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Steuern

Freibetrag in Österreich: Steuerfreigrenze, Absetzbeträge & Beispiele

David Reisner
aktualisiert: 7. Oktober 2026 16:20

Wer in Österreich Einkommen erzielt, muss nicht automatisch ab dem ersten Euro Einkommensteuer bezahlen. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Freibeträge, Werbungskosten, Sonderausgaben und Steuerabsetzbeträge, die die tatsächliche Steuerbelastung reduzieren können.

Wichtig ist die Unterscheidung: Ein Freibetrag reduziert grundsätzlich die steuerliche Bemessungsgrundlage. Ein Absetzbetrag wird dagegen direkt von der errechneten Einkommensteuer abgezogen. Daneben gibt es Pauschalen und ein steuerfreies Basiseinkommen.

Kurzantwort: 2026 beträgt die tarifliche Steuerfreigrenze in Österreich 13.539 Euro Einkommen. Für Arbeitnehmer ergibt sich aufgrund zusätzlicher Steuerabsetzbeträge ein steuerfreies Basiseinkommen von mindestens 19.962,03 Euro. Für Selbstständige nennt das Bundesministerium für Finanzen 13.539 Euro.

Begriff Wirkung Beispiel
Steuerfreies Basiseinkommen Bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe fällt rechnerisch keine Einkommensteuer an 2026 mindestens 19.962,03 Euro bei Arbeitnehmern
Freibetrag / abzugsfähige Ausgabe Reduziert die steuerliche Bemessungsgrundlage Werbungskosten
Pauschbetrag Fixer Betrag wird ohne Einzelnachweis berücksichtigt Werbungskostenpauschale 132 Euro
Absetzbetrag Reduziert die errechnete Steuer direkt Verkehrsabsetzbetrag
Steuerbefreiung Bestimmte Einkünfte oder Bezüge werden nicht oder nur teilweise besteuert bestimmte steuerfreie Arbeitgeberleistungen

Wie hoch ist die Steuerfreigrenze in Österreich?

Beim österreichischen Einkommensteuertarif gilt 2026 für die ersten 13.539 Euro Einkommen ein Steuersatz von 0 Prozent.

Erst Einkommensteile oberhalb dieser Grenze fallen grundsätzlich in die nächste Tarifstufe.

Einkommensteil 2026 Grenzsteuersatz
bis 13.539 Euro 0 %
über 13.539 bis 21.992 Euro 20 %
über 21.992 bis 36.458 Euro 30 %
über 36.458 bis 70.365 Euro 40 %
über 70.365 bis 104.859 Euro 48 %
über 104.859 bis 1.000.000 Euro 50 %
über 1.000.000 Euro 55 %

Wichtig: Der jeweilige Steuersatz wird nicht auf das gesamte Einkommen angewendet. Österreich verwendet einen progressiven Einkommensteuertarif. Nur jener Einkommensteil, der innerhalb einer Tarifstufe liegt, wird mit dem entsprechenden Grenzsteuersatz besteuert.

Warum können Arbeitnehmer mehr als 13.539 Euro steuerfrei verdienen?

Die tarifliche 0-%-Grenze von 13.539 Euro darf nicht mit dem tatsächlich möglichen steuerfreien Jahreseinkommen eines Arbeitnehmers verwechselt werden.

Arbeitnehmer erhalten zusätzliche Steuerabsetzbeträge. Dadurch kann das tatsächlich steuerfreie Basiseinkommen wesentlich höher liegen.

Personengruppe Steuerfreies Basiseinkommen 2026
Arbeitnehmer mindestens 19.962,03 Euro
Selbstständige 13.539 Euro

Bei Arbeitnehmern ergibt sich die höhere Grenze insbesondere durch Steuerabsetzbeträge wie den Verkehrsabsetzbetrag und den Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag.

Keine einfache Bruttolohn-Grenze: Die genannten Beträge beziehen sich auf steuerliche Einkommensgrößen. Das Bruttogehalt auf dem Dienstzettel ist nicht automatisch mit dem steuerpflichtigen Jahreseinkommen gleichzusetzen.

Was ist ein Freibetrag?

Ein Freibetrag beziehungsweise eine steuerlich abzugsfähige Ausgabe reduziert grundsätzlich die Bemessungsgrundlage, auf deren Basis die Einkommensteuer berechnet wird.

Das bedeutet:

Einkommen vor Abzug − steuerlich abzugsfähiger Betrag = niedrigere steuerliche Bemessungsgrundlage

Dadurch hängt die tatsächliche Steuerersparnis von der persönlichen steuerlichen Situation und insbesondere vom Grenzsteuersatz ab.

Beispiel bei 30 Prozent Grenzsteuersatz

Eine Arbeitnehmerin kann zusätzlich 1.000 Euro an abzugsfähigen Werbungskosten geltend machen.

Liegt der betreffende Einkommensteil im Bereich eines Grenzsteuersatzes von 30 Prozent, ergibt sich vereinfacht eine Steuerwirkung von ungefähr:

1.000 Euro × 30 % = rund 300 Euro Steuerersparnis

Die 1.000 Euro werden also nicht vom Finanzamt ausbezahlt. Sie reduzieren die steuerliche Bemessungsgrundlage.

Was ist der Unterschied zwischen Freibetrag und Absetzbetrag?

Diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt.

Freibetrag / abzugsfähige Ausgabe Absetzbetrag
Wirkung reduziert die Bemessungsgrundlage reduziert direkt die errechnete Steuer
Steuerwirkung abhängig vom Grenzsteuersatz grundsätzlich in Höhe des Absetzbetrags
Beispiele Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen Verkehrsabsetzbetrag, Familienbonus Plus, Alleinverdienerabsetzbetrag

Beispiel für einen Absetzbetrag

Beträgt die errechnete Einkommensteuer 2.000 Euro und steht ein Steuerabsetzbetrag von 500 Euro zu, reduziert sich die Steuer grundsätzlich direkt auf:

2.000 Euro − 500 Euro = 1.500 Euro

Bei einzelnen Absetzbeträgen gelten allerdings zusätzliche Voraussetzungen beziehungsweise Erstattungsregeln.

Welche Freibeträge und Abzüge können Arbeitnehmer nutzen?

Die wichtigsten Möglichkeiten lassen sich in vier große Bereiche aufteilen:

  • Werbungskosten,
  • Sonderausgaben,
  • außergewöhnliche Belastungen und
  • Steuerabsetzbeträge.

Viele dieser Aufwendungen können über die Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt werden.

Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten sind Aufwendungen, die unmittelbar mit einer nichtselbstständigen beruflichen Tätigkeit zusammenhängen.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Arbeitsmittel,
  • beruflich genutzter Computer,
  • beruflicher Anteil von Internet- und Telefonkosten,
  • Fachliteratur,
  • Aus- und Fortbildungskosten,
  • Umschulungskosten,
  • Reisekosten,
  • doppelte Haushaltsführung,
  • Familienheimfahrten,
  • bestimmte Arbeitskleidung und
  • bestimmte Fahrtkosten.

Ausführliche Beispiele enthält unser Ratgeber Welche Werbungskosten kann ich beim Lohnsteuerausgleich absetzen?.

Wie hoch ist das Werbungskostenpauschale?

Aktiven Arbeitnehmern steht automatisch ein Werbungskostenpauschale von 132 Euro pro Jahr zu.

Dieses wird bereits bei der laufenden Lohnverrechnung berücksichtigt. Dafür müssen keine tatsächlichen Ausgaben nachgewiesen werden.

Praktische Folge: Viele gewöhnliche Werbungskosten wirken sich zusätzlich erst dann auf die Steuer aus, wenn sie insgesamt mehr als 132 Euro im Jahr betragen.

Mehr dazu erklärt auch unser Beitrag zu den Werbungskosten und dem Werbungskostenpauschale.

Kann ein beruflich genutzter Laptop abgesetzt werden?

Grundsätzlich ja. Bei einem privat angeschafften Computer, Laptop oder anderem Arbeitsmittel kann der nachweisbare berufliche Anteil als Werbungskosten berücksichtigt werden.

Entscheidend ist die tatsächliche berufliche Nutzung.

Es gibt keine allgemeine Regel, wonach ein Laptop automatisch zu beispielsweise 60 Prozent beruflich gilt. Der berufliche Anteil muss anhand der tatsächlichen Verhältnisse nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht werden.

Bei höherwertigen Arbeitsmitteln kann zusätzlich eine Verteilung der Anschaffungskosten über die Nutzungsdauer erforderlich sein.

Kann normale Berufskleidung abgesetzt werden?

Nicht jede Kleidung, die bei der Arbeit getragen wird, ist steuerlich abzugsfähig.

Ein normaler Anzug, ein Kostüm oder gewöhnliche Schuhe bleiben grundsätzlich private Kleidung, auch wenn sie ausschließlich im Beruf getragen werden.

Abzugsfähig kann dagegen typische Berufskleidung sein, beispielsweise:

  • Schutzkleidung,
  • Uniformen,
  • Arbeitsmäntel oder
  • andere Kleidung, die praktisch ausschließlich beruflich verwendbar ist.

Der im alten Beitrag verwendete Bankmitarbeiter-Anzug ist daher kein gutes Beispiel für abzugsfähige Berufskleidung.

Welche Steuerbegünstigung gibt es bei Telearbeit?

Seit 2025 spricht das Steuerrecht nicht mehr vom Homeoffice-Pauschale, sondern vom Telearbeitspauschale.

Arbeitgeber können bis zu:

3 Euro pro Telearbeitstag für maximal 100 Tage = bis zu 300 Euro pro Jahr

steuerfrei ersetzen.

Zahlt der Arbeitgeber weniger als den maximal möglichen Betrag, können Arbeitnehmer unter den Voraussetzungen entsprechende Differenzwerbungskosten in der Arbeitnehmerveranlagung geltend machen.

Kann ich Fahrtkosten für den Arbeitsweg absetzen?

Normale Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte werden grundsätzlich bereits durch den Verkehrsabsetzbetrag berücksichtigt.

Bei längeren Arbeitswegen oder unzumutbarer Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel kann zusätzlich das Pendlerpauschale zustehen.

Die aktuellen Voraussetzungen erklärt unser Ratgeber Fahrtkosten für den Arbeitsweg und Pendlerpauschale.

Wie hoch ist der Pendlereuro 2026?

Besteht Anspruch auf ein Pendlerpauschale, steht zusätzlich der Pendlereuro zu.

Seit 2026 beträgt dieser:

6 Euro pro Kilometer der einfachen Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte pro Jahr

Beispiel

Bei einer einfachen Pendelstrecke von 30 Kilometern ergibt sich bei vollem Anspruch:

30 km × 6 Euro = 180 Euro Pendlereuro pro Jahr

Der Pendlereuro ist ein Absetzbetrag und vermindert damit grundsätzlich direkt die errechnete Steuer.

Was sind Sonderausgaben?

Sonderausgaben sind bestimmte private Ausgaben, die das Einkommensteuergesetz ausdrücklich steuerlich begünstigt.

Aktuell relevant sind insbesondere:

  • bestimmte freiwillige Weiterversicherungen in der gesetzlichen Pensionsversicherung,
  • Nachkauf bestimmter Versicherungszeiten,
  • Kirchenbeiträge,
  • Spenden an begünstigte Organisationen,
  • bestimmte Renten und dauernde Lasten,
  • unter bestimmten Voraussetzungen Steuerberatungskosten sowie
  • das Öko-Sonderausgabenpauschale.

Eine ausführliche Übersicht bietet unser Beitrag zu den Sonderausgaben in Österreich.

Wie viel Kirchenbeitrag kann ich absetzen?

Beiträge an gesetzlich anerkannte Kirchen und Religionsgesellschaften sind bis zu 600 Euro pro Jahr als Sonderausgaben abzugsfähig.

Inländische Kirchen und Religionsgesellschaften melden die entsprechenden Beträge grundsätzlich automatisch an die Finanzverwaltung.

Die frühere Grenze von 400 Euro gilt nicht mehr. Seit der Veranlagung 2024 können bis zu 600 Euro berücksichtigt werden.

Wie viel kann ich bei Spenden absetzen?

Spenden an steuerlich begünstigte Empfänger können als Sonderausgaben berücksichtigt werden.

Abzugsfähig sind sie grundsätzlich bis zu:

10 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte des jeweiligen Jahres

Die empfangende Organisation übermittelt begünstigte private Spenden grundsätzlich elektronisch an die Finanzverwaltung, wenn die dafür notwendigen persönlichen Daten korrekt bekannt gegeben wurden.

Kann ich Steuerberatungskosten absetzen?

Steuerberatungskosten können steuerlich berücksichtigt werden.

Bei Unternehmern sind sie regelmäßig Betriebsausgaben. Besteht ein unmittelbarer Zusammenhang mit einer nichtselbstständigen Tätigkeit, können sie gegebenenfalls Werbungskosten darstellen.

Soweit sie nicht bereits als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abzugsfähig sind, können sie unter den gesetzlichen Voraussetzungen als Sonderausgaben berücksichtigt werden.

Kann man Wohnraumschaffung und private Pensionsversicherung noch absetzen?

Die alten allgemeinen Topfsonderausgaben gibt es für aktuelle Veranlagungsjahre nicht mehr.

Früher konnten unter Übergangsbedingungen beispielsweise bestimmte:

  • private Personenversicherungen,
  • Wohnraumschaffungsmaßnahmen,
  • Wohnraumsanierungen und
  • Kreditrückzahlungen für begünstigten Wohnraum

steuerlich berücksichtigt werden.

Diese Übergangsregelungen liefen jedoch mit der Veranlagung 2020 aus.

Für aktuelle Steuerjahre ist daher die pauschale Aussage „Hausbau, Wohnungskauf oder private Pensionsversicherung als Freibetrag absetzen“ falsch.

Welche steuerliche Förderung gibt es heute für Sanierungen?

Für bestimmte energetische Maßnahmen gibt es stattdessen das Öko-Sonderausgabenpauschale.

Begünstigt werden unter den gesetzlichen Voraussetzungen:

  • thermisch-energetische Gebäudesanierungen und
  • der Austausch eines fossilen Heizungssystems durch ein klimafreundliches System.
Maßnahme Sonderausgabenpauschale
Thermisch-energetische Sanierung 800 Euro pro Jahr für fünf Jahre
Heizkesseltausch 400 Euro pro Jahr für fünf Jahre

Voraussetzung ist unter anderem eine entsprechende Bundesförderung sowie das Erreichen der gesetzlich vorgesehenen Mindestaufwendungen nach Abzug öffentlicher Förderungen.

Was sind außergewöhnliche Belastungen?

Außergewöhnliche Belastungen sind private Aufwendungen, die steuerlich berücksichtigt werden können, wenn sie:

  • außergewöhnlich sind,
  • zwangsläufig entstehen und
  • die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen.

Typische Bereiche können beispielsweise sein:

  • bestimmte Krankheitskosten,
  • Pflegekosten,
  • Aufwendungen aufgrund einer Behinderung,
  • Kosten bei bestimmten Katastrophenschäden oder
  • unter Voraussetzungen Kosten einer auswärtigen Berufsausbildung eines Kindes.

Bei vielen außergewöhnlichen Belastungen ist ein einkommensabhängiger Selbstbehalt zu berücksichtigen. Für bestimmte Fälle – insbesondere im Zusammenhang mit Behinderungen – gelten dagegen Regelungen ohne Selbstbehalt.

Welche Steuerabsetzbeträge gibt es für Arbeitnehmer?

Absetzbeträge reduzieren nicht das steuerpflichtige Einkommen, sondern grundsätzlich direkt die errechnete Einkommensteuer.

Verkehrsabsetzbetrag 2026

Arbeitnehmern steht 2026 grundsätzlich ein Verkehrsabsetzbetrag von:

496 Euro pro Jahr

zu.

Er wird bei Arbeitnehmern grundsätzlich automatisch im Rahmen der Lohnverrechnung berücksichtigt.

Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag

Für Arbeitnehmer mit niedrigeren Einkommen kann im Rahmen der Veranlagung zusätzlich ein Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag entstehen.

2026 beträgt dieser maximal:

804 Euro

Der volle Zuschlag kommt bei entsprechend niedrigem Einkommen zur Anwendung und wird anschließend bis zur gesetzlichen Einkommensgrenze eingeschliffen.

Welche Familien-Absetzbeträge gelten 2026?

Für Familien bestehen mehrere voneinander getrennte Steuerbegünstigungen.

Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag

Kinder Betrag 2026
1 Kind 612 Euro
2 Kinder 828 Euro
3 Kinder 1.101 Euro
jedes weitere Kind + 273 Euro

Beim Alleinverdienerabsetzbetrag dürfen die maßgeblichen Einkünfte des Partners 2026 grundsätzlich höchstens 7.411 Euro betragen.

Die Voraussetzungen erklärt unser aktualisierter Ratgeber zum Alleinverdienerabsetzbetrag in Österreich.

Wie hoch ist der Kinderabsetzbetrag?

Der Kinderabsetzbetrag beträgt 2026:

70,90 Euro pro Kind und Monat

Er wird gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausgezahlt und muss nicht gesondert über die Arbeitnehmerveranlagung beantragt werden.

Mehr dazu gibt es im Beitrag zum Kinderabsetzbetrag.

Gibt es den Kinderfreibetrag noch?

Nein. Der frühere Kinderfreibetrag kann seit dem Veranlagungsjahr 2019 nicht mehr geltend gemacht werden.

Er wurde gemeinsam mit der früheren allgemeinen steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten durch den Familienbonus Plus ersetzt.

Alle alten Tabellen mit 440 beziehungsweise 300 Euro Kinderfreibetrag sind daher für aktuelle Steuerjahre nicht mehr gültig.

Wie hoch ist der Familienbonus Plus?

Der Familienbonus Plus reduziert die Einkommensteuer direkt.

Kind Familienbonus Plus 2026
bis zum 18. Geburtstag 166,68 Euro monatlich bzw. 2.000,16 Euro jährlich
nach dem 18. Geburtstag bei weiterem Familienbeihilfenanspruch 58,34 Euro monatlich bzw. 700,08 Euro jährlich

Der Familienbonus Plus kann die Einkommensteuer höchstens auf null reduzieren.

Die Aufteilung zwischen Eltern und weitere Voraussetzungen erklärt unser Ratgeber zum Familienbonus Plus.

Wie hoch ist der Unterhaltsabsetzbetrag?

Wer für ein nicht im eigenen Haushalt lebendes Kind gesetzlichen Unterhalt leistet und die Voraussetzungen erfüllt, kann den Unterhaltsabsetzbetrag geltend machen.

Kind Unterhaltsabsetzbetrag 2026 pro Monat
erstes Kind 38 Euro
zweites Kind 56 Euro
drittes und jedes weitere Kind 75 Euro

Weitere Voraussetzungen erläutert unser Ratgeber Alimente und Unterhaltszahlungen steuerlich berücksichtigen.

Was ist ein Freibetragsbescheid?

Der Begriff „Freibetrag“ hat in Österreich noch eine weitere praktische Bedeutung: den Freibetragsbescheid.

Damit können bestimmte regelmäßig erwartete:

  • Werbungskosten,
  • Sonderausgaben und
  • außergewöhnliche Belastungen

bereits bei der laufenden Lohnverrechnung durch den Arbeitgeber berücksichtigt werden.

Dadurch wird unterjährig weniger Lohnsteuer einbehalten, anstatt den steuerlichen Vorteil erst nach Ablauf des Jahres über die Arbeitnehmerveranlagung zurückzuerhalten.

Der Freibetragsbescheid wird nur auf Antrag erstellt. Er ist daher nicht mit dem automatisch steuerfreien Basiseinkommen zu verwechseln.

Für welches Jahr gilt ein Freibetragsbescheid?

Ein Freibetragsbescheid wird grundsätzlich für das dem Veranlagungsjahr zweitfolgende Kalenderjahr erstellt.

Beispiel

Im Einkommensteuerbescheid beziehungsweise bei der Arbeitnehmerveranlagung für 2025 können die Daten als Basis für einen Freibetragsbescheid für 2027 dienen.

Der Arbeitgeber kann den darin ausgewiesenen Freibetrag dann bei der laufenden Lohnverrechnung des betreffenden Jahres berücksichtigen.

Ist ein Freibetragsbescheid immer sinnvoll?

Nein. Er ist vor allem dann sinnvoll, wenn auch im betreffenden zukünftigen Jahr ähnliche abzugsfähige Aufwendungen erwartet werden.

Fallen die tatsächlichen Ausgaben später deutlich niedriger aus als im Freibetragsbescheid angenommen, kann es bei der Arbeitnehmerveranlagung zu einer Nachzahlung kommen.

Wer unsicher ist, ob hohe Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen wieder anfallen, sollte den Freibetragsbescheid nicht automatisch beim Arbeitgeber verwenden.

Führt ein verwendeter Freibetragsbescheid zur Pflichtveranlagung?

Wurde ein Freibetragsbescheid bei der laufenden Lohnverrechnung berücksichtigt, gehört dies zu den Fällen, in denen eine Arbeitnehmerveranlagung erforderlich sein kann.

Dadurch werden die tatsächlich entstandenen Aufwendungen mit dem bereits während des Jahres berücksichtigten Freibetrag abgeglichen.

Wie mache ich Freibeträge beim Finanzamt geltend?

Arbeitnehmer können nicht bereits automatisch berücksichtigte Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen grundsätzlich über die Arbeitnehmerveranlagung geltend machen.

Die elektronische Abgabe erfolgt über FinanzOnline.

Dabei müssen Belege grundsätzlich nicht automatisch mitgeschickt werden.

Belege aufbewahren: Das BMF empfiehlt, Belege über Werbungskosten und andere relevante Aufwendungen grundsätzlich sieben Jahre aufzubewahren, da das Finanzamt sie später anfordern kann.

Kann ich Freibeträge rückwirkend geltend machen?

Eine freiwillige Arbeitnehmerveranlagung kann grundsätzlich innerhalb von fünf Jahren nach Ablauf des betreffenden Kalenderjahres beantragt werden.

Damit können auch noch nicht geltend gemachte Werbungskosten, bestimmte Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen rückwirkend berücksichtigt werden.

Beispiel

Für das Steuerjahr 2021 kann eine freiwillige Arbeitnehmerveranlagung grundsätzlich noch bis zum 31. Dezember 2026 eingereicht werden.

Welche Ausgaben werden automatisch berücksichtigt?

Nicht jede Steuerbegünstigung muss selbst in FinanzOnline eingetragen werden.

Automatisch beziehungsweise über elektronische Meldungen können beispielsweise berücksichtigt werden:

  • Verkehrsabsetzbetrag,
  • Werbungskostenpauschale,
  • bestimmte Sozialversicherungsbeiträge,
  • inländische Kirchenbeiträge,
  • begünstigte Spenden und
  • bestimmte Beiträge zur freiwilligen Weiterversicherung beziehungsweise zum Nachkauf von Versicherungszeiten.

Trotzdem sollten die im Steuerakt gespeicherten Daten kontrolliert werden.

Freibetrag oder Absetzbetrag: Was spart mehr Steuer?

Ein direkter Vergleich ist nur mit der persönlichen Steuerberechnung möglich.

Ein Absetzbetrag von 500 Euro reduziert eine ausreichend hohe Einkommensteuer grundsätzlich direkt um 500 Euro.

Ein Freibetrag von 500 Euro reduziert dagegen zunächst lediglich die Bemessungsgrundlage.

Beispiel Vereinfachte Wirkung
500 Euro Absetzbetrag bis zu 500 Euro weniger Steuer
500 Euro Freibetrag bei 20 % Grenzsteuersatz rund 100 Euro weniger Steuer
500 Euro Freibetrag bei 30 % Grenzsteuersatz rund 150 Euro weniger Steuer
500 Euro Freibetrag bei 40 % Grenzsteuersatz rund 200 Euro weniger Steuer

Deshalb sollte bei Steuerinformationen immer geprüft werden, ob tatsächlich von einem Freibetrag, einer Freigrenze, einem Pauschbetrag oder einem Absetzbetrag die Rede ist.

Die häufigsten Fehler bei Freibeträgen

  • 13.539 Euro mit einer allgemeinen Arbeitnehmer-Bruttogrenze verwechseln: Bei Arbeitnehmern führen Absetzbeträge zu einem höheren steuerfreien Basiseinkommen.
  • Freibetrag und Absetzbetrag gleichsetzen: Sie reduzieren die Steuer auf unterschiedliche Weise.
  • Mit alten 2022er Werten rechnen: Viele Absetzbeträge und Tarifgrenzen wurden inzwischen mehrfach valorisiert.
  • Den Kinderfreibetrag weiterhin beantragen: Er wurde mit 2019 durch den Familienbonus Plus ersetzt.
  • Private Wohnraumschaffung pauschal als Sonderausgabe angeben: Die früheren Topfsonderausgaben sind für aktuelle Veranlagungsjahre ausgelaufen.
  • Normale Berufskleidung absetzen: Alltagstaugliche Kleidung bleibt grundsätzlich privat.
  • Werbungskostenpauschale doppelt rechnen: Die 132 Euro werden bereits automatisch berücksichtigt.
  • Spenden ungeprüft ansetzen: Nur Spenden an begünstigte Empfänger sind steuerlich abzugsfähig.
  • Freibetragsbescheid trotz einmaliger hoher Kosten verwenden: Das kann später zu einer Nachzahlung führen.
  • Belege sofort entsorgen: Relevante Unterlagen sollten grundsätzlich sieben Jahre aufbewahrt werden.

Checkliste: Welche Steuerentlastungen sollte ich prüfen?

  • Werbungskosten: Gab es berufliche Ausgaben über dem Pauschbetrag von 132 Euro?
  • Arbeitsmittel: Computer, Telefon, Fachliteratur oder andere berufliche Anschaffungen?
  • Fortbildung: Beruflich relevante Aus- oder Weiterbildung bezahlt?
  • Telearbeit: Wurde das maximale Telearbeitspauschale ausgeschöpft?
  • Pendeln: Besteht Anspruch auf Pendlerpauschale und Pendlereuro?
  • Kirchenbeitrag: Wurde der Betrag korrekt elektronisch übermittelt?
  • Spenden: Wurden begünstigte Spenden gemeldet?
  • Öko-Sonderausgaben: Wurde eine geförderte Sanierung oder ein Heizsystemtausch durchgeführt?
  • Außergewöhnliche Belastungen: Gab es Krankheits-, Pflege- oder andere zwangsläufige außergewöhnliche Kosten?
  • Kinder: Familienbonus Plus, AVAB/AEAB oder Unterhaltsabsetzbetrag prüfen.
  • Freibetragsbescheid: Sind auch künftig regelmäßig hohe abzugsfähige Aufwendungen zu erwarten?
  • Arbeitnehmerveranlagung: Wurden noch nicht berücksichtigte Steuerbegünstigungen beantragt?

Fazit: „Der Freibetrag“ existiert in Österreich nicht als einzelner Betrag

In Österreich gibt es nicht einen einzigen allgemeinen Freibetrag, der für jede Person gleich funktioniert. Stattdessen greifen der progressive Einkommensteuertarif, Steuerabsetzbeträge, Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und verschiedene Pauschalen ineinander.

2026 beträgt die tarifliche 0-%-Grenze 13.539 Euro. Durch zusätzliche Absetzbeträge liegt das steuerfreie Basiseinkommen für Arbeitnehmer laut Bundesministerium für Finanzen jedoch bei mindestens 19.962,03 Euro. Für Selbstständige beträgt es grundsätzlich 13.539 Euro.

Darüber hinaus können insbesondere Werbungskosten, Pendlerpauschale, Telearbeit, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen das steuerpflichtige Einkommen reduzieren. Familien profitieren zusätzlich von direkten Steuerabsetzbeträgen wie Familienbonus Plus, Alleinverdiener- beziehungsweise Alleinerzieherabsetzbetrag und Unterhaltsabsetzbetrag.

Die drei wichtigsten Punkte: Steuerfreigrenze und Freibetrag nicht verwechseln. Absetzbeträge wirken direkt auf die Steuer. Und bei alten Steuerartikeln immer prüfen, ob Kinderfreibetrag, Topfsonderausgaben oder frühere Jahresbeträge inzwischen überholt sind.

Häufige Fragen zu Freibeträgen in Österreich

Wie hoch ist der Steuerfreibetrag in Österreich 2026?

Die tarifliche 0-%-Grenze beträgt 2026 13.539 Euro Einkommen. Aufgrund zusätzlicher Absetzbeträge liegt das steuerfreie Basiseinkommen für Arbeitnehmer laut BMF jedoch bei mindestens 19.962,03 Euro.

Wie viel darf ein Arbeitnehmer 2026 steuerfrei verdienen?

Das BMF nennt für Arbeitnehmer 2026 ein steuerfreies Basiseinkommen von mindestens 19.962,03 Euro, wobei insbesondere Steuerabsetzbeträge berücksichtigt werden. Das ist nicht mit einem einfachen Bruttojahreslohn gleichzusetzen.

Wie hoch ist die Steuerfreigrenze für Selbstständige?

Für Selbstständige beträgt das steuerfreie Basiseinkommen 2026 grundsätzlich 13.539 Euro.

Was ist der Unterschied zwischen Freibetrag und Absetzbetrag?

Ein Freibetrag beziehungsweise eine abzugsfähige Ausgabe reduziert grundsätzlich die steuerliche Bemessungsgrundlage. Ein Absetzbetrag reduziert dagegen direkt die errechnete Einkommensteuer.

Wie hoch ist das Werbungskostenpauschale?

Aktiven Arbeitnehmern steht automatisch ein Werbungskostenpauschale von 132 Euro pro Jahr zu.

Muss ich das Werbungskostenpauschale beantragen?

Nein. Die 132 Euro werden bereits automatisch bei der Lohnsteuer berücksichtigt.

Welche Werbungskosten kann ich zusätzlich absetzen?

Je nach Beruf und tatsächlichen Aufwendungen können beispielsweise Arbeitsmittel, Computer, berufliche Telefon- und Internetkosten, Fachliteratur, Aus- und Fortbildungen oder Reisekosten berücksichtigt werden.

Wie hoch ist der Kirchenbeitrag, den ich absetzen kann?

Beiträge an gesetzlich anerkannte Kirchen und Religionsgesellschaften können bis zu 600 Euro jährlich als Sonderausgaben berücksichtigt werden.

Wie viel meiner Spenden kann ich steuerlich absetzen?

Spenden an begünstigte Empfänger sind grundsätzlich bis zu zehn Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte des jeweiligen Jahres abzugsfähig.

Kann ich Wohnraumschaffung noch steuerlich absetzen?

Die früheren Topfsonderausgaben für Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung sind für aktuelle Veranlagungsjahre ausgelaufen. Für bestimmte geförderte energetische Sanierungen gibt es heute stattdessen das Öko-Sonderausgabenpauschale.

Kann ich eine private Pensionsversicherung als Freibetrag absetzen?

Die früheren allgemeinen Topfsonderausgaben für entsprechende private Versicherungen sind für aktuelle Veranlagungsjahre grundsätzlich ausgelaufen. Bestimmte andere Vorsorge- und Sozialversicherungsbeiträge können weiterhin nach eigenen Regeln abzugsfähig sein.

Gibt es den Kinderfreibetrag noch?

Nein. Der Kinderfreibetrag konnte letztmalig für 2018 geltend gemacht werden. Seit 2019 wurde er durch den Familienbonus Plus ersetzt.

Wie hoch ist der Familienbonus Plus 2026?

Bis zum 18. Geburtstag beträgt er 166,68 Euro monatlich beziehungsweise 2.000,16 Euro pro Jahr. Danach sind bei weiterem Familienbeihilfenanspruch 58,34 Euro monatlich beziehungsweise 700,08 Euro jährlich möglich.

Wie hoch ist der Kinderabsetzbetrag 2026?

Der Kinderabsetzbetrag beträgt 70,90 Euro pro Kind und Monat und wird gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausbezahlt.

Wie hoch ist der Alleinverdienerabsetzbetrag 2026?

Er beträgt 612 Euro bei einem Kind, 828 Euro bei zwei Kindern und 1.101 Euro bei drei Kindern. Für jedes weitere Kind erhöht er sich um 273 Euro.

Wie hoch ist der Unterhaltsabsetzbetrag 2026?

Er beträgt monatlich 38 Euro für das erste Kind, 56 Euro für das zweite Kind und jeweils 75 Euro für das dritte und jedes weitere Kind.

Wie hoch ist der Pendlereuro 2026?

Bei bestehendem Anspruch auf Pendlerpauschale beträgt der Pendlereuro 2026 sechs Euro pro Kilometer der einfachen Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte pro Jahr.

Was ist ein Freibetragsbescheid?

Ein Freibetragsbescheid ermöglicht, bestimmte erwartete Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen bereits während des Jahres bei der Lohnverrechnung zu berücksichtigen.

Kann ein Freibetragsbescheid zu einer Nachzahlung führen?

Ja. Sind die tatsächlichen abzugsfähigen Aufwendungen später niedriger als jene, die bereits durch den Arbeitgeber berücksichtigt wurden, kann sich bei der Arbeitnehmerveranlagung eine Nachzahlung ergeben.

Wie lange kann ich Freibeträge rückwirkend geltend machen?

Im Rahmen einer freiwilligen Arbeitnehmerveranlagung können entsprechende Aufwendungen grundsätzlich bis zu fünf Jahre rückwirkend geltend gemacht werden.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Stand der fachlichen Prüfung: 7. Oktober 2026.

Hinweis: Die konkrete Steuerwirkung eines Freibetrags hängt von Einkommen, Einkunftsart, Familienverhältnissen und weiteren Steuerbegünstigungen ab. Die genannten Beispiele dienen der Veranschaulichung und ersetzen keine individuelle Steuerberechnung.

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