriebliche Vorsorge
Unterliegt das Dienstverhältnis der Abfertigung neu, beträgt der Beitrag zur Betrieblichen Vorsorge:
1,53 Prozent
des entsprechenden Entgelts einschließlich allfälliger Sonderzahlungen.
Bei einem neu begonnenen normalen Arbeitsverhältnis ist dabei grundsätzlich auch der beitragsfreie erste Monat zu beachten.
Wann fällt die Dienstgeberabgabe an?
Beschäftigt ein Arbeitgeber mehrere geringfügig Beschäftigte, muss deren monatliche Summe geprüft werden.
Übersteigt die Summe der allgemeinen monatlichen Beitragsgrundlagen – ohne Sonderzahlungen –:
826,65 Euro
wird 2026 zusätzlich die Dienstgeberabgabe fällig.
Diese Grenze entspricht 150 Prozent der Geringfügigkeitsgrenze.
Wie hoch ist die Dienstgeberabgabe?
Die Dienstgeberabgabe beträgt:
19,40 Prozent
Zusammen mit dem Unfallversicherungsbeitrag von 1,10 Prozent ergibt sich damit eine entsprechende Belastung von:
20,50 Prozent
für diese beiden sozialversicherungsrechtlichen Arbeitgeberpositionen.
Zählen Sonderzahlungen zur 826,65-Euro-Grenze?
Für die Prüfung, ob die Schwelle von 826,65 Euro überschritten wird, werden die monatlichen allgemeinen Beitragsgrundlagen ohne Sonderzahlungen zusammengerechnet.
Ist die Dienstgeberabgabe jedoch einmal fällig, umfasst ihre Beitragsgrundlage grundsätzlich auch die Sonderzahlungen der betroffenen geringfügig Beschäftigten.
Diese Unterscheidung zwischen Schwellenprüfung und tatsächlicher Beitragsgrundlage wird häufig übersehen.
Müssen geringfügig Beschäftigte bei der ÖGK angemeldet werden?
Ja. Auch geringfügig Beschäftigte müssen vom Arbeitgeber ordnungsgemäß bei der Sozialversicherung angemeldet werden.
Die Anmeldung hat grundsätzlich vor Arbeitsantritt zu erfolgen.
Seit 2026 gehört auch das vereinbarte Ausmaß der Arbeitszeit zu den Pflichtangaben der Anmeldung.
Darf man 2026 neben Arbeitslosengeld geringfügig arbeiten?
Grundsätzlich nur noch in gesetzlich definierten Ausnahmefällen.
Seit 1. Jänner 2026 wurde die Kombination aus:
- Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe und
- geringfügiger Beschäftigung beziehungsweise geringfügiger selbstständiger Tätigkeit
deutlich eingeschränkt.
Die früher verbreitete Regel:
„Solange ich unter 551,10 Euro bleibe, kann ich problemlos Arbeitslosengeld beziehen.“
ist 2026 nicht mehr richtig.
Weitere Zuverdienstregeln erklären wir im Beitrag zur Zuverdienstgrenze in Österreich.
Welche fünf AMS-Ausnahmen gibt es?
Nach den aktuellen AMS-Regeln bestehen im Wesentlichen fünf Gruppen, in denen eine geringfügige Tätigkeit neben dem Leistungsbezug noch möglich sein kann.
Bereits bestehender Nebenjob
Eine bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit ausgeübte geringfügige Beschäftigung kann grundsätzlich weitergeführt werden, wenn sie sich zuvor mindestens:
182 Tage beziehungsweise 26 Wochen durchgehend
mit einer vollversicherten Beschäftigung beziehungsweise pflichtversicherten Selbstständigkeit überschnitten hat.
Die geringfügige Beschäftigung muss während dieses Zeitraums lückenlos bestanden haben.
Langzeitarbeitslose
Personen, die unmittelbar davor mindestens 365 Tage AMS-Geld bezogen haben und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, können grundsätzlich einmalig für einen begrenzten Zeitraum von:
182 Tagen beziehungsweise 26 Wochen
eine geringfügige Beschäftigung aufnehmen.
Langzeitarbeitslose ab 50 oder mit Behinderung
Wer entsprechend lange AMS-Leistungen bezogen hat und:
- mindestens 50 Jahre alt ist oder
- eine Behinderung von zumindest 50 Prozent nachweisen kann,
kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen zeitlich unbeschränkt geringfügig tätig sein.
Nach längerer Erkrankung
Wer zuvor mindestens 52 Wochen bestimmte Leistungen wie:
- Krankengeld,
- Rehabilitationsgeld oder
- Umschulungsgeld
bezogen hat, kann unter den Voraussetzungen für bis zu 182 Tage geringfügig arbeiten.
AMS-Schulung oder Pflegestipendium
Eine geringfügige Tätigkeit kann außerdem während einer AMS-Schulung zulässig sein, wenn diese grundsätzlich:
- mindestens vier Monate dauert und
- mindestens 25 Wochenstunden umfasst.
Diese Ausnahme gilt auch beim Pflegestipendium.
Was passiert beim AMS, wenn keine Ausnahme gilt?
Auch ohne Ausnahme ist eine geringfügige Beschäftigung nicht generell verboten.
Sie muss dem AMS jedoch gemeldet werden.
Während der betreffenden Beschäftigungszeiten besteht dann grundsätzlich kein Anspruch auf AMS-Geld.
Bei einer nur tageweisen geringfügigen Beschäftigung kann dies dazu führen, dass der Leistungsbezug nur für die betreffenden Tage unterbrochen wird.
Die entscheidende Frage lautet daher 2026 nicht mehr nur „Bleibe ich unter 551,10 Euro?“, sondern zuerst „Falle ich überhaupt unter eine AMS-Ausnahme?“
Sind die AMS-Übergangsfristen aus Anfang 2026 noch relevant?
Für bereits am 1. Jänner 2026 bestehende Fälle gab es Übergangsbestimmungen mit Fristen bis:
- 31. Jänner 2026 beziehungsweise
- in bestimmten Fällen 1. Juli 2026.
Diese Übergangsfristen sind inzwischen abgelaufen.
Für neue Entscheidungen sollte daher auf die seit 2026 dauerhaft geltenden Ausnahmefälle abgestellt werden.
Was gilt für geringfügige Beschäftigung in der Pension?
Hier muss unbedingt zwischen verschiedenen Pensionsarten unterschieden werden.
Reguläre Alterspension
Bei einer normalen Alterspension besteht grundsätzlich keine Zuverdienstgrenze.
Auch ein Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze führt daher nicht automatisch zu einer Kürzung der regulären Alterspension.
Vorzeitige Pension
Bei Korridorpension, Schwerarbeitspension oder bestimmten anderen vorzeitigen Alterspensionen ist die Situation wesentlich strenger.
Die Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro spielt dabei 2026 eine wichtige Rolle.
Seit 2024 gibt es jedoch eine kleine jährliche Toleranz:
Die Summe der Überschreitungsbeträge darf 2026 höchstens 220,44 Euro betragen.
Das entspricht 40 Prozent der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze.
Wird diese Jahrestoleranz überschritten, kann die vorzeitige Pension ab dem entsprechenden Monat wegfallen.
Die Unterschiede zwischen den Pensionsarten erklären wir ausführlich im Beitrag Arbeiten in der Pension in Österreich.
Was gilt bei Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension?
Bei Berufsunfähigkeits-, Invaliditäts- oder Erwerbsunfähigkeitspension kann 2026 grundsätzlich bis zur Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro dazuverdient werden, ohne dass allein deshalb die Pension reduziert wird.
Für eine Kürzung müssen grundsätzlich weitere Voraussetzungen erfüllt sein.
Insbesondere wird es relevant, wenn:
- das Erwerbseinkommen die Geringfügigkeitsgrenze überschreitet und
- das monatliche Gesamteinkommen aus Bruttopension und Erwerbseinkommen über 1.599,99 Euro liegt.
Was gilt während der Karenz?
Auch während einer arbeitsrechtlichen Karenz kann unter bestimmten Voraussetzungen geringfügig gearbeitet werden.
Die arbeitsrechtliche Geringfügigkeitsgrenze beträgt dabei ebenfalls 551,10 Euro monatlich.
Davon getrennt müssen jedoch die jeweiligen Zuverdienstgrenzen des Kinderbetreuungsgeldes geprüft werden.
Das kann zu zwei parallelen Prüfungen führen:
- Ist die Beschäftigung arbeitsrechtlich während der Karenz zulässig?
- Ist der Zuverdienst für das gewählte Kinderbetreuungsgeld-System zulässig?
Die aktuellen Regeln erklären wir im Ratgeber zu Karenz und Kinderbetreuungsgeld in Österreich.
Gilt die 551,10-Euro-Grenze auch für Selbstständige?
Nicht in derselben Form.
Die klassische monatliche Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro ist vor allem für Beschäftigungsverhältnisse nach dem ASVG relevant.
Bei Selbstständigen gelten eigene Regeln nach dem GSVG beziehungsweise FSVG.
Was gilt für Neue Selbstständige?
Für Neue Selbstständige beträgt die Versicherungsgrenze 2026:
6.613,20 Euro Einkünfte pro Kalenderjahr
Wird diese Grenze überschritten, entsteht grundsätzlich Pflichtversicherung nach dem GSVG.
Entscheidend sind dabei die steuerlichen Einkünfte aus der selbstständigen Tätigkeit und nicht der Umsatz oder ein monatlicher Bruttolohn.
„Geringfügig selbstständig“ ist daher kein sauberer Ersatzbegriff für die ASVG-Geringfügigkeitsgrenze.
Was gilt für Gewerbetreibende?
Bei Personen mit Gewerbeberechtigung gelten wiederum eigene SVS-Regeln.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Ausnahme von der Pflichtversicherung beantragt werden.
2026 spielen dabei insbesondere folgende Grenzen eine Rolle:
- Einkünfte: höchstens 6.613,20 Euro und
- Umsatz: höchstens 55.000 Euro.
Die Ausnahme gilt allerdings nicht automatisch für jeden Gewerbetreibenden allein wegen niedriger Einkünfte. Zusätzliche persönliche Voraussetzungen sind zu beachten.
Wie unterscheidet sich geringfügige Beschäftigung vom freien Dienstvertrag?
Auch ein freies Dienstverhältnis kann sozialversicherungsrechtlich unter der Geringfügigkeitsgrenze liegen.
Die arbeitsrechtlichen Ansprüche freier Dienstnehmer unterscheiden sich jedoch teilweise deutlich von jenen klassischer Arbeitnehmer.
Deshalb sollte nicht allein aufgrund der 551,10-Euro-Grenze davon ausgegangen werden, dass beide Vertragsformen rechtlich identisch behandelt werden.
Was gilt beim Dienstleistungsscheck?
Der Dienstleistungsscheck ist eine Sonderform für einfache haushaltstypische Dienstleistungen in privaten Haushalten.
Dazu gehören beispielsweise:
- Reinigungsarbeiten,
- einfache Gartenarbeiten oder
- Babysitting.
Aufgrund der Einrechnung von Urlaubsersatzleistung und anteiligen Sonderzahlungen gilt 2026 beim einzelnen Arbeitgeber ein eigener maximaler DLS-Auszahlungswert von:
755,01 Euro pro Monat
Dieser Wert darf nicht mit der normalen Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro verwechselt werden.
Warum wurde die Geringfügigkeitsgrenze 2026 nicht erhöht?
Die Geringfügigkeitsgrenze wird normalerweise regelmäßig angepasst.
Für 2026 wurde die Valorisierung jedoch gesetzlich ausgesetzt.
Dadurch blieb der Wert trotz Anpassung anderer Sozialversicherungsgrößen bei:
551,10 Euro
bestehen.
Die häufigsten Irrtümer zur Geringfügigkeitsgrenze
- „2026 wurde die Grenze wieder erhöht.“ Nein. Sie bleibt bei 551,10 Euro.
- „Es gibt eine tägliche Geringfügigkeitsgrenze.“ Die allgemeine tägliche Grenze wurde 2017 abgeschafft.
- „Urlaubs- und Weihnachtsgeld sprengen die Monatsgrenze.“ Korrekt behandelte Sonderzahlungen werden grundsätzlich nicht eingerechnet.
- „Geringfügig bedeutet immer brutto gleich netto.“ Bei mehreren Jobs oder einem Hauptjob können zusätzliche Beiträge beziehungsweise Steuern entstehen.
- „Ein geringfügiger Job macht automatisch krankenversichert.“ Grundsätzlich besteht allein daraus nur Unfallversicherung.
- „Die freiwillige Versicherung ist kostenlos.“ Sie kostet 2026 83,49 Euro monatlich.
- „Zwei geringfügige Jobs bleiben vollständig beitragsfrei.“ Übersteigt ihre Summe 551,10 Euro, entsteht grundsätzlich KV-/PV-Pflicht.
- „Neben einem Hauptjob bleiben 551,10 Euro netto übrig.“ Für den Nebenjob können zusätzliche KV-/PV-Beiträge vorgeschrieben werden.
- „Beim AMS darf man bis 551,10 Euro immer dazuverdienen.“ Seit 2026 gilt das grundsätzlich nur noch in bestimmten Ausnahmefällen.
- „Bei jeder Pension gelten 551,10 Euro als Zuverdienstgrenze.“ Bei der normalen Alterspension darf grundsätzlich unbegrenzt dazuverdient werden.
- „Selbstständige haben ebenfalls einfach 551,10 Euro monatlich frei.“ Für Selbstständige gelten eigene GSVG-/SVS-Regeln.
- „Geringfügige Arbeitnehmer haben keinen Urlaubsanspruch.“ Normale arbeitsrechtliche Ansprüche bestehen grundsätzlich auch bei geringfügiger Beschäftigung.
Checkliste für geringfügig Beschäftigte
- Monatsentgelt: Bleibt das laufende Entgelt bei höchstens 551,10 Euro?
- Sonderzahlungen: Werden Urlaubs- und Weihnachtsgeld korrekt getrennt behandelt?
- Weitere Jobs: Bestehen gleichzeitig andere geringfügige Beschäftigungen?
- Hauptjob: Gibt es bereits eine vollversicherte Beschäftigung?
- Sozialversicherung: Droht eine spätere KV-/PV-Vorschreibung?
- Selbstversicherung: Ist die freiwillige KV/PV für 83,49 Euro sinnvoll?
- Steuer: Können mehrere Einkommen eine Arbeitnehmerveranlagung oder Nachzahlung auslösen?
- AMS: Liegt tatsächlich einer der gesetzlichen Ausnahmefälle vor?
- Pension: Welche konkrete Pensionsart wird bezogen?
- Karenz: Werden zusätzlich die KBG-Zuverdienstgrenzen eingehalten?
- Nebenbeschäftigung: Ist der zweite Job arbeitsvertraglich zulässig?
- ÖGK: Wurde die Beschäftigung korrekt angemeldet?
Checkliste für Arbeitgeber
- Anmeldung: Arbeitnehmer vor Arbeitsantritt bei der ÖGK anmelden.
- Arbeitszeit: Seit 2026 bei der Anmeldung korrekt angeben.
- Entgelt: Monatliche Geringfügigkeitsgrenze überwachen.
- Sonderzahlungen: Laufende Bezüge und Sonderzahlungen korrekt unterscheiden.
- Unfallversicherung: 1,10 Prozent berücksichtigen.
- Betriebliche Vorsorge: 1,53 Prozent unter den Voraussetzungen berücksichtigen.
- Mehrere geringfügig Beschäftigte: Arbeitgeber-Gesamtsumme überwachen.
- 826,65 Euro: Dienstgeberabgabe prüfen.
- AMS: Bei arbeitslosen Bewerbern nicht automatisch davon ausgehen, dass geringfügige Beschäftigung mit AMS-Geld kombinierbar ist.
Fazit: 551,10 Euro sind nur der Ausgangspunkt
Die Geringfügigkeitsgrenze beträgt 2026 weiterhin 551,10 Euro brutto pro Kalendermonat. Damit ist die wichtigste Zahl schnell erklärt – die tatsächlichen Folgen einer geringfügigen Beschäftigung hängen jedoch stark von der persönlichen Situation ab.
Bei einem einzelnen geringfügigen Job besteht grundsätzlich nur Unfallversicherung. Für 83,49 Euro monatlich kann unter den Voraussetzungen freiwillig Kranken- und Pensionsversicherung abgeschlossen werden.
Bei mehreren geringfügigen Jobs oder einem geringfügigen Nebenjob neben einer vollversicherten Hauptbeschäftigung können dagegen zusätzliche Sozialversicherungsbeiträge entstehen. Auch steuerlich kann die Gesamtsumme mehrerer Einkünfte relevant werden.
Besonders wichtig ist 2026 die neue AMS-Systematik: Die bloße Einhaltung der 551,10-Euro-Grenze reicht nicht mehr aus, um Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe und einen geringfügigen Job problemlos zu kombinieren. Dafür muss grundsätzlich einer der gesetzlichen Ausnahmefälle erfüllt sein.
Die drei wichtigsten Regeln: 551,10 Euro sind eine Monatsgrenze. Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld werden grundsätzlich nicht eingerechnet. Und bei mehreren Jobs, AMS-Bezug oder vorzeitiger Pension gelten zusätzliche Regeln.
Häufige Fragen zur Geringfügigkeitsgrenze
Wie hoch ist die Geringfügigkeitsgrenze 2026 in Österreich?
Sie beträgt 551,10 Euro brutto pro Kalendermonat und wurde gegenüber 2025 nicht erhöht.
Ist man bei genau 551,10 Euro noch geringfügig beschäftigt?
Ja. Ein maßgebliches laufendes Monatsentgelt von genau 551,10 Euro überschreitet die Grenze noch nicht.
Gilt die Geringfügigkeitsgrenze pro Monat oder pro Jahr?
Bei einem normalen Dienstverhältnis gilt grundsätzlich die monatliche Geringfügigkeitsgrenze. Eine zusätzliche allgemeine ASVG-Jahresgrenze gibt es dafür nicht.
Gibt es eine tägliche Geringfügigkeitsgrenze?
Die allgemeine tägliche Geringfügigkeitsgrenze wurde bereits 2017 abgeschafft. Besondere Regeln bestehen allerdings beispielsweise für fallweise Beschäftigte.
Zählt Urlaubsgeld zur Geringfügigkeitsgrenze?
Nein. Korrekt als Sonderzahlung behandeltes Urlaubsgeld wird bei der normalen monatlichen Geringfügigkeitsgrenze grundsätzlich nicht berücksichtigt.
Zählt Weihnachtsgeld zur Geringfügigkeitsgrenze?
Auch Weihnachtsgeld zählt als Sonderzahlung grundsätzlich nicht zum laufenden Entgelt für die monatliche Geringfügigkeitsprüfung.
Ist bei einem geringfügigen Job brutto gleich netto?
Bei einem einzigen isolierten geringfügigen Dienstverhältnis grundsätzlich ja. Bei mehreren Jobs, einem vollversicherten Hauptjob oder weiteren Einkünften können jedoch Sozialversicherungs- beziehungsweise Steuerbelastungen entstehen.
Bin ich bei einem geringfügigen Job krankenversichert?
Allein aufgrund eines einzelnen geringfügigen Jobs grundsätzlich nicht. Es besteht Unfallversicherung. Kranken- und Pensionsversicherung können unter den Voraussetzungen freiwillig abgeschlossen werden.
Wie viel kostet die Selbstversicherung für geringfügig Beschäftigte?
2026 kostet die freiwillige Kranken- und Pensionsversicherung nach § 19a ASVG 83,49 Euro pro Monat.
Bin ich mit der freiwilligen Selbstversicherung auch pensionsversichert?
Ja. Die Selbstversicherung umfasst sowohl Kranken- als auch Pensionsversicherung und begründet entsprechende Versicherungszeiten.
Bin ich bei geringfügiger Beschäftigung arbeitslosenversichert?
Nein. Ein geringfügiger Job begründet grundsätzlich keine Arbeitslosenversicherung. Auch die freiwillige Selbstversicherung umfasst keine Arbeitslosenversicherung.
Was passiert bei zwei geringfügigen Jobs?
Übersteigt die Summe der laufenden Monatsentgelte 551,10 Euro, entsteht grundsätzlich Kranken- und Pensionsversicherungspflicht.
Wie hoch sind die Beiträge bei mehreren geringfügigen Jobs?
Grundsätzlich werden 14,12 Prozent für Kranken- und Pensionsversicherung vorgeschrieben. Bei kammerzugehörigen Arbeitnehmern kann auf laufende Bezüge zusätzlich Arbeiterkammerumlage anfallen.
Was gilt bei einem geringfügigen Nebenjob neben einem Hauptjob?
Auch für den geringfügigen Nebenjob werden grundsätzlich zusätzliche Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge von 14,12 Prozent vorgeschrieben. Gegebenenfalls kommt die AK-Umlage hinzu.
Muss ich einen geringfügigen Nebenjob versteuern?
Der einzelne Job löst aufgrund seines niedrigen laufenden Monatsbezugs normalerweise keine Lohnsteuer aus. Bei mehreren Einkünften kann sich im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung jedoch aufgrund des Gesamteinkommens eine Steuerpflicht beziehungsweise Nachzahlung ergeben.
Wie viele Stunden darf ich geringfügig arbeiten?
Es gibt keine allgemeine Stundenobergrenze. Maßgeblich ist grundsätzlich das monatliche Entgelt von höchstens 551,10 Euro.
Was zahlt der Arbeitgeber bei geringfügiger Beschäftigung?
Grundsätzlich insbesondere 1,10 Prozent Unfallversicherung. Unter den Voraussetzungen kommt die betriebliche Vorsorge von 1,53 Prozent hinzu. Bei mehreren geringfügig Beschäftigten kann zusätzlich die Dienstgeberabgabe anfallen.
Wann fällt die Dienstgeberabgabe an?
Wenn die Summe der allgemeinen monatlichen Beitragsgrundlagen aller geringfügig Beschäftigten eines Arbeitgebers 826,65 Euro übersteigt.
Wie hoch ist die Dienstgeberabgabe 2026?
Sie beträgt 19,40 Prozent. Zusätzlich fällt grundsätzlich der Unfallversicherungsbeitrag von 1,10 Prozent an.
Darf ich 2026 während Arbeitslosengeld geringfügig arbeiten?
Grundsätzlich nur noch in gesetzlich geregelten Ausnahmefällen. Ohne Ausnahme besteht während der betreffenden geringfügigen Beschäftigung grundsätzlich kein Anspruch auf AMS-Geld.
Welche wichtigste AMS-Ausnahme gibt es?
Ein bereits bestehender geringfügiger Nebenjob kann grundsätzlich weitergeführt werden, wenn er sich vor Eintritt der Arbeitslosigkeit mindestens 182 Tage beziehungsweise 26 Wochen lückenlos mit einer vollversicherten Tätigkeit überschnitten hat.
Darf ich in der normalen Alterspension mehr als 551,10 Euro verdienen?
Ja. Neben einer regulären Alterspension darf grundsätzlich unbegrenzt dazuverdient werden. Steuer- und Sozialversicherungsfolgen sind davon getrennt zu beurteilen.
Was gilt bei einer vorzeitigen Pension?
Dort ist die Geringfügigkeitsgrenze wesentlich wichtiger. 2026 beträgt sie 551,10 Euro monatlich. Für kleine Überschreitungen besteht zusätzlich eine Jahrestoleranz von insgesamt 220,44 Euro.
Gilt die 551,10-Euro-Grenze für Selbstständige?
Nicht als allgemeine Monatsgrenze. Bei Neuen Selbstständigen gilt 2026 eine jährliche SVS-Versicherungsgrenze von 6.613,20 Euro an maßgeblichen Einkünften.
Wie hoch ist die Versicherungsgrenze für Neue Selbstständige?
2026 beträgt sie 6.613,20 Euro pro Kalenderjahr.
Muss ein geringfügig Beschäftigter bei der ÖGK angemeldet werden?
Ja. Auch geringfügig Beschäftigte müssen grundsätzlich vor Arbeitsantritt korrekt bei der ÖGK angemeldet werden.
Habe ich als geringfügig Beschäftigter Anspruch auf Urlaub?
Ja. Bei einem normalen Arbeitsverhältnis gelten grundsätzlich dieselben arbeitsrechtlichen Urlaubsregeln wie für andere Arbeitnehmer.
Bekomme ich bei geringfügiger Beschäftigung Urlaubs- und Weihnachtsgeld?
Wenn sich der Anspruch beispielsweise aus dem anwendbaren Kollektivvertrag oder Arbeitsvertrag ergibt, ja. Geringfügigkeit allein beseitigt den Anspruch nicht.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- oesterreich.gv.at: Geringfügigkeitsgrenze
- oesterreich.gv.at: Geringfügige Beschäftigung
- Österreichische Gesundheitskasse: Dienstgeberabgabe
- Österreichische Gesundheitskasse: Selbstversicherung bei geringfügiger Beschäftigung
- Arbeitsmarktservice Österreich: Arbeitslos und geringfügig beschäftigt
- Arbeitsmarktservice Österreich: Geringfügige Beschäftigung von Arbeitslosen seit 2026
- SVS: Versicherungsgrenze für Neue Selbstständige
- Pensionsversicherung: Arbeiten in der Pension
- Pensionsversicherung: Wegfall vorzeitiger Pensionen und Geringfügigkeitsgrenze
- Arbeiterkammer: Geringfügige Beschäftigung und arbeitsrechtliche Ansprüche
- Rechtsinformationssystem des Bundes: Allgemeines Sozialversicherungsgesetz
Stand der fachlichen Prüfung: 7. Oktober 2026.
Hinweis: Die konkrete Beitrags- und Steuerbelastung kann insbesondere bei mehreren Beschäftigungen, einem Hauptjob, AMS-Bezug, Pension, Karenz oder selbstständiger Tätigkeit vom Standardfall abweichen. Maßgeblich sind die tatsächlichen Einkünfte und Versicherungsverhältnisse.