Wie viel darf man 2026 in Österreich dazuverdienen, ohne Arbeitslosengeld, Pension oder Kinderbetreuungsgeld zu verlieren? Eine einheitliche Zuverdienstgrenze gibt es nicht. Beim AMS ist eine geringfügige Beschäftigung seit 1. Jänner 2026 nur noch in fünf gesetzlich geregelten Ausnahmefällen mit dem Leistungsbezug vereinbar. Bei einer regulären Alterspension ist ein unbegrenzter Zuverdienst möglich. Beim Kinderbetreuungsgeld gelten dagegen besondere jährliche Einkommensgrenzen.
Die Geringfügigkeitsgrenze beträgt 2026 weiterhin 551,10 Euro brutto pro Kalendermonat. Dieser Betrag ist jedoch keine allgemeine Erlaubnis, neben jeder staatlichen Leistung bis zu 551,10 Euro dazuzuverdienen. Welche Regel gilt, hängt von der jeweiligen Leistung, der Art der Beschäftigung und teilweise auch von früheren Versicherungszeiten ab.
Die wichtigsten Zuverdienstgrenzen 2026: Beim Arbeitslosengeld und bei der Notstandshilfe gelten seit Jahresbeginn nur noch bestimmte Ausnahmen für geringfügige Tätigkeiten. Bei vorzeitigen Alterspensionen ist grundsätzlich die monatliche Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro relevant. Beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld beträgt die Zuverdienstgrenze 8.600 Euro im Kalenderjahr, beim pauschalen Kinderbetreuungsgeld-Konto mindestens 18.000 Euro. Zur regulären Alterspension darf grundsätzlich unbegrenzt dazuverdient werden.
Zuverdienstgrenzen 2026: Welche Regel gilt für mich?
Die folgende Tabelle zeigt die wesentlichen Unterschiede für typische Situationen in Österreich.
| Lebenssituation | Zuverdienstregel 2026 | Wichtig |
|---|---|---|
| Geringfügige Beschäftigung | 551,10 € brutto monatlich | Sozialversicherungsrechtlicher Grenzwert, nicht für jede Leistung eine erlaubte Zuverdiensthöhe |
| Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe | Geringfügiger Zuverdienst nur in gesetzlichen Ausnahmen | Auch ein Job unter 551,10 € kann den AMS-Bezug unterbrechen |
| Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld | 8.600 € jährlich | Spezielle Zuverdienstberechnung, nicht mit Jahresbrutto gleichsetzen |
| Pauschales Kinderbetreuungsgeld-Konto | Mindestens 18.000 € jährlich | Individuell kann die Grenze höher liegen |
| Reguläre Alterspension | Keine allgemeine Zuverdienstobergrenze | Steuern und Sozialversicherungsbeiträge beachten |
| Vorzeitige Alterspension | Grundsätzlich 551,10 € monatlich | Besondere Toleranz für geringe Überschreitungen |
| Teilpension nach dem neuen Modell 2026 | Keine allgemeine Grenze von 551,10 € | Vereinbarte Arbeitszeitreduktion und weitere Voraussetzungen entscheidend |
| Invaliditäts-, Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitspension | Besondere Anrechnungsregeln | Bei höherem Erwerbs- und Gesamteinkommen kann die Pension gekürzt werden |
Für Selbstständige, Personen mit mehreren Beschäftigungen und bestimmte Sonderleistungen sind zusätzliche Regeln zu beachten. Die Tabelle ist deshalb eine erste Entscheidungshilfe und ersetzt keine Prüfung des konkreten Leistungsbezugs.
AMS-Zuverdienst 2026: Darf ich neben Arbeitslosengeld geringfügig arbeiten?
Seit 1. Jänner 2026 ist ein geringfügiger Nebenjob während des Bezugs von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe grundsätzlich nicht mehr mit dem Status der Arbeitslosigkeit vereinbar, sofern keine der gesetzlichen Ausnahmen nach § 12 Arbeitslosenversicherungsgesetz (AlVG) greift.
Der entscheidende Unterschied zur früheren Rechtslage: Ein Einkommen unter der Geringfügigkeitsgrenze reicht allein nicht mehr aus, um gleichzeitig AMS-Geld zu beziehen.
Das gilt auch für eine geringfügige selbstständige Tätigkeit, soweit sie unter die entsprechenden gesetzlichen Regeln fällt.
Die fünf AMS-Ausnahmen seit 1. Jänner 2026
Das Arbeitsmarktservice unterscheidet fünf Situationen, in denen eine geringfügige Erwerbstätigkeit unter den gesetzlichen Voraussetzungen weiterhin möglich sein kann.
1. Bereits bestehenden Nebenjob weiterführen
Eine geringfügige Beschäftigung kann weitergeführt werden, wenn sie bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit bestand und sich mindestens 182 Tage beziehungsweise 26 Wochen durchgehend mit einer vollversicherten Beschäftigung oder pflichtversicherten Selbstständigkeit überschnitten hat.
Die Überschneidung muss lückenlos vorgelegen haben. Das AMS berücksichtigt dabei auch mehrere aufeinanderfolgende vollversicherte Beschäftigungen, sofern innerhalb des maßgeblichen Zeitraums keine schädliche Unterbrechung entsteht.
Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann der bereits bestehende geringfügige Nebenjob weitergeführt werden, bis eine neue Anwartschaft auf Arbeitslosengeld erworben wird.
Beispiel: Eine Person arbeitet bereits seit acht Monaten neben ihrem vollversicherten Hauptjob geringfügig bei einem zweiten Arbeitgeber. Wird der Hauptjob beendet und entsteht ein Anspruch auf Arbeitslosengeld, kann die Weiterführung dieses Nebenjobs bei erfüllten Voraussetzungen zulässig sein.
Wer hingegen erst nach Eintritt der Arbeitslosigkeit einen neuen geringfügigen Job beginnt, erfüllt diese konkrete Ausnahme nicht.
2. Langzeitarbeitslosigkeit mit zeitlich begrenztem Zuverdienst
Eine weitere Ausnahme betrifft Personen, die unmittelbar vor Beginn einer geringfügigen Beschäftigung bereits mindestens 365 Tage Geld vom AMS erhalten haben.
Die gesetzlich beziehungsweise vom AMS vorgesehenen Voraussetzungen zu Unterbrechungen und anrechenbaren Krankengeldzeiten müssen erfüllt sein.
In diesem Fall kann eine geringfügige Beschäftigung einmalig für maximal 182 Tage beziehungsweise 26 Wochen möglich sein.
Diese Ausnahme darf nicht als dauerhaftes Recht auf einen geringfügigen Nebenjob verstanden werden.
3. Langzeitarbeitslosigkeit ab 50 Jahren oder bei Behinderung
Für bestimmte langzeitarbeitslose Personen ist eine weitergehende Ausnahme vorgesehen.
Wer die maßgebliche Voraussetzung eines mindestens 365-tägigen Leistungsbezugs erfüllt und zusätzlich mindestens 50 Jahre alt ist oder eine Behinderung von mindestens 50 Prozent nachweisen kann, darf unter den gesetzlichen Voraussetzungen längerfristig geringfügig arbeiten.
Auch in diesen Fällen ist die Regelung nicht völlig voraussetzungslos. Insbesondere muss eine neue Anwartschaft und deren Auswirkung auf die Ausnahme beachtet werden.
4. Nach längerer Krankheit, Rehabilitation oder Umschulung
Personen, die vor Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung längere Zeit Krankengeld, Rehabilitationsgeld oder Umschulungsgeld bezogen haben, können ebenfalls unter eine Ausnahme fallen.
Das AMS nennt dafür insbesondere einen entsprechenden Leistungsbezug von mindestens 52 Wochen sowie einen zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Ende dieses Leistungsbezugs und dem Beginn der geringfügigen Beschäftigung.
Bei erfüllten Voraussetzungen kann eine geringfügige Beschäftigung für bis zu 26 Wochen zulässig sein.
5. Schulung im Auftrag des AMS
Eine geringfügige Beschäftigung kann außerdem während einer Schulung im Auftrag des AMS möglich sein, wenn diese mindestens vier Monate dauert und mindestens 25 Wochenstunden umfasst.
Das AMS nennt in diesem Zusammenhang auch das Pflegestipendium.
Für die Beurteilung kommt es auf die tatsächlich vorliegende Maßnahme und die dafür geltenden Voraussetzungen an. Eine beliebige private Weiterbildung ist nicht automatisch einer entsprechenden AMS-Schulung gleichgestellt.
Vor Aufnahme eines Nebenjobs: Wer Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bezieht, sollte die eigene Ausnahme mit dem AMS klären und den Beginn der Beschäftigung melden. Eine bloße mündliche Zusage des Arbeitgebers, dass die Tätigkeit „eh geringfügig“ sei, ersetzt keine Prüfung des AMS-Leistungsanspruchs.
Was gilt bei einem neuen geringfügigen Job ohne Ausnahme?
Auch ohne Ausnahme darf eine Person grundsätzlich eine Beschäftigung aufnehmen. Sie kann jedoch während dieser Tätigkeit ihre Anspruchsvoraussetzungen für Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe verlieren.
Bei nur tageweiser geringfügiger Beschäftigung kann der AMS-Leistungsbezug für die betroffenen Beschäftigungstage unterbrochen werden, ohne dass zwingend das gesamte Monat entfällt.
Das AMS verlangt die Meldung der jeweiligen Beschäftigungstage und gegebenenfalls eine anschließende Wiedermeldung.
Beispiel: Eine arbeitslose Person möchte im November 2026 an zwei einzelnen Tagen geringfügig arbeiten. Es liegt keine gesetzliche Ausnahme vor. Obwohl die Entlohnung insgesamt unter 551,10 Euro bleibt, darf sie nicht automatisch davon ausgehen, für beide Beschäftigungstage zusätzlich Arbeitslosengeld zu erhalten.
Besonders bei mehreren geringfügigen Beschäftigungen muss außerdem geprüft werden, ob zusammen eine Arbeitslosenversicherungspflicht entsteht.
Welche Übergangsfristen aus 2026 sind bereits abgelaufen?
Bei Einführung der neuen AMS-Regeln gab es Übergangsbestimmungen für Personen, die am 1. Jänner 2026 bereits arbeitslos und zugleich geringfügig beschäftigt waren.
Für bestimmte Fälle galten dabei insbesondere der 31. Jänner 2026 beziehungsweise der 1. Juli 2026 als relevante Stichtage.
Diese Übergangsfristen sind zum Informationsstand Oktober 2026 bereits abgelaufen. Für eine neu geplante Beschäftigung sind daher die aktuell anwendbaren Ausnahmevoraussetzungen maßgeblich.
Bei offenen Rückforderungen oder Streitigkeiten über einen früheren AMS-Bezugszeitraum kann die damalige Übergangsbestimmung allerdings weiterhin entscheidend sein.
Geringfügigkeitsgrenze 2026: Wie viel sind 551,10 Euro pro Monat?
Die allgemeine Geringfügigkeitsgrenze beträgt im Kalenderjahr 2026 551,10 Euro brutto pro Kalendermonat.
Dieser Grenzbetrag wurde gegenüber 2025 nicht erhöht. Die sonst vorgesehene Aufwertung ist für 2026 gesetzlich ausgesetzt.
Bei einer gewöhnlichen geringfügigen Beschäftigung ist grundsätzlich das monatlich gebührende Entgelt maßgeblich. Die Grenze ist nicht als Jahresfreibetrag von zwölfmal 551,10 Euro zu verstehen, der nach Belieben auf einzelne Monate verteilt werden dürfte.
Beispiel: Wie viele Arbeitsstunden sind bei 12 Euro Stundenlohn möglich?
Bei einem vereinbarten Bruttostundenlohn von 12 Euro ergibt sich:
- 45 Arbeitsstunden im Monat: 540 Euro brutto.
- 46 Arbeitsstunden im Monat: 552 Euro brutto.
Im ersten Fall wird die monatliche Geringfügigkeitsgrenze unter den vereinfachten Annahmen nicht überschritten. Im zweiten Fall liegt das monatliche Entgelt bereits um 90 Cent darüber.
Das Beispiel berücksichtigt keine zusätzlichen Entgeltbestandteile oder besonderen arbeitsrechtlichen Berechnungssituationen.
Wichtig: Selbst 540 Euro Monatsverdienst sind während des AMS-Bezugs nicht automatisch erlaubt. Die Geringfügigkeitsgrenze und die Frage, ob eine AMS-Ausnahme vorliegt, sind zwei verschiedene Prüfungen.
Was passiert bei mehreren geringfügigen Jobs?
Mehrere geringfügige Beschäftigungen können sozialversicherungsrechtlich zusammenzurechnen sein. Übersteigt die Summe der relevanten Entgelte die maßgebliche Grenze, können zusätzliche Versicherungs- und Beitragspflichten entstehen.
Auch beim Arbeitslosengeld kann die Zusammenrechnung mehrerer geringfügiger Tätigkeiten zur Folge haben, dass die Voraussetzungen für Arbeitslosigkeit nicht mehr erfüllt sind.
Wer bereits einen vollversicherten Hauptjob hat und daneben geringfügig arbeitet, muss außerdem mögliche zusätzliche Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge berücksichtigen.
Die Geringfügigkeitsgrenze ist deshalb nicht mit einer allgemeinen steuer- und sozialversicherungsfreien Zuverdienstgrenze gleichzusetzen.
Kinderbetreuungsgeld 2026: Welche Zuverdienstgrenze gilt?
Beim Kinderbetreuungsgeld hängt die zulässige Zuverdiensthöhe davon ab, ob das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld oder das pauschale Kinderbetreuungsgeld-Konto bezogen wird.
Beide Modelle haben unterschiedliche Grenzbeträge und besondere Regeln für die Berechnung der maßgeblichen Einkünfte.
Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld: 8.600 Euro
Beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld beträgt die Zuverdienstgrenze für das Kalenderjahr 2026 8.600 Euro.
Für die Prüfung zählt grundsätzlich der relevante Zuverdienst jenes Elternteils, der das Kinderbetreuungsgeld bezieht. Das Einkommen des anderen Elternteils ist für diese persönliche Grenze nicht maßgeblich.
Bei der Überschreitung ist nach den gesetzlichen Regeln grundsätzlich jener Betrag zurückzuzahlen, um den die zulässige Zuverdienstgrenze überschritten wurde, höchstens jedoch der davon betroffene Leistungsbetrag.
Der Grenzbetrag darf nicht einfach mit einem gewöhnlichen Jahresbruttogehalt oder Nettogehalt aus der Lohnabrechnung verglichen werden.
Pauschales Kinderbetreuungsgeld-Konto: Mindestens 18.000 Euro
Beim Kinderbetreuungsgeld-Konto gilt eine individuelle Zuverdienstgrenze von grundsätzlich 60 Prozent der maßgeblichen früheren Einkünfte.
Die Zuverdienstgrenze beträgt jedoch mindestens 18.000 Euro pro Kalenderjahr.
Liegt die individuell berechnete Grenze beispielsweise bei 21.000 Euro, ist grundsätzlich dieser höhere individuelle Betrag relevant und nicht automatisch die Mindestgrenze von 18.000 Euro.
Der zuständige Krankenversicherungsträger kann die individuelle Grenze im Rahmen seiner Leistungsinformationen bekanntgeben, sofern die erforderlichen Einkommensdaten vorliegen.
Was passiert, wenn die Kinderbetreuungsgeld-Grenze überschritten wird?
Für die Überschreitung gilt die gesetzliche Einschleifregelung. Dabei wird grundsätzlich nur der über der maßgeblichen Grenze liegende Betrag zurückgefordert, soweit die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Ein vereinfachtes Beispiel:
| Berechnung Kinderbetreuungsgeld-Konto | Betrag |
|---|---|
| Im Kalenderjahr bezogenes Kinderbetreuungsgeld | 5.000 € |
| Individuelle Zuverdienstgrenze | 18.500 € |
| Maßgeblicher errechneter Zuverdienst | 19.000 € |
| Überschreitung und Rückforderung im Beispiel | 500 € |
Dieses Beispiel setzt voraus, dass die Beträge nach der gesetzlichen Zuverdienstberechnung ermittelt wurden.
Warum ist die Zuverdienstgrenze nicht einfach das Jahresbrutto?
Für das Kinderbetreuungsgeld sind die in § 8 Kinderbetreuungsgeldgesetz vorgesehenen Einkommensberechnungen maßgeblich.
Insbesondere bei nicht ganzjährigem Leistungsbezug ergeben sich besondere Berechnungen für den relevanten Zeitraum. Auch bei selbstständigen Einkünften kann die steuerliche Zuordnung wichtig sein.
Die Frage, ob ein Arbeitsvertrag monatlich 1.000 Euro brutto vorsieht, beantwortet deshalb noch nicht zuverlässig, wie viel Zuverdienst nach dem Kinderbetreuungsgeldgesetz anzusetzen ist.
Für eine erste individuelle Prüfung steht der offizielle Kinderbetreuungsgeld-Zuverdienstrechner der Sozialversicherung zur Verfügung.
Bei Kinderbetreuungsgeld besonders wichtig: Berechnen Sie den zulässigen Zuverdienst für den tatsächlichen Bezugszeitraum und das richtige Modell. Weder die pauschale Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro noch eine einfache Jahresbruttorechnung ersetzen die gesetzliche Berechnung.
Pension und Zuverdienst 2026: Wann darf ich unbegrenzt arbeiten?
Die zulässige Zuverdiensthöhe hängt entscheidend davon ab, welche Pension bezogen wird.
Zwischen der regulären Alterspension, einer vorzeitigen Alterspension und einer Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension bestehen erhebliche Unterschiede.
Reguläre Alterspension: Unbegrenzter Zuverdienst
Wer bereits eine reguläre Alterspension bezieht, darf grundsätzlich unbegrenzt dazuverdienen. Die Pension wird durch die bloße Höhe des zusätzlichen Erwerbseinkommens nicht gekürzt.
Es können allerdings Sozialversicherungsbeiträge und Einkommensteuer anfallen.
Wenn die Erwerbstätigkeit eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung begründet, kann sich daraus zudem ein besonderer Höherversicherungsbetrag und damit eine spätere Pensionserhöhung ergeben.
Beispiel: Eine Person bezieht ihre reguläre Alterspension und arbeitet zusätzlich gegen 1.200 Euro brutto pro Monat. Die Alterspension fällt nicht allein deshalb weg, weil dieser Zuverdienst über 551,10 Euro liegt. Die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Folgen müssen dennoch berücksichtigt werden.
Vorzeitige Alterspension und Korridorpension: 551,10 Euro als Ausgangspunkt
Bei der vorzeitigen Alterspension, etwa einer Korridorpension, Langzeitversichertenpension oder Schwerarbeitspension, gelten strengere Voraussetzungen.
Ein zusätzlicher Verdienst über der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro kann bei Entstehung der entsprechenden Pensionsversicherungspflicht dazu führen, dass die vorzeitige Pension für einen Monat wegfällt.
Seit 1. Jänner 2024 gibt es allerdings eine gesetzlich geregelte Toleranz für geringe Überschreitungen der Geringfügigkeitsgrenze.
Wie funktioniert die Toleranz von 220,44 Euro im Jahr 2026?
Die erlaubte Überschreitung beträgt im Jahr 2026 insgesamt 40 Prozent der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze.
Das ergibt:
551,10 Euro × 40 Prozent = 220,44 Euro.
Entscheidend ist, dass die relevanten Überschreitungsbeträge im Kalenderjahr zusammengerechnet werden. Die 220,44 Euro sind kein zusätzlich erlaubter monatlicher Zuverdienst.
Ein Beispiel nach dem Prinzip der amtlichen Pensionsversicherungsinformation:
- Jänner bis März: jeweils 500 Euro monatlicher Zuverdienst.
- April: 700 Euro Zuverdienst, damit 148,90 Euro über der Geringfügigkeitsgrenze.
- Mai: erneut 700 Euro, damit eine weitere Überschreitung von 148,90 Euro.
- Die kumulierte Überschreitung beträgt danach 297,80 Euro.
Die Jahres-Toleranz von 220,44 Euro wird im April noch nicht überschritten, im Mai dagegen bereits. Bei Vorliegen der weiteren gesetzlichen Voraussetzungen fällt die vorzeitige Pension daher erstmals im Mai weg.
Sinkt das Einkommen im Juni wieder unter die Geringfügigkeitsgrenze und liegen die übrigen Voraussetzungen vor, kann die Pensionszahlung wieder aufleben.
Die geltenden Regeln und ein ausführliches Beispiel erläutert die Pensionsversicherung zum Wegfall und Wiederaufleben von Leistungen.
Neu seit 2026: Teilpension neben reduzierter Arbeitszeit
Seit dem 1. Jänner 2026 gibt es in Österreich das neue Modell der Teilpension.
Es ermöglicht bestimmten Personen mit Anspruch auf eine entsprechende Alterspension oder vorzeitige Alterspension, ihre bisherige Beschäftigung mit reduzierter Arbeitszeit weiterzuführen und gleichzeitig einen Teil ihrer Pension zu beziehen.
Eine Voraussetzung ist unter anderem eine vereinbarte Arbeitszeitreduktion von mindestens 25 Prozent und höchstens 75 Prozent.
Die gewöhnliche Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro gilt für diese Teilpension nicht als allgemeine Zuverdienstobergrenze.
Stattdessen sind insbesondere die vereinbarte Arbeitszeitreduktion, die Beschäftigungssituation und die gesetzlichen Voraussetzungen für den Fortbestand der Teilpension entscheidend.
Wer die maßgebliche reduzierte Arbeitszeit in unzulässigem Ausmaß überschreitet oder eine relevante selbstständige Erwerbstätigkeit aufnimmt, kann den Anspruch auf Teilpension unter den gesetzlichen Voraussetzungen verlieren.
Weitere Informationen bietet die Pensionsversicherung zur Teilpension ab 2026.
Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension: Besondere Anrechnung
Bei Invaliditäts-, Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitspensionen gelten wiederum andere Vorschriften.
Bis zur Geringfügigkeitsgrenze kann grundsätzlich dazuverdient werden, ohne dass allein aufgrund dieses Erwerbseinkommens eine entsprechende Kürzung eintritt.
Bei einer Erwerbstätigkeit über der Geringfügigkeitsgrenze ist zusätzlich das monatliche Gesamteinkommen aus Bruttopension und Erwerbseinkommen zu beachten.
Für 2026 nennt die offizielle Information insbesondere die Schwelle eines monatlichen Gesamteinkommens von über 1.599,99 Euro als weitere Voraussetzung für eine Anrechnung.
Die tatsächliche Kürzung richtet sich nach gesetzlichen Einkommensstufen und zusätzlichen Begrenzungen. Eine pauschale Aussage, dass jede Überschreitung von 551,10 Euro zum vollständigen Wegfall der Invaliditätspension führt, wäre deshalb falsch.
Was zählt zum Zuverdienst – Brutto, Netto oder Gewinn?
Eine der häufigsten Fehlerquellen ist die Annahme, dass immer derselbe Einkommensbegriff verwendet wird.
Bei einem gewöhnlichen geringfügigen Dienstverhältnis ist grundsätzlich das maßgebliche monatliche Bruttoentgelt entscheidend.
Bei selbstständigen Tätigkeiten können dagegen Versicherungsgrenzen, maßgebliche Einkünfte und gegebenenfalls Umsatzkriterien relevant sein.
Beim Kinderbetreuungsgeld wird wiederum eine besondere gesetzliche Zuverdienstberechnung durchgeführt.
Bei Pensionen ist zusätzlich die Art des Pensionsanspruchs und teilweise der Eintritt einer Pflichtversicherung maßgeblich.
Deshalb können zwei Personen, die beide 500 Euro „dazuverdienen“, abhängig von ihrer Lebenssituation vollständig unterschiedliche Rechtsfolgen haben.
Vier Fragen vor dem Beginn eines Nebenjobs
- Welche Leistung beziehe ich? Arbeitslosengeld, Kinderbetreuungsgeld, reguläre oder vorzeitige Pension oder eine andere Leistung?
- Welche Art von Einkommen entsteht? Dienstverhältnis, selbstständiger Gewinn, einmalige Zahlung oder mehrere parallele Tätigkeiten?
- Welcher Zeitraum ist maßgeblich? Monatliches Entgelt, Kalenderjahr oder ein speziell errechneter Bezugszeitraum?
- Welche Meldung muss ich machen? Müssen AMS, Krankenversicherungsträger oder Pensionsversicherung vor beziehungsweise unmittelbar nach Beginn der Tätigkeit verständigt werden?
Bei AMS-Leistungen besteht eine Meldepflicht für die Aufnahme und Beendigung einer Beschäftigung. Auch Pensionistinnen und Pensionisten müssen relevante Änderungen bei Erwerbstätigkeit und Einkommen ihrem Pensionsversicherungsträger melden.
Für die Pensionsversicherung weist die PV ausdrücklich auf eine Meldefrist von grundsätzlich sieben Tagen für die Aufnahme oder Beendigung einer Erwerbstätigkeit sowie relevante Einkommensänderungen hin.
Häufige Fragen zur Zuverdienstgrenze 2026
Darf ich 2026 neben Arbeitslosengeld 551,10 Euro verdienen?
Nicht automatisch. Seit 1. Jänner 2026 ist geringfügiger Zuverdienst während des Bezugs von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe grundsätzlich nur noch in fünf gesetzlichen Ausnahmefällen mit dem Leistungsbezug vereinbar. Ohne passende Ausnahme kann das AMS-Geld für die Dauer der Beschäftigung entfallen.
Was passiert beim AMS, wenn ich nur an einem Tag geringfügig arbeite?
Liegt keine gesetzliche Ausnahme vor, kann der AMS-Bezug für den betreffenden Beschäftigungstag unterbrochen werden. Das muss nicht automatisch den gesamten Monat betreffen. Die Beschäftigung und die erforderliche Wiedermeldung müssen gegenüber dem AMS korrekt erfolgen.
Ist die Geringfügigkeitsgrenze 2026 höher als 2025?
Nein. Die monatliche Grenze beträgt in beiden Jahren 551,10 Euro. Die sonst vorgesehene Aufwertung wurde für 2026 ausgesetzt.
Wie hoch ist die Kinderbetreuungsgeld-Zuverdienstgrenze 2026?
Beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld beträgt sie 8.600 Euro pro Kalenderjahr. Beim pauschalen Kinderbetreuungsgeld-Konto gilt eine individuelle Grenze von grundsätzlich 60 Prozent der maßgeblichen Letzteinkünfte, mindestens aber 18.000 Euro im Jahr. Die anzusetzenden Einkünfte werden nach besonderen gesetzlichen Regeln ermittelt.
Verliere ich das ganze Kinderbetreuungsgeld bei einer Überschreitung?
Grundsätzlich kommt die gesetzliche Einschleifregelung zur Anwendung. Danach ist unter den entsprechenden Voraussetzungen jener Betrag zurückzuzahlen, um den die maßgebliche Zuverdienstgrenze überschritten wurde, höchstens jedoch der davon betroffene Leistungsbetrag.
Kann ich zur normalen Alterspension unbegrenzt dazuverdienen?
Ja. Zur regulären Alterspension gibt es grundsätzlich keine allgemeine Zuverdienstobergrenze. Einkommensteuer und Sozialversicherungsbeiträge können aber anfallen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die weitere Erwerbstätigkeit außerdem zu einer späteren Pensionserhöhung führen.
Wie hoch ist die Toleranz bei vorzeitigen Alterspensionen 2026?
Die gesetzliche Toleranz für entsprechende geringe Überschreitungen beträgt insgesamt 220,44 Euro im Kalenderjahr 2026. Sie errechnet sich aus 40 Prozent der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro und ist keine zusätzliche monatliche Freigrenze.
Gilt die Grenze von 551,10 Euro auch für die neue Teilpension?
Nein. Für die seit 1. Jänner 2026 bestehende Teilpension gelten eigene Voraussetzungen, insbesondere zur vereinbarten Reduktion der Arbeitszeit. Die gewöhnliche Geringfügigkeitsgrenze ist dabei nicht die allgemeine Zuverdienstobergrenze.
Kann ich mehrere geringfügige Jobs gleichzeitig haben?
Grundsätzlich ja, allerdings können die Entgelte sozialversicherungsrechtlich zusammenzurechnen sein. Bei Überschreitung der maßgeblichen Grenze entstehen gegebenenfalls zusätzliche Versicherungs- und Beitragspflichten. Während eines AMS-Bezugs können mehrere geringfügige Tätigkeiten außerdem dazu führen, dass die Voraussetzungen für den Leistungsanspruch nicht mehr erfüllt sind.
Fazit: Zuerst die Leistung prüfen, dann den Zuverdienst planen
Die zentrale Frage lautet 2026 nicht nur, wie viel Geld Sie mit einem Nebenjob verdienen, sondern welche Leistung Sie gleichzeitig beziehen.
Beim AMS sind die gesetzlichen Ausnahmefälle seit 1. Jänner 2026 entscheidend. Beim Kinderbetreuungsgeld kommt es auf das gewählte Modell und die spezielle Zuverdienstberechnung an. Bei Pensionen muss insbesondere zwischen regulärer Alterspension, vorzeitiger Alterspension, Teilpension und Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension unterschieden werden.
Bevor Sie eine zusätzliche Beschäftigung beginnen, prüfen Sie daher den konkreten Leistungsanspruch, die maßgebliche Einkommensberechnung und Ihre Meldepflichten. Das verhindert, dass ein wirtschaftlich kleiner Nebenverdienst unerwartet zu einer Leistungsunterbrechung oder Rückforderung führt.
Offizielle Quellen und Rechtsgrundlagen
- RIS: Arbeitslosenversicherungsgesetz 1977 – insbesondere § 12
- Arbeitsmarktservice: Geringfügig arbeiten und AMS-Leistungen seit 1. Jänner 2026
- oesterreich.gv.at: Geringfügige Beschäftigung und Grenzwert 2026
- RIS: Kinderbetreuungsgeldgesetz – insbesondere §§ 2, 8 und 8b sowie Bestimmungen zum einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld
- oesterreich.gv.at: Zuverdienst beim pauschalen Kinderbetreuungsgeld
- Sozialversicherung: Offizieller Kinderbetreuungsgeld-Zuverdienstrechner
- Pensionsversicherung: Arbeiten in der Pension und Zuverdienst
- Pensionsversicherung: Neue Teilpension ab 2026
Fachlicher Rechts- und Informationsstand: 16. Oktober 2026. Dieser Beitrag behandelt die allgemeinen österreichischen Zuverdienstregeln für ausgewählte Sozialleistungen und Pensionsarten. Individuelle Versicherungszeiten, frühere Leistungsbezüge, weitere Erwerbstätigkeiten und besondere gesetzliche Ausnahmen können das Ergebnis verändern. Die Beispiele ersetzen keine verbindliche Entscheidung der jeweils zuständigen Behörde.