Der höchste Einkommensteuersatz in Österreich beträgt 2026 55 Prozent. Dieser sogenannte Spitzensteuersatz gilt allerdings ausschließlich für jenen Teil des steuerpflichtigen Einkommens, der über 1 Million Euro pro Jahr liegt.
Wer beispielsweise 1,1 Millionen Euro steuerpflichtiges Einkommen erzielt, bezahlt daher nicht auf die gesamten 1,1 Millionen Euro 55 Prozent Einkommensteuer. Nur die obersten 100.000 Euro fallen in die 55-Prozent-Stufe. Die darunterliegenden Einkommensteile werden mit den jeweils niedrigeren Tarifstufen besteuert.
Kurzantwort: 2026 beträgt der österreichische Spitzensteuersatz 55 Prozent für Einkommensteile über 1 Million Euro. Zwischen 104.859 Euro und 1 Million Euro gilt ein Grenzsteuersatz von 50 Prozent. Die ersten 13.539 Euro des steuerpflichtigen Einkommens werden mit 0 Prozent besteuert. Die 55-Prozent-Stufe ist nach aktueller Rechtslage bis einschließlich 2029 befristet.
| Steuerpflichtiges Einkommen 2026 | Grenzsteuersatz |
|---|---|
| bis 13.539 Euro | 0 % |
| über 13.539 bis 21.992 Euro | 20 % |
| über 21.992 bis 36.458 Euro | 30 % |
| über 36.458 bis 70.365 Euro | 40 % |
| über 70.365 bis 104.859 Euro | 48 % |
| über 104.859 bis 1.000.000 Euro | 50 % |
| über 1.000.000 Euro | 55 % |
Wie hoch ist der Spitzensteuersatz 2026 in Österreich?
Der höchste Grenzsteuersatz des österreichischen Einkommensteuertarifs beträgt 2026:
55 Prozent
Er gilt für:
Einkommensteile über 1.000.000 Euro pro Kalenderjahr.
Die Betonung liegt auf Einkommensteile.
Der Steuersatz von 55 Prozent wird nicht auf das gesamte Einkommen angewendet, sobald die Millionengrenze überschritten wird.
Beispiel
Eine natürliche Person erzielt ein steuerpflichtiges Einkommen von:
1.100.000 Euro
Nur:
100.000 Euro
liegen über der Grenze von einer Million Euro und werden deshalb mit 55 Prozent besteuert.
Auf diesen Teil entfallen:
100.000 Euro × 55 % = 55.000 Euro
Für die ersten eine Million Euro gelten die niedrigeren Tarifstufen.
Gilt der Spitzensteuersatz ab genau 1 Million Euro?
Der 55-Prozent-Steuersatz gilt für den Einkommensteil über einer Million Euro.
Bei exakt:
1.000.000 Euro steuerpflichtigem Einkommen
fällt daher noch kein Einkommensteil in die 55-Prozent-Stufe.
Der Einkommensteil zwischen 104.859 und 1.000.000 Euro wird mit 50 Prozent besteuert.
Erst der über eine Million Euro hinausgehende Betrag unterliegt 55 Prozent.
Ist der Spitzensteuersatz 50 oder 55 Prozent?
Beide Werte tauchen in Österreich regelmäßig auf, haben aber unterschiedliche Bedeutungen.
| Steuersatz | 2026 |
|---|---|
| 50 % | für Einkommensteile über 104.859 bis 1.000.000 Euro |
| 55 % | für Einkommensteile über 1.000.000 Euro |
Der Steuersatz von 55 Prozent ist der aktuell höchste Einkommensteuersatz und damit der eigentliche Höchst- beziehungsweise Spitzensteuersatz.
Er ist allerdings zeitlich befristet.
Wie lange gilt der Spitzensteuersatz von 55 Prozent?
Die 55-Prozent-Stufe wurde ursprünglich mit der Steuerreform 2015/2016 befristet eingeführt.
Sie wurde anschließend mehrfach verlängert.
Nach der aktuell geltenden Rechtslage gilt sie für die Kalenderjahre:
2016 bis einschließlich 2029
Für Einkommensteile über einer Million Euro beträgt der Grenzsteuersatz damit auch 2026, 2027, 2028 und 2029 grundsätzlich 55 Prozent.
Was passiert ab 2030?
Nach dem derzeit geltenden Gesetz endet die Befristung mit Ablauf des Jahres 2029.
Ohne eine weitere Gesetzesänderung würde für den über einer Million Euro liegenden Einkommensteil danach wieder der reguläre höchste Tarif von:
50 Prozent
gelten.
Für langfristige Steuerplanungen sollte die Rechtslage für 2030 dennoch erneut geprüft werden. Befristete steuerliche Regelungen können politisch verlängert oder verändert werden.
Welche Einkommensteuerstufen gelten 2026?
Der österreichische Einkommensteuertarif ist progressiv aufgebaut.
2026 gelten sieben Tarifbereiche:
| Einkommensteil | Steuersatz 2026 |
|---|---|
| 0 bis 13.539 Euro | 0 % |
| über 13.539 bis 21.992 Euro | 20 % |
| über 21.992 bis 36.458 Euro | 30 % |
| über 36.458 bis 70.365 Euro | 40 % |
| über 70.365 bis 104.859 Euro | 48 % |
| über 104.859 bis 1.000.000 Euro | 50 % |
| über 1.000.000 Euro | 55 % |
Was bedeutet progressiver Einkommensteuertarif?
Progressiv bedeutet, dass nicht das gesamte Einkommen mit einem einzigen Steuersatz besteuert wird.
Das steuerpflichtige Einkommen wird vielmehr in mehrere Bereiche aufgeteilt.
Für jeden Bereich gilt der jeweilige Steuersatz.
Beispiel mit 40.000 Euro Einkommen
Bei 40.000 Euro steuerpflichtigem Einkommen ergibt sich 2026 folgende Tarifsteuer:
| Einkommensteil | Steuersatz | Steuer |
|---|---|---|
| erste 13.539 Euro | 0 % | 0 Euro |
| 8.453 Euro | 20 % | 1.690,60 Euro |
| 14.466 Euro | 30 % | 4.339,80 Euro |
| 3.542 Euro | 40 % | 1.416,80 Euro |
| Tarifsteuer | 7.447,20 Euro |
Die Tarifsteuer beträgt damit vor entsprechenden Steuerabsetzbeträgen 7.447,20 Euro.
Obwohl der Grenzsteuersatz bei 40.000 Euro bereits 40 Prozent beträgt, werden nicht 40 Prozent von 40.000 Euro als Einkommensteuer verlangt.
Was ist der Grenzsteuersatz?
Der Grenzsteuersatz beschreibt, mit welchem Steuersatz der nächste zusätzliche Euro steuerpflichtiges Einkommen grundsätzlich belastet wird.
Liegt das steuerpflichtige Einkommen beispielsweise bei 50.000 Euro, befindet sich der oberste Einkommensteil 2026 in der 40-Prozent-Stufe.
Ein zusätzlicher steuerpflichtiger Euro fällt damit grundsätzlich ebenfalls in diese 40-Prozent-Stufe.
Der Grenzsteuersatz beträgt in diesem Beispiel:
40 Prozent
Was ist der Durchschnittssteuersatz?
Der Durchschnittssteuersatz zeigt dagegen, wie hoch die gesamte Tarifsteuer im Verhältnis zum gesamten steuerpflichtigen Einkommen ist.
Vereinfacht:
Tarifsteuer ÷ steuerpflichtiges Einkommen × 100
Beispiel mit 100.000 Euro steuerpflichtigem Einkommen
Die Tarifsteuer beträgt vor Steuerabsetzbeträgen rund:
33.818 Euro
Der höchste auf einen Teil dieses Einkommens angewendete Grenzsteuersatz beträgt:
48 Prozent
Der rechnerische Durchschnittssteuersatz liegt jedoch nur bei rund:
33,82 Prozent
Der Unterschied entsteht durch die niedrigeren Tarifstufen auf die darunterliegenden Einkommensteile.
Wie hoch ist die Steuer bei 1,1 Millionen Euro Einkommen?
Bei einem steuerpflichtigen Einkommen von 1,1 Millionen Euro ergibt sich nach dem 2026er Einkommensteuertarif vor Steuerabsetzbeträgen eine Tarifsteuer von rund:
538.720,82 Euro
Der höchste Grenzsteuersatz beträgt zwar 55 Prozent.
Der durchschnittliche Tarifsteuersatz liegt jedoch bei rund:
48,97 Prozent
Auch ein Einkommen über einer Million Euro wird somit nicht insgesamt mit 55 Prozent besteuert.
Welche Teile der 1,1 Millionen Euro werden wie besteuert?
| Einkommensteil | Steuersatz |
|---|---|
| bis 13.539 Euro | 0 % |
| 13.539 bis 21.992 Euro | 20 % |
| 21.992 bis 36.458 Euro | 30 % |
| 36.458 bis 70.365 Euro | 40 % |
| 70.365 bis 104.859 Euro | 48 % |
| 104.859 bis 1.000.000 Euro | 50 % |
| 1.000.000 bis 1.100.000 Euro | 55 % |
Ab welchem Gehalt zahlt man 55 Prozent Steuer?
Diese häufig gestellte Frage lässt sich nicht einfach mit einem bestimmten Bruttojahresgehalt beantworten.
Die Grenze von einer Million Euro bezieht sich auf das:
steuerpflichtige Einkommen
und nicht unmittelbar auf das Bruttogehalt im Arbeitsvertrag.
Bei Arbeitnehmern können vor der Tarifberechnung beispielsweise berücksichtigt werden:
- Sozialversicherungsbeiträge,
- Werbungskosten,
- bestimmte Sonderausgaben,
- außergewöhnliche Belastungen und
- weitere steuerliche Positionen.
Zusätzlich können 13. und 14. Monatsbezug als sonstige Bezüge eigenen Besteuerungsregeln unterliegen.
Deshalb bedeutet ein Bruttojahresgehalt von genau einer Million Euro nicht automatisch, dass bereits 55 Prozent Grenzsteuer anfallen.
Für eine individuelle Gehaltsberechnung kann zusätzlich unser Brutto-Netto-Rechner für Österreich als Orientierung dienen.
Was ist das steuerpflichtige Einkommen?
Ausgangspunkt sind die steuerlich relevanten Einkünfte.
Vom Gesamtbetrag der Einkünfte können entsprechend den gesetzlichen Voraussetzungen insbesondere:
- Sonderausgaben,
- außergewöhnliche Belastungen und
- weitere gesetzlich vorgesehene Beträge
abgezogen werden.
Das daraus resultierende Einkommen bildet die Grundlage für die Einkommensteuerberechnung.
Erst auf dieses Einkommen werden die Tarifstufen angewendet.
Sind Steuerabsetzbeträge bereits in den Tarifstufen berücksichtigt?
Nein.
Die Tarifstufen ergeben zunächst die sogenannte Tarifsteuer.
Davon werden anschließend die jeweils zustehenden Steuerabsetzbeträge abgezogen.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Familienbonus Plus,
- Verkehrsabsetzbetrag,
- Alleinverdienerabsetzbetrag,
- Alleinerzieherabsetzbetrag,
- Unterhaltsabsetzbetrag oder
- Pensionistenabsetzbetrag.
Mehr zur größten familienbezogenen Steuerentlastung erklärt unser Beitrag zum Familienbonus Plus.
Was ist der Unterschied zwischen Freibetrag und Absetzbetrag?
Diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt.
| Freibetrag / Abzug | Steuerabsetzbetrag |
|---|---|
| reduziert grundsätzlich die steuerliche Bemessungsgrundlage | reduziert grundsätzlich unmittelbar die errechnete Steuer |
| Steuerwirkung hängt vom Grenzsteuersatz ab | Steuerwirkung entspricht grundsätzlich direkt dem Absetzbetrag, soweit ausreichend Steuer vorhanden ist |
Sind die ersten 13.539 Euro ein Freibetrag?
Umgangssprachlich wird die erste Tarifstufe häufig als Steuerfreibetrag oder steuerfreies Einkommen bezeichnet.
Technisch handelt es sich um einen Tarifbereich mit:
0 Prozent Einkommensteuer
für die ersten 13.539 Euro steuerpflichtiges Einkommen.
Die darüberliegenden Einkommensteile bleiben davon unberührt und werden nach den folgenden Tarifstufen besteuert.
Wie hoch ist das steuerfreie Einkommen für Arbeitnehmer 2026?
Hier ist zwischen Tarifgrenze und tatsächlicher Steuerbelastung eines Arbeitnehmers zu unterscheiden.
Der Einkommensteuertarif weist für die ersten:
13.539 Euro
einen Steuersatz von 0 Prozent aus.
Arbeitnehmer haben jedoch zusätzlich Anspruch auf entsprechende Steuerabsetzbeträge.
Dadurch beträgt das steuerfreie Basiseinkommen eines Arbeitnehmers laut Bundesministerium für Finanzen 2026 mindestens:
19.962,03 Euro
Dabei sind sonstige Bezüge im Sinn des § 67 EStG, insbesondere 13. und 14. Monatsgehalt, nicht eingerechnet.
13.539 Euro Tarifgrenze und rund 19.962 Euro steuerfreies Basiseinkommen eines typischen Arbeitnehmers sind daher nicht dasselbe.
Wie hoch ist das steuerfreie Basiseinkommen für Selbstständige?
Für Selbstständige nennt das BMF 2026 grundsätzlich ein steuerfreies Basiseinkommen von:
13.539 Euro
Zusätzliche individuelle Abzüge können die tatsächliche Steuerbelastung im Einzelfall dennoch verändern.
Was ist der Unterschied zwischen Lohnsteuer und Einkommensteuer?
Die Lohnsteuer ist keine völlig eigenständige Steuer mit einem anderen allgemeinen Tarif.
Sie ist vielmehr die besondere Erhebungsform der Einkommensteuer für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit.
Arbeitnehmer
Der Arbeitgeber:
- berechnet die Lohnsteuer,
- behält sie vom Arbeitslohn ein und
- führt sie an das Finanzamt ab.
Selbstständige
Bei Selbstständigen wird die Einkommensteuer grundsätzlich über die Einkommensteuerveranlagung festgestellt.
Während des Jahres können zusätzlich Einkommensteuervorauszahlungen vorgeschrieben werden.
Der progressive Einkommensteuertarif gilt grundsätzlich für beide Gruppen. Unterschiede entstehen insbesondere durch Einkunftsart, Abzugsmöglichkeiten, Absetzbeträge und die spezielle Lohnverrechnung.
Eine ausführliche Erklärung der monatlichen Berechnung finden Sie unter Wie berechnet man die monatliche Lohnsteuer in Österreich?.
Gilt der Spitzensteuersatz auch für Selbstständige?
Ja.
Natürliche Personen mit Einkünften beispielsweise aus:
- selbstständiger Arbeit,
- Gewerbebetrieb oder
- Land- und Forstwirtschaft
unterliegen grundsätzlich demselben progressiven Einkommensteuertarif.
Erreicht das steuerpflichtige Einkommen einer selbstständigen Person mehr als eine Million Euro, unterliegt der darüberliegende Einkommensteil grundsätzlich ebenfalls dem 55-Prozent-Tarif.
Gilt der Spitzensteuersatz für Einzelunternehmer?
Ja.
Ein Einzelunternehmen ist steuerlich keine von seinem Inhaber getrennte Kapitalgesellschaft.
Der betriebliche Gewinn fließt daher grundsätzlich in die Einkommensteuer des Unternehmers ein.
Bei hohen Gewinnen können damit auch:
- 48 Prozent,
- 50 Prozent und
- oberhalb einer Million Euro 55 Prozent
Grenzsteuersatz erreicht werden.
Gilt der Spitzensteuersatz für OG und KG?
Eine Personengesellschaft wie OG oder KG bezahlt auf Gesellschaftsebene grundsätzlich nicht dieselbe Einkommensteuer wie eine natürliche Person.
Der Gewinn wird den einzelnen Gesellschaftern zugerechnet.
Ist ein Gesellschafter eine natürliche Person, wird sein Gewinnanteil in seiner persönlichen Einkommensteuer berücksichtigt.
Damit kann auch für einen Mitunternehmer der persönliche Spitzensteuersatz von 55 Prozent relevant werden.
Gilt der Spitzensteuersatz für eine GmbH?
Nein.
Eine GmbH ist eine juristische Person und unterliegt nicht dem progressiven persönlichen Einkommensteuertarif.
2026 beträgt die Körperschaftsteuer grundsätzlich:
23 Prozent des steuerpflichtigen Einkommens der GmbH
Bei Ausschüttung an natürliche Personen fällt auf die Ausschüttung grundsätzlich zusätzlich Kapitalertragsteuer an.
Ein GmbH-Gewinn von über einer Million Euro wird daher nicht allein aufgrund seiner Höhe mit dem persönlichen 55-Prozent-Einkommensteuertarif besteuert.
Gilt der Spitzensteuersatz für Kapitalerträge?
Nicht automatisch.
Viele private Kapitaleinkünfte unterliegen in Österreich besonderen Steuersätzen und werden daher nicht einfach mit dem normalen progressiven Einkommensteuertarif besteuert.
Der persönliche 55-Prozent-Grenzsteuersatz bedeutet deshalb nicht, dass automatisch jeder Euro aus:
- Aktien,
- Dividenden,
- Bankzinsen oder
- anderen Kapitalanlagen
mit 55 Prozent besteuert wird.
Für besondere Einkunftsarten gelten eigene Regeln.
Wie werden 13. und 14. Gehalt besteuert?
Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden bei Arbeitnehmern unter den Voraussetzungen als sogenannte sonstige Bezüge behandelt.
Innerhalb des Jahressechstels gelten dafür grundsätzlich eigene feste Steuersätze.
2026 gilt im normalen Begünstigungsbereich insbesondere:
| Teil der sonstigen Bezüge | Lohnsteuersatz |
|---|---|
| erste 620 Euro | 0 % |
| nächste 24.380 Euro | 6 % |
| nächste 25.000 Euro | 27 % |
| nächste 33.333 Euro | 35,75 % |
Für sehr hohe laufende Jahreseinkünfte und Beträge außerhalb der Begünstigungsgrenzen gelten weitere Regelungen.
Deshalb darf die Millionengrenze des Einkommensteuertarifs bei Arbeitnehmern nicht einfach mit dem gesamten Jahresbrutto inklusive 13. und 14. Gehalt gleichgesetzt werden.
Was ist das Jahressechstel?
Die begünstigte Besteuerung von sonstigen Bezügen ist grundsätzlich durch das sogenannte Jahressechstel begrenzt.
Bei regelmäßig gleich hohen laufenden Monatsbezügen entspricht das Jahressechstel vereinfacht etwa:
zwei laufenden Monatsbezügen
und damit typischerweise dem 13. und 14. Bezug.
Beträge, die das entsprechende Jahressechstel überschreiten, können tarifmäßig besteuert werden.
Was bedeutet eine Gehaltserhöhung bei hohem Grenzsteuersatz?
Eine Gehaltserhöhung führt nicht dazu, dass plötzlich das gesamte bisherige Einkommen mit einem höheren Steuersatz besteuert wird.
Beispiel
Das steuerpflichtige Einkommen steigt von 100.000 auf 101.000 Euro.
Beide Werte liegen 2026 innerhalb der 48-Prozent-Stufe.
Der zusätzliche steuerpflichtige Betrag von 1.000 Euro löst damit vereinfacht zusätzliche Tarifsteuer von:
480 Euro
aus.
Die niedrigeren Einkommensteile werden dadurch nicht rückwirkend höher besteuert.
Was passiert beim Überschreiten von 104.859 Euro?
Bis einschließlich 104.859 Euro gelten die niedrigeren Tarifstufen.
Nur jener Betrag, der diese Grenze übersteigt, wird mit:
50 Prozent
besteuert.
Beispiel
Bei 105.859 Euro steuerpflichtigem Einkommen liegen:
1.000 Euro in der 50-Prozent-Stufe.
Dadurch entstehen für diesen zusätzlichen Einkommensteil 500 Euro Tarifsteuer.
Was passiert beim Überschreiten von einer Million Euro?
Dasselbe Prinzip gilt an der höchsten Tarifgrenze.
Bei einem steuerpflichtigen Einkommen von 1.010.000 Euro werden lediglich:
10.000 Euro × 55 % = 5.500 Euro
in der höchsten Tarifstufe besteuert.
Die ersten eine Million Euro behalten ihre jeweiligen niedrigeren Tarifstufen.
Warum ändern sich die Steuergrenzen jedes Jahr?
Seit 2023 werden wichtige Tarifgrenzen automatisch an die Inflation angepasst.
Damit soll die sogenannte kalte Progression reduziert werden.
Für die Tarifstufen bis eine Million Euro ist gesetzlich eine Inflationsanpassung vorgesehen.
Für 2026 wurde eine maßgebliche Inflationsrate von:
2,6 Prozent
ermittelt.
Die Tarifgrenzen wurden grundsätzlich um zwei Drittel dieser Inflationsrate, also rund:
1,733 Prozent
angehoben.
Wird auch die Millionengrenze automatisch angepasst?
Nein.
Die höchste Grenze von:
1.000.000 Euro
ist von der normalen jährlichen Inflationsanpassung der Tarifgrenzen ausgenommen.
Dadurch beginnt der 55-Prozent-Spitzensteuersatz auch 2026 weiterhin oberhalb von einer Million Euro.
Was ist kalte Progression?
Kalte Progression kann entstehen, wenn Einkommen lediglich aufgrund der Inflation steigen und dadurch höhere Teile des Einkommens in höhere Steuerstufen gelangen, obwohl die reale Kaufkraft kaum zunimmt.
Durch die seit 2023 geltende Inflationsanpassung werden die Tarifgrenzen regelmäßig angehoben.
Damit soll ein großer Teil dieses Effekts automatisch ausgeglichen werden.
Spart ein Freibetrag beim Spitzensteuersatz 55 Prozent Steuer?
Ein steuerlich abzugsfähiger Betrag kann bei einem Grenzsteuersatz von 55 Prozent grundsätzlich besonders stark wirken.
Vereinfachtes Beispiel
Ein Steuerpflichtiger befindet sich mit seinem obersten Einkommensteil vollständig in der 55-Prozent-Stufe und kann eine zusätzliche steuerlich abzugsfähige Position von 10.000 Euro geltend machen.
Sofern diese tatsächlich die mit 55 Prozent besteuerte Bemessungsgrundlage reduziert, ergibt sich vereinfacht eine Tarifwirkung von:
10.000 Euro × 55 % = 5.500 Euro
Die konkrete Steuerwirkung hängt allerdings davon ab, welche Art von Ausgabe oder Freibetrag vorliegt und welchen Einkommensteil sie tatsächlich reduziert.
Ist der Spitzensteuersatz dasselbe wie die effektive Steuerbelastung?
Nein.
Der Spitzensteuersatz sagt lediglich, mit welchem Prozentsatz der oberste betroffene Einkommensteil versteuert wird.
Die tatsächliche Steuerquote einer Person hängt unter anderem ab von:
- Höhe und Zusammensetzung des Einkommens,
- Sozialversicherung,
- Werbungskosten oder Betriebsausgaben,
- Sonderausgaben,
- außergewöhnlichen Belastungen,
- Steuerabsetzbeträgen,
- sonstigen Bezügen und
- besonders besteuerten Einkünften.
Ein Grenzsteuersatz von 55 Prozent bedeutet deshalb nicht, dass 55 Prozent des gesamten Einkommens an Einkommensteuer bezahlt werden.
Die häufigsten Irrtümer zum Spitzensteuersatz
- „Ab einer Million Euro werden alle Einkünfte mit 55 Prozent besteuert.“ Nein. Nur der über einer Million Euro liegende Einkommensteil.
- „Der Spitzensteuersatz beträgt 50 Prozent.“ 2026 liegt der höchste Satz bei 55 Prozent; 50 Prozent gelten von 104.859 bis eine Million Euro.
- „55 Prozent gelten ab einer Million Euro Bruttogehalt.“ Entscheidend ist das steuerpflichtige Einkommen, nicht einfach das Jahresbrutto.
- „Eine höhere Steuerstufe macht eine Gehaltserhöhung unrentabel.“ Nur der zusätzliche Einkommensteil wird mit dem höheren Grenzsteuersatz belastet.
- „Die ersten 13.539 Euro werden bei hohem Einkommen nachträglich besteuert.“ Nein. Dieser Tarifbereich bleibt bei 0 Prozent.
- „Arbeitnehmer und Selbstständige haben völlig unterschiedliche Einkommensteuertarife.“ Für natürliche Personen gilt grundsätzlich derselbe progressive Tarif.
- „Lohnsteuer ist eine andere Steuer als Einkommensteuer.“ Sie ist die besondere Erhebungsform der Einkommensteuer bei Arbeitnehmern.
- „Eine GmbH zahlt bei hohem Gewinn 55 Prozent.“ Nein. Kapitalgesellschaften unterliegen 2026 grundsätzlich 23 Prozent Körperschaftsteuer.
- „13. und 14. Gehalt werden immer nach der normalen Tarifstufe versteuert.“ Unter den Voraussetzungen gelten dafür besondere Regeln des § 67 EStG.
- „Die 55-Prozent-Stufe läuft 2026 aus.“ Nein. Sie wurde bis einschließlich 2029 verlängert.
- „Die Millionengrenze wird jedes Jahr mit der Inflation erhöht.“ Nein. Die höchste Tarifgrenze ist von dieser automatischen Anpassung ausgenommen.
Checkliste: Welcher Einkommensteuersatz betrifft mich 2026?
- Bemessungsgrundlage: Nicht Bruttogehalt, sondern steuerpflichtiges Einkommen bestimmen.
- Bis 13.539 Euro: 0-Prozent-Tarifstufe.
- 13.539 bis 21.992 Euro: 20-Prozent-Grenzsteuersatz.
- 21.992 bis 36.458 Euro: 30 Prozent.
- 36.458 bis 70.365 Euro: 40 Prozent.
- 70.365 bis 104.859 Euro: 48 Prozent.
- 104.859 bis eine Million Euro: 50 Prozent.
- Über eine Million Euro: nur der darüberliegende Einkommensteil mit 55 Prozent.
- Arbeitnehmer: 13. und 14. Bezug separat prüfen.
- Absetzbeträge: Familienbonus, Verkehrsabsetzbetrag und weitere Ansprüche berücksichtigen.
- Kapitalgesellschaft: Körperschaftsteuer statt persönlichem Einkommensteuertarif prüfen.
Fazit: 55 Prozent gelten nur für den obersten Einkommensteil
Der Spitzensteuersatz in Österreich beträgt 2026 55 Prozent. Er kommt ausschließlich für Einkommensteile über einer Million Euro zur Anwendung.
Zwischen 104.859 Euro und einer Million Euro beträgt der Grenzsteuersatz 50 Prozent. Darunter gelten die Stufen von 48, 40, 30 und 20 Prozent. Die ersten 13.539 Euro des steuerpflichtigen Einkommens werden mit null Prozent besteuert.
Der entscheidende Begriff ist dabei der Grenzsteuersatz. Wer eine neue Tarifstufe erreicht, zahlt den höheren Steuersatz nur auf den zusätzlichen Einkommensteil innerhalb dieser Stufe.
Bei Arbeitnehmern ist außerdem das Bruttogehalt nicht mit dem steuerpflichtigen Einkommen gleichzusetzen. Sozialversicherung, steuerliche Abzüge und insbesondere die Sonderbesteuerung des 13. und 14. Bezugs führen dazu, dass sich der persönliche Steuersatz nicht einfach aus dem Jahresbrutto ablesen lässt.
Die 55-Prozent-Stufe wurde inzwischen bis einschließlich 2029 verlängert. Nach der derzeitigen Rechtslage würde der höchste Einkommensteuersatz anschließend wieder auf 50 Prozent sinken, sofern der Gesetzgeber die Befristung nicht erneut verändert.
Die drei wichtigsten Punkte: Spitzensteuersatz 2026: 55 Prozent. Beginn: erst für Einkommensteile über einer Million Euro. Und eine höhere Tarifstufe erhöht niemals rückwirkend den Steuersatz für das gesamte Einkommen.
Häufige Fragen zum Spitzensteuersatz in Österreich
Wie hoch ist der Spitzensteuersatz 2026 in Österreich?
Der höchste Einkommensteuersatz beträgt 55 Prozent.
Ab welchem Einkommen gelten 55 Prozent Steuer?
Der Steuersatz von 55 Prozent gilt 2026 für den Teil des steuerpflichtigen Einkommens, der eine Million Euro übersteigt.
Wird bei mehr als einer Million Euro das ganze Einkommen mit 55 Prozent besteuert?
Nein. Nur der über einer Million Euro liegende Einkommensteil wird mit 55 Prozent besteuert.
Wie hoch ist der Steuersatz zwischen 100.000 und einer Million Euro?
Bis 104.859 Euro gilt auf den obersten entsprechenden Einkommensteil noch der 48-Prozent-Tarif. Für Einkommensteile über 104.859 bis eine Million Euro beträgt der Grenzsteuersatz 50 Prozent.
Wie hoch ist die Steuerfreigrenze 2026?
Die ersten 13.539 Euro steuerpflichtiges Einkommen werden mit null Prozent besteuert.
Warum können Arbeitnehmer trotzdem mehr als 13.539 Euro verdienen, ohne Einkommensteuer zu bezahlen?
Weil zusätzlich Steuerabsetzbeträge wirken. Das BMF nennt für Arbeitnehmer 2026 ein steuerfreies Basiseinkommen von mindestens 19.962,03 Euro, ohne sonstige Bezüge nach § 67 EStG.
Was ist der Grenzsteuersatz?
Der Grenzsteuersatz gibt an, mit welchem Steuersatz ein zusätzlicher Euro steuerpflichtiges Einkommen in der jeweiligen Tarifstufe grundsätzlich besteuert wird.
Was ist der Durchschnittssteuersatz?
Er beschreibt das Verhältnis der gesamten Steuer zum gesamten steuerpflichtigen Einkommen und liegt aufgrund des progressiven Tarifs normalerweise unter dem höchsten Grenzsteuersatz.
Wie hoch ist der Durchschnittssteuersatz bei 100.000 Euro Einkommen?
Die Tarifsteuer beträgt 2026 vor Absetzbeträgen rund 33.818 Euro. Das entspricht einem durchschnittlichen Tarifsteuersatz von rund 33,82 Prozent, obwohl der Grenzsteuersatz bereits 48 Prozent beträgt.
Wie viel Steuer fallen bei 1,1 Millionen Euro Einkommen an?
Die reine Tarifsteuer beträgt 2026 vor Steuerabsetzbeträgen rund 538.720,82 Euro. Davon werden nur die obersten 100.000 Euro mit 55 Prozent besteuert.
Wie lange gilt der Spitzensteuersatz von 55 Prozent?
Nach aktueller Rechtslage gilt die 55-Prozent-Stufe bis einschließlich des Kalenderjahres 2029.
Wie hoch ist der Spitzensteuersatz ab 2030?
Nach derzeit geltendem Recht würde die befristete 55-Prozent-Stufe auslaufen und wieder ein Höchststeuersatz von 50 Prozent gelten. Eine zukünftige Gesetzesänderung bleibt möglich.
Gilt der Spitzensteuersatz für Arbeitnehmer?
Ja. Auch Arbeitnehmer können grundsätzlich die 55-Prozent-Stufe erreichen, wenn ihr entsprechend zu versteuerndes Einkommen die Millionengrenze überschreitet.
Gilt der Spitzensteuersatz für Selbstständige?
Ja. Natürliche Personen mit betrieblichen Einkünften unterliegen grundsätzlich demselben progressiven Einkommensteuertarif.
Gilt der Spitzensteuersatz für Einzelunternehmer?
Ja. Der Gewinn eines Einzelunternehmers wird grundsätzlich im persönlichen Einkommensteuertarif des Unternehmers berücksichtigt.
Gilt der Spitzensteuersatz für eine GmbH?
Nein. Eine GmbH unterliegt 2026 grundsätzlich der Körperschaftsteuer von 23 Prozent. Bei Gewinnausschüttungen können zusätzlich Steuern auf Ebene des Gesellschafters entstehen.
Werden 13. und 14. Gehalt mit 55 Prozent versteuert?
Nicht automatisch. Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld können innerhalb des Jahressechstels nach den Sonderregeln des § 67 EStG begünstigt besteuert werden. Bei sehr hohen Bezügen gelten zusätzliche Einschränkungen.
Wird eine Gehaltserhöhung komplett mit dem höheren Steuersatz besteuert?
Nein. Nur jener zusätzliche Einkommensteil, der in der höheren Tarifstufe liegt, wird mit dem höheren Grenzsteuersatz besteuert.
Was passiert, wenn ich knapp über 104.859 Euro komme?
Nur der über 104.859 Euro liegende Einkommensteil wird mit 50 Prozent besteuert. Die darunterliegenden Teile behalten ihre niedrigeren Steuersätze.
Was passiert, wenn ich knapp über eine Million Euro komme?
Nur der über einer Million Euro liegende Teil wird mit 55 Prozent besteuert.
Werden die Einkommensteuergrenzen jedes Jahr erhöht?
Die Tarifgrenzen bis eine Million Euro unterliegen seit 2023 grundsätzlich einer jährlichen Inflationsanpassung. Die Millionengrenze der 55-Prozent-Stufe ist davon ausgenommen.
Wie hoch war die Inflationsanpassung 2026?
Für 2026 wurde eine maßgebliche Inflationsrate von 2,6 Prozent ermittelt. Die Tarifgrenzen wurden grundsätzlich um zwei Drittel davon beziehungsweise rund 1,733 Prozent angehoben.
Ist Lohnsteuer dasselbe wie Einkommensteuer?
Die Lohnsteuer ist die Erhebungsform der Einkommensteuer bei Arbeitnehmern. Der Arbeitgeber behält sie laufend vom Arbeitslohn ein und führt sie an das Finanzamt ab.
Kann ich meinen persönlichen Steuersatz direkt aus dem Bruttogehalt ablesen?
Nein. Sozialversicherung, steuerliche Abzüge, Absetzbeträge und die Behandlung von Sonderzahlungen beeinflussen die tatsächliche Steuerbelastung.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Bundesministerium für Finanzen: Einkommensteuertarif und Tarifstufen 2026
- Unternehmensserviceportal: Tarifstufen der Einkommensteuer
- Bundesministerium für Finanzen: Einkommensbegriff und steuerfreies Basiseinkommen
- RIS: § 33 Einkommensteuergesetz – Steuersätze und Steuerabsetzbeträge
- Bundesministerium für Finanzen: Steuerbuch 2026
- Bundesministerium für Finanzen: Allgemeines zu Lohn- und Einkommensteuer
- Unternehmensserviceportal: Körperschaftsteuer und Abgrenzung zur Einkommensteuer
Stand der fachlichen Prüfung: 8. Oktober 2026.
Hinweis: Die Tarifstufen beziehen sich auf das steuerpflichtige Einkommen und nicht unmittelbar auf Bruttogehalt oder Umsatz. Die tatsächliche Steuer hängt zusätzlich von Einkunftsarten, Sozialversicherung, Betriebsausgaben beziehungsweise Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen, Steuerabsetzbeträgen und gegebenenfalls besonderen Steuersätzen ab.