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Steuern

Kfz-Steuer Österreich 2026: Berechnung, Kosten & Rechner

David Reisner
aktualisiert: 8. Oktober 2026 12:07

Die Kfz-Steuer in Österreich hängt 2026 vor allem vom Fahrzeugtyp, dem Antrieb und dem Datum der ersten Zulassung ab. Bei gewöhnlichen Pkw und Motorrädern handelt es sich um die motorbezogene Versicherungssteuer. Sie wird gemeinsam mit der Kfz-Haftpflichtversicherung eingehoben und ist grundsätzlich unabhängig davon zu bezahlen, wie viele Kilometer man tatsächlich fährt.

Für erstmals 2026 zugelassene Benzin- und Diesel-Pkw gelten bei der Berechnung grundsätzlich Abzugsposten von 59 kW und 97 Gramm CO₂ pro Kilometer. Ältere Fahrzeuge können weiterhin nach anderen Formeln besteuert werden. Eine besonders wichtige Änderung betrifft Elektroautos: Seit dem 1. April 2025 unterliegen auch reine Elektro-Pkw der motorbezogenen Versicherungssteuer. Bei ihnen zählen die Nenndauerleistung des Elektromotors und das Eigengewicht.

Kfz-Steuer 2026 auf einen Blick:

  • Verbrenner mit Erstzulassung ab Oktober 2020: Berechnung grundsätzlich anhand von Motorleistung und CO₂-Ausstoß.
  • Verbrenner mit Erstzulassung bis September 2020: Weiterhin Besteuerung nach der bisherigen kW-Staffel.
  • Elektroautos: Seit April 2025 steuerpflichtig; Berechnung anhand von Nenndauerleistung und Eigengewicht.
  • Plug-in-Hybride: Eigene CO₂-Abzugsposten; für Erstzulassungen 2026 gelten 59 kW und 24 g CO₂/km.
  • Bezahlung: Grundsätzlich über die Kfz-Haftpflichtversicherung.
  • Rechner: Die konkrete Steuer lässt sich mit dem ÖAMTC-Kfz-Steuerrechner beziehungsweise dem vom Finanzministerium empfohlenen offiziellen Berechnungsangebot prüfen.

Kfz-Steuer Österreich 2026: Welche Berechnung gilt für mein Auto?

Die häufigste Fehlerquelle bei der Kfz-Steuer ist die Anwendung einer falschen Berechnungsformel. Nicht für jedes Auto mit gleicher Motorleistung fällt dieselbe Steuer an.

Entscheidend sind die Fahrzeugklasse, der Antrieb, das Datum der weltweiten beziehungsweise unionsweiten Erstzulassung und die jeweils vorgeschriebenen technischen Fahrzeugdaten.

Fahrzeug Maßgebliche Berechnungsgrundlage Besonderheit 2026
Benzin- oder Diesel-Pkw, Erstzulassung vor 1. Oktober 2020 Motorleistung in kW Alte kW-Staffel und gegebenenfalls Zuschläge je nach Zahlungsweise
Benzin- oder Diesel-Pkw, Erstzulassung ab 1. Oktober 2020 Motorleistung in kW und kombinierter WLTP-CO₂-Wert Abzugsposten des jeweiligen Erstzulassungsjahres
Vollhybrid oder Mildhybrid Leistung des Verbrennungsmotors und gegebenenfalls CO₂-Wert Grundsätzlich wie ein Pkw mit Verbrennungsmotor
Plug-in-Hybrid Leistung des Verbrennungsmotors und gewichteter kombinierter WLTP-CO₂-Wert Besondere CO₂-Abzugsposten
Reines Elektroauto Nenndauerleistung des Elektromotors und Eigengewicht Steuerpflicht seit 1. April 2025, auch für ältere E-Autos
Motorrad mit Verbrennungsmotor Hubraum und bei neuerem Erstzulassungsdatum CO₂-Wert Abhängig von der Erstzulassung
Elektrisches Motorrad Nenndauerleistung des Elektromotors Grundsätzlich steuerpflichtig bei mehr als 4 kW

Wichtig bei Gebrauchtwagen: Das Datum der ersten Zulassung ist nicht mit dem Datum des Kaufvertrags oder einer späteren österreichischen Zulassung gleichzusetzen. Ein beispielsweise 2018 erstmals in Deutschland zugelassener Pkw wird durch eine Zulassung in Österreich im Jahr 2026 nicht automatisch zu einem Fahrzeug mit Erstzulassung 2026.

Kfz-Steuer 2026 für Benzin- und Dieselautos berechnen

Bei Pkw der Fahrzeugklasse M1 mit Verbrennungsmotor und einem maßgeblichen WLTP-CO₂-Wert richtet sich die motorbezogene Versicherungssteuer seit dem 1. Oktober 2020 nach zwei Komponenten:

  • der in Kilowatt angegebenen Leistung des Verbrennungsmotors und
  • dem kombinierten CO₂-Ausstoß in Gramm pro Kilometer.

Für Fahrzeuge, die im Jahr 2026 erstmals zugelassen werden, gelten grundsätzlich folgende Abzugsposten:

Berechnungskomponente Abzug 2026 Steuersatz
Leistung des Verbrennungsmotors 59 kW 0,72 € je verbleibendem kW und Monat
Kombinierter WLTP-CO₂-Ausstoß 97 g/km 0,72 € je verbleibendem g CO₂/km und Monat

Bei beiden Komponenten müssen nach Abzug mindestens fünf Einheiten angesetzt werden. Ein sehr niedriger CO₂-Wert oder eine geringe Motorleistung führt daher nicht automatisch zu einem Steuerbetrag von null Euro.

Formel für erstmals 2026 zugelassene Benzin- und Diesel-Pkw:

Monatliche Steuer = [maximaler Wert aus 5 und (Motorleistung in kW − 59)] × 0,72 € + [maximaler Wert aus 5 und (CO₂-Ausstoß in g/km − 97)] × 0,72 €.

Jahressteuer bei zwölf Monaten: Monatliche Steuer × 12.

Rechenbeispiel: Pkw mit 120 kW und 150 g CO₂/km

Ein Benzin-Pkw wird im Jahr 2026 erstmals zugelassen. Seine Motorleistung beträgt 120 kW, der kombinierte WLTP-CO₂-Ausstoß 150 g/km.

Berechnung Ergebnis
Motorleistung 120 kW
Abzugsposten − 59 kW
Steuerpflichtige Leistungskomponente 61 kW
CO₂-Ausstoß 150 g/km
CO₂-Abzugsposten − 97 g/km
Steuerpflichtige CO₂-Komponente 53 g/km
Leistungskomponente: 61 × 0,72 € 43,92 €
CO₂-Komponente: 53 × 0,72 € 38,16 €
Kfz-Steuer pro Monat 82,08 €
Kfz-Steuer für zwölf Monate 984,96 €

Bei ganzjähriger Zulassung beträgt die motorbezogene Versicherungssteuer in diesem Beispiel 984,96 Euro. Die Kfz-Haftpflichtprämie, Kaskoversicherung und weitere laufende Autokosten sind darin nicht enthalten.

Kfz-Steuer-Tabelle 2026: Beispiele nach kW und CO₂-Ausstoß

Die folgende Übersicht zeigt modellhafte Steuerbeträge für Benzin- und Diesel-Pkw mit erstmaliger Zulassung im Jahr 2026. Bei allen Beispielen werden die regulären Abzugsposten und Steuersätze des Jahres 2026 angewendet.

Motorleistung CO₂-Ausstoß Steuer monatlich Steuer jährlich
90 kW 125 g/km 42,48 € 509,76 €
100 kW 120 g/km 46,08 € 552,96 €
120 kW 150 g/km 82,08 € 984,96 €
150 kW 180 g/km 125,28 € 1.503,36 €

Die Beispiele gelten für zwölf volle steuerpflichtige Monate. Die Werte sind keine allgemeinen Pauschalbeträge für bestimmte PS-Klassen. Bereits ein anderer CO₂-Wert oder ein abweichendes Erstzulassungsjahr verändert das Ergebnis.

Erstzulassung 2020 bis 2026: Welche Abzugsposten gelten?

Für die Berechnung der motorbezogenen Versicherungssteuer von Benzin- und Diesel-Pkw mit WLTP-Werten wurden die Abzugsposten seit Einführung des neuen Systems regelmäßig abgesenkt.

Die jährlich geltenden Werte sind deshalb auch für den Vergleich von Gebrauchtwagen wichtig.

Erstzulassung Abzug Motorleistung Abzug CO₂-Ausstoß
1. Oktober bis 31. Dezember 2020 65 kW 115 g/km
2021 64 kW 112 g/km
2022 63 kW 109 g/km
2023 62 kW 106 g/km
2024 61 kW 103 g/km
2025 60 kW 100 g/km
2026 59 kW 97 g/km

Diese Tabelle betrifft die entsprechende Berechnungsformel für gewöhnliche Verbrenner und nicht die gesonderte Berechnung von Plug-in-Hybriden oder reinen Elektroautos.

Wird mein Auto jedes Jahr automatisch höher besteuert?

Nein. Die jährlich sinkenden Abzugsposten gelten grundsätzlich für Fahrzeuge, die im jeweiligen Jahr erstmals zugelassen werden. Sie werden bei einem bereits früher erstmals zugelassenen Fahrzeug nicht automatisch jährlich ausgetauscht.

Ein 2022 erstmals zugelassener Pkw wird daher 2026 grundsätzlich weiterhin mit den für seine Erstzulassung maßgeblichen Werten von 63 kW und 109 g CO₂/km berechnet.

Das gilt auch dann, wenn das Fahrzeug inzwischen den Besitzer oder die Versicherung gewechselt hat.

Vergleich: Gleiche Motorleistung, unterschiedliche Erstzulassung

Wie stark sich die Abzugsposten auswirken, zeigt ein Vergleich dreier Pkw mit jeweils 120 kW und 150 g CO₂/km.

Erstzulassung Monatliche Steuer Jährliche Steuer
Oktober 2020 64,80 € 777,60 €
2025 79,20 € 950,40 €
2026 82,08 € 984,96 €

Die Fahrzeuge haben in diesem Modell dieselben technischen Leistungs- und Emissionswerte. Der Unterschied entsteht allein durch das jeweilige Erstzulassungsjahr.

Für den Gebrauchtwagenkauf bedeutet das: Neben Kaufpreis, Zustand und Verbrauch sollte auch die jährlich anfallende motorbezogene Versicherungssteuer verglichen werden. Das jüngere Fahrzeug ist bei gleichen kW- und CO₂-Werten nicht zwingend steuerlich günstiger.

Kfz-Steuer für Autos mit Erstzulassung vor Oktober 2020

Für Pkw mit Verbrennungsmotor, die bis einschließlich 30. September 2020 erstmals zugelassen wurden, gilt grundsätzlich weiterhin die ältere Berechnung ausschließlich anhand der Motorleistung.

Der CO₂-Ausstoß wird bei diesen Fahrzeugen für die motorbezogene Versicherungssteuer nach der alten Pkw-Regelung nicht zusätzlich herangezogen.

Alte kW-Staffel für Pkw

Bei jährlicher Zahlung der Kfz-Haftpflichtprämie gelten für die betreffende alte Berechnungsregel folgende monatliche Steuersätze:

Leistungsbereich Steuersatz pro kW und Monat
Erste 24 kW 0,00 €
Nächste 66 kW 0,62 €
Nächste 20 kW 0,66 €
Darüber hinausgehende kW 0,75 €

Es gilt ein monatlicher Mindeststeuerbetrag von 6,20 Euro bei jährlicher Prämienzahlung. Für bestimmte sehr alte Fahrzeuge bestehen darüber hinaus Sonderregelungen, etwa bei Ottomotoren ohne vorgeschriebenen geregelten Katalysator.

Rechenbeispiel: Älterer Pkw mit 120 kW

Für einen vor Oktober 2020 erstmals zugelassenen Pkw mit 120 kW ergibt sich bei jährlicher Prämienzahlung:

  • Erste 24 kW: steuerfrei in dieser Berechnungsstufe
  • Nächste 66 kW × 0,62 € = 40,92 €
  • Nächste 20 kW × 0,66 € = 13,20 €
  • Verbleibende 10 kW × 0,75 € = 7,50 €

Ergebnis: 61,62 Euro monatliche motorbezogene Versicherungssteuer. Bei zwölf Monaten ergibt sich eine Jahressteuer von 739,44 Euro, wenn die Versicherungsprämie jährlich entrichtet wird.

Dieses Ergebnis weicht von der Berechnung für einen erstmals 2026 zugelassenen Pkw ab, weil bei diesem zusätzlich der relevante CO₂-Ausstoß berücksichtigt wird.

Warum kann monatliche Versicherungszahlung bei älteren Autos teurer sein?

Bei der alten Berechnung beeinflusst auch die vereinbarte Zahlungsweise der Kfz-Haftpflichtprämie die Steuerhöhe.

Zahlungsweise der Versicherungsprämie Steuerlicher Zuschlag gegenüber jährlicher Zahlung
Jährlich Kein Zuschlag
Halbjährlich 6 %
Vierteljährlich 8 %
Monatlich 10 %

Beim zuvor berechneten Pkw mit 739,44 Euro Jahressteuer würde die monatliche Prämienzahlung die motorbezogene Steuer rechnerisch um rund 73,94 Euro pro Jahr erhöhen. Rundungsabweichungen bei einzelnen Abrechnungen sind möglich.

Bei Pkw nach dem neuen Berechnungssystem ab Oktober 2020 entfällt dieser besondere steuerliche Zahlungszuschlag. Ob eine Versicherung unabhängig davon eigene Zahlungs- oder Verwaltungszuschläge verlangt, ist eine gesonderte Vertragsfrage.

Kfz-Steuer für Elektroautos: Was gilt seit April 2025?

Eine wesentliche Änderung betrifft rein elektrisch angetriebene Kraftfahrzeuge.

Bis zum 31. März 2025 waren reine Elektroautos grundsätzlich von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit. Diese allgemeine Befreiung wurde mit 1. April 2025 abgeschafft.

Seit diesem Zeitpunkt sind grundsätzlich auch bereits zugelassene Elektro-Pkw steuerpflichtig. Die Regelung gilt also nicht ausschließlich für neu gekaufte Elektroautos.

Bei Elektro-Pkw der Klasse M1 mit höchstens 3,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht wird die Steuer anhand zweier Komponenten berechnet:

  • der eingetragenen Nenndauerleistung des Elektromotors und
  • dem eingetragenen Eigengewicht des Fahrzeugs.

Leistungskomponente für Elektro-Pkw

Von der maßgeblichen Nenndauerleistung werden 45 kW abgezogen. Mindestens müssen allerdings 10 kW angesetzt werden.

Verbleibende Leistung nach Abzug Steuersatz je kW und Monat
Erste 35 kW 0,25 €
Nächste 25 kW 0,35 €
Darüber hinausgehende kW 0,45 €

Gewichtskomponente für Elektro-Pkw

Vom Eigengewicht des Elektroautos werden 900 Kilogramm abgezogen. Mindestens sind aber 200 Kilogramm für die Berechnung anzusetzen.

Verbleibendes Eigengewicht nach Abzug Steuersatz je kg und Monat
Erste 500 kg 0,015 €
Nächste 700 kg 0,030 €
Darüber hinausgehende kg 0,045 €

Die monatliche motorbezogene Versicherungssteuer ergibt sich aus der Summe von Leistungs- und Gewichtskomponente.

Rechenbeispiel: Elektroauto mit 100 kW Nenndauerleistung und 2.000 kg

Ein reines Elektroauto hat laut Zulassungsbescheinigung eine Nenndauerleistung von 100 kW und ein Eigengewicht von 2.000 kg.

Berechnungsschritt Betrag
100 kW − 45 kW 55 kW
35 kW × 0,25 € 8,75 €
20 kW × 0,35 € 7,00 €
Leistungskomponente 15,75 €
2.000 kg − 900 kg 1.100 kg
500 kg × 0,015 € 7,50 €
600 kg × 0,030 € 18,00 €
Gewichtskomponente 25,50 €
Steuer pro Monat 41,25 €
Steuer für zwölf Monate 495,00 €

Das Elektroauto kostet in diesem Beispiel 495 Euro motorbezogene Versicherungssteuer jährlich.

Dieser Betrag fällt zusätzlich zu den eigentlichen Versicherungskosten an und ist nicht mit einer Abgabe auf den geladenen Strom zu verwechseln.

Elektroauto-Steuer: Vergleich verschiedener Fahrzeuge

Die Höhe der Steuer kann bei Elektroautos stark variieren. Neben der Nenndauerleistung hat besonders das Eigengewicht einen wesentlichen Einfluss.

Nenndauerleistung Eigengewicht Monatliche Steuer Jährliche Steuer
60 kW 1.450 kg 12,75 € 153 €
70 kW 1.750 kg 24,25 € 291 €
80 kW 2.000 kg 34,25 € 411 €
100 kW 2.000 kg 41,25 € 495 €
150 kW 2.200 kg 70,75 € 849 €

Die Beispiele basieren auf den gesetzlichen Steuersätzen für reine Elektro-Pkw und setzen jeweils zwölf volle steuerpflichtige Monate voraus.

Welche kW-Zahl zählt beim Elektroauto?

Für die Steuer ist die gesetzlich maßgebliche Nenndauerleistung entscheidend, nicht automatisch die beworbene Spitzenleistung des Fahrzeugs.

Die Nenndauerleistung beschreibt die dauerhaft verfügbare beziehungsweise nach dem einschlägigen Prüfverfahren bestimmte Leistung. Sie kann erheblich von der maximal kurzfristig möglichen Motorleistung abweichen.

Im österreichischen Zulassungsschein ist die maßgebliche Leistung grundsätzlich im Feld P.2 beziehungsweise gegebenenfalls zusätzlich im Feld A.26 zu finden. Das Eigengewicht wird im Feld G ausgewiesen.

Wichtiger Spartipp ohne Steuertrick: Wenn bei einem Elektroauto irrtümlich die Spitzenleistung statt der richtigen Nenndauerleistung eingetragen wurde, kann die berechnete Steuer erheblich zu hoch sein. Lassen Sie widersprüchliche Angaben durch den Fahrzeughersteller, Händler oder die zuständige Stelle prüfen und gegebenenfalls berichtigen.

Eine bewusst niedrigere Leistungsangabe ohne technische oder rechtliche Grundlage ist selbstverständlich nicht zulässig.

Kfz-Steuer für Hybrid und Plug-in-Hybrid 2026

Bei Hybridfahrzeugen ist zu unterscheiden, ob das Fahrzeug extern aufgeladen werden kann.

Vollhybride und Mildhybride werden bei einem entsprechend ermittelten WLTP-CO₂-Wert grundsätzlich nach den Regeln für Verbrenner-Pkw behandelt. Bei der Leistung zählt der Verbrennungsmotor und nicht die zusammengerechnete Systemleistung.

Plug-in-Hybride verfügen dagegen über eine externe Lademöglichkeit und unterliegen besonderen CO₂-Abzugsposten.

Berechnungsformel für Plug-in-Hybride mit Erstzulassung 2026

Für einen im Jahr 2026 erstmals zugelassenen Plug-in-Hybrid-Pkw mit maßgeblichen WLTP-Werten gelten folgende Abzugsposten:

  • Motorleistung des Verbrennungsmotors: 59 kW
  • Gewichteter kombinierter CO₂-Ausstoß: 24 g/km
  • Steuersatz: 0,72 Euro pro verbleibendem kW beziehungsweise g CO₂/km und Monat
  • Mindestansatz: Fünf Einheiten je Komponente

Die Abzugsposten von 24 g/km dürfen nicht mit dem CO₂-Abzug von 97 g/km für gewöhnliche Benzin- oder Diesel-Pkw verwechselt werden.

Beispiel: Plug-in-Hybrid mit 120 kW und 30 g CO₂/km

Ein erstmals 2026 zugelassener Plug-in-Hybrid hat eine Verbrennungsmotorleistung von 120 kW und einen gewichteten kombinierten WLTP-CO₂-Wert von 30 g/km.

  • Leistungskomponente: 120 − 59 = 61 kW
  • CO₂-Komponente: 30 − 24 = 6 g/km
  • Summe der maßgeblichen Einheiten: 67
  • Monatliche Steuer: 67 × 0,72 € = 48,24 €
  • Jahressteuer: 48,24 € × 12 = 578,88 €

Hinweis für den Autokauf: Bei Plug-in-Hybriden sind die für das Erstzulassungsjahr maßgeblichen Werte besonders wichtig. Der CO₂-Abzugsposten wurde für Erstzulassungen 2026 gegenüber 2025 angehoben, unter anderem im Zusammenhang mit geänderten Messmethoden. Für ältere Fahrzeuge bleiben grundsätzlich die Werte ihres jeweiligen Erstzulassungsjahres relevant.

Kfz-Steuer für Motorräder 2026 berechnen

Auch bei Motorrädern hängt die Berechnung vom Antrieb und dem Zeitpunkt der Erstzulassung ab.

Motorräder mit Erstzulassung vor dem 1. Oktober 2020

Bei Motorrädern mit Verbrennungsmotor und mehr als 100 cm³ Hubraum, die vor Oktober 2020 erstmals zugelassen wurden, erfolgt die Berechnung grundsätzlich nach dem Hubraum.

Bei jährlicher Versicherungsprämienzahlung beträgt die Steuer 0,025 Euro pro cm³ und Monat.

Beispiel für ein Motorrad mit 125 cm³:

  • 125 cm³ × 0,025 € = 3,125 € pro Monat
  • Jahressteuer: 37,50 €

Bei halbjährlicher, vierteljährlicher oder monatlicher Prämienzahlung gelten für diese ältere Berechnungsregel entsprechend höhere Sätze.

Motorräder mit Erstzulassung ab Oktober 2020

Für neuere Motorräder mit Verbrennungsmotor und mehr als 100 cm³ Hubraum werden grundsätzlich sowohl der Hubraum als auch der CO₂-Ausstoß berücksichtigt.

Die monatliche Steuer ergibt sich aus:

Hubraumkomponente: (Hubraum in cm³ − 52) × 0,014 €

CO₂-Komponente: (CO₂-Wert in g/km − 52) × 0,20 €, wobei mindestens 10 g/km als verbleibender Wert angesetzt werden.

Beispiel: Ein Motorrad mit 125 cm³ und 90 g CO₂/km wird nach dieser Regelung mit rund 8,62 Euro monatlich beziehungsweise 103,46 Euro jährlich besteuert.

Elektrische Motorräder

Für rein elektrisch betriebene Motorräder mit mehr als 4 kW Nenndauerleistung gilt grundsätzlich folgende monatliche Berechnung:

(Nenndauerleistung in kW − 5 kW) × 0,50 Euro, mindestens jedoch 2 Euro pro Monat.

Ein elektrisches Motorrad mit 15 kW Nenndauerleistung kostet nach dieser Formel 5 Euro monatlich beziehungsweise 60 Euro jährlich.

Krafträder mit Elektromotor bis einschließlich 4 kW beziehungsweise solche mit Verbrennungsmotor bis einschließlich 100 cm³ sind grundsätzlich von dieser motorbezogenen Versicherungssteuer befreit.

Was gilt für Klein-Lkw, Wohnmobile und Fahrzeuge über 3,5 Tonnen?

Die regulären Pkw-Formeln dürfen nicht automatisch auf sämtliche anderen Fahrzeugklassen übertragen werden.

Für leichte Nutzfahrzeuge der Klasse N1, bestimmte Wohnmobile und weitere mehrspurige Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen bestehen eigene leistungsabhängige Berechnungsregeln.

Bei neueren Fahrzeugen dieser Kategorien beträgt die motorbezogene Versicherungssteuer beispielsweise je nach Antrieb und Fahrzeugklassifikation:

  • für die ersten 24 kW bei bestimmten Verbrennerfahrzeugen: 0 Euro je kW,
  • für die nächsten 66 kW: 0,65 Euro je kW und Monat,
  • für die weiteren 20 kW: 0,70 Euro je kW und Monat und
  • für darüber hinausgehende kW: 0,79 Euro je kW und Monat.

Für diese Berechnungsregel gilt grundsätzlich ein monatlicher Mindestbetrag von 6,50 Euro und ein Höchstbetrag von 76 Euro. Bei rein elektrischen Fahrzeugen dieser Klassen können abweichende Freibereiche gelten.

Für Wohnmobile kommt es unter anderem auf die Aufbauart und das Basisfahrzeug an.

Kraftfahrzeugsteuer statt motorbezogener Versicherungssteuer

Bei bestimmten schweren Kraftfahrzeugen über 3,5 Tonnen sowie Zugmaschinen und Motorkarren kommt grundsätzlich die eigentliche Kraftfahrzeugsteuer nach dem Kraftfahrzeugsteuergesetz zur Anwendung.

Die Unterscheidung ist wichtig, weil für diese Fahrzeuge andere Bemessungsgrundlagen, Zahlungsmodalitäten und Steuerpflichten gelten können.

Auch bei unrechtmäßiger Verwendung bestimmter ausländisch zugelassener Fahrzeuge in Österreich können besondere kraftfahrzeugsteuerliche Folgen entstehen.

Wer ist von der Kfz-Steuer in Österreich befreit?

Das österreichische Recht sieht für bestimmte Fahrzeugarten und Verwendungszwecke Befreiungen von der motorbezogenen Versicherungssteuer vor.

Zu den wichtigsten Fällen zählen:

  • Fahrzeuge für Menschen mit Behinderungen: Bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen und der vorgesehenen Nachweise.
  • Fahrzeuge im Taxi- und Mietwagengewerbe: Bei ausschließlicher oder überwiegender begünstigter gewerblicher Personenbeförderung; gewöhnliche Leihwagen sind nicht automatisch befreit.
  • Omnibusse: Soweit die gesetzliche Befreiung greift.
  • Fahrzeuge mit Probe- oder Überstellungskennzeichen: Nach den vorgesehenen Regelungen.
  • Bestimmte Mopeds und Kleinkrafträder: Aufgrund der gesetzlichen Leistungs- beziehungsweise Hubraumgrenzen.
  • Fahrzeuge mit hinterlegten Kennzeichentafeln: Bei Einhaltung der maßgeblichen Mindestdauer.

Die Befreiungen gelten nicht pauschal aufgrund einer bestimmten Berufsbezeichnung oder eines bestimmten Fahrzeugmodells. Entscheidend sind die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen.

Kfz-Steuerbefreiung für Menschen mit Behinderungen

Menschen mit Behinderungen können unter bestimmten Voraussetzungen von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit werden.

Zu den wesentlichen Voraussetzungen gehören:

  • das Fahrzeug erfüllt die gesetzlich vorgesehene Gewichtsgrenze,
  • die Zulassung erfolgt grundsätzlich auf die anspruchsberechtigte Person,
  • das Fahrzeug dient vorwiegend deren persönlicher Fortbewegung und Haushaltsführung,
  • der Behindertenpass enthält die erforderliche Zusatzeintragung über die Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel oder Blindheit und
  • die Befreiung wird über das vorgesehene Verfahren beantragt beziehungsweise nachgewiesen.

Bei einer Zulassungsbesitzgemeinschaft und besonderen Konstellationen können zusätzliche Regeln relevant sein.

Erfüllt das Fahrzeug auch die entsprechenden Voraussetzungen für die Autobahnvignette, kann zudem eine kostenlose Jahresvignette zustehen.

Die Einzelheiten erläutert das Bundesministerium für Finanzen zur Kfz-Steuerbefreiung für Menschen mit Behinderungen.

Kfz-Steuer sparen: Wechselkennzeichen und Kennzeichenhinterlegung

Neben gesetzlichen Befreiungen gibt es Möglichkeiten, die tatsächlich anfallende Steuerbelastung durch die Art der Zulassung beziehungsweise Nutzung zu beeinflussen.

Wechselkennzeichen für mehrere Fahrzeuge

Wer mehrere geeignete Fahrzeuge mit einem Wechselkennzeichen betreibt, muss nicht automatisch die motorbezogene Versicherungssteuer aller Fahrzeuge addiert bezahlen.

Bei mehreren der motorbezogenen Versicherungssteuer unterliegenden Fahrzeugen mit einem gemeinsamen Wechselkennzeichen ist grundsätzlich nur die Steuer jenes Fahrzeugs zu entrichten, für das sich der höchste Steuerbetrag ergibt.

Bei Kombinationen mit Fahrzeugen, die der eigentlichen Kraftfahrzeugsteuer unterliegen, gelten besondere Vorschriften.

Praxisbeispiel: Zwei Pkw mit jährlichen motorbezogenen Steuerbeträgen von 450 und 700 Euro werden zulässigerweise mit einem Wechselkennzeichen betrieben. Für die motorbezogene Versicherungssteuer ist grundsätzlich der höhere Betrag maßgeblich und nicht automatisch die Summe von 1.150 Euro.

Die Möglichkeit eines Wechselkennzeichens hängt auch von den zulassungsrechtlichen Voraussetzungen ab. Die Fahrzeuge dürfen nicht gleichzeitig mit demselben Kennzeichen im öffentlichen Verkehr verwendet werden.

Kennzeichen mindestens 45 Tage hinterlegen

Wer sein Fahrzeug längere Zeit nicht benötigt, beispielsweise ein saisonal genutztes Motorrad oder Cabrio, kann die Kennzeichentafeln und Zulassungsdokumente bei der zuständigen Stelle hinterlegen.

Die motorbezogene Versicherungssteuer entfällt für den Hinterlegungszeitraum grundsätzlich, wenn die Kennzeichen mindestens 45 Tage hinterlegt bleiben. Der Tag der Hinterlegung und der Tag der Wiederausfolgung zählen für die erforderliche Frist nicht mit.

Bei kürzerer Hinterlegung entsteht diese Befreiung nicht automatisch.

Ob zusätzlich Versicherungsprämien erspart werden können, sollte mit der Versicherung geklärt werden. Die Bestimmungen zur Haftpflichtversicherung und zu einem möglichen Kaskoschutz sind gesondert zu betrachten.

Wann und wie wird die motorbezogene Versicherungssteuer bezahlt?

Bei der gewöhnlichen motorbezogenen Versicherungssteuer erfolgt die Abwicklung über die Kfz-Haftpflichtversicherung.

Die Versicherung berechnet den Steuerbetrag anhand der Fahrzeugdaten und der gesetzlichen Vorschriften. Anschließend wird er zusammen mit der vereinbarten Versicherungsprämie eingehoben und vom Versicherer an das Finanzamt abgeführt.

Eine eigenständige monatliche Überweisung der motorbezogenen Versicherungssteuer an das Finanzamt ist für gewöhnliche Versicherungsverhältnisse daher nicht erforderlich.

Wichtig bei der Versicherungsrechnung: Die motorbezogene Versicherungssteuer ist von der eigentlichen Kfz-Haftpflichtprämie und der allgemeinen Versicherungssteuer auf die Prämie zu unterscheiden.

Was passiert bei der Anmeldung oder Abmeldung während des Monats?

Beginnt oder endet das Versicherungsverhältnis im Laufe eines Kalendermonats, wird die motorbezogene Versicherungssteuer für diesen Zeitraum anteilig berechnet.

Für die Berechnung werden Kalendermonate pauschal mit 30 Tagen angesetzt.

Beispiele:

  • Zulassung am 20. eines Monats: Für den betreffenden Monat fallen grundsätzlich 11/30 des monatlichen Steuerbetrags an.
  • Abmeldung am 25. eines Monats: Für diesen Monat fallen grundsätzlich 25/30 des monatlichen Steuerbetrags an.

Wird ein bereits für einen längeren Zeitraum bezahltes Versicherungsverhältnis vorzeitig beendet, ist die entsprechende anteilige Steuer grundsätzlich gemeinsam mit dem betreffenden Prämienanteil zu erstatten.

Zu viel Kfz-Steuer bezahlt: Wie bekomme ich Geld zurück?

Fehler können beispielsweise entstehen, wenn falsche Fahrzeugdaten verwendet wurden, eine Steuerbefreiung nicht berücksichtigt wurde oder die Berechnungsgrundlage unzutreffend war.

In diesen Fällen ist grundsätzlich zuerst die Versicherung zu kontaktieren.

So gehen Sie bei einer falschen Berechnung vor

  1. Versicherungsabrechnung kontrollieren: Prüfen Sie Steuerbetrag, Erstzulassungsdatum und maßgebliche Fahrzeugdaten.
  2. Zulassungsschein vergleichen: Stimmen Motorleistung, CO₂-Wert beziehungsweise bei Elektroautos Nenndauerleistung und Eigengewicht?
  3. Versicherung kontaktieren: Ersuchen Sie um eine nachvollziehbare Berechnung und gegebenenfalls um Berichtigung.
  4. Unterlagen bereitstellen: Übermitteln Sie bei Bedarf den korrekten Zulassungsnachweis oder weitere relevante Dokumente.
  5. Weiteres Verfahren prüfen: Lehnt die Versicherung eine Berichtigung ab, können die vorgesehenen abgabenrechtlichen Möglichkeiten beim Finanzamt relevant werden.

Die Versicherung kann Erstattungen grundsätzlich für das laufende Kalenderjahr und die zwei vorangegangenen Kalenderjahre vornehmen. Bei weiter zurückliegenden Zeiträumen innerhalb der maßgeblichen Verjährungsfrist ist das Verfahren über das Finanzamt erforderlich.

Bei Streitfällen kann eine Bescheinigung über die entrichtete Steuer notwendig sein. Für entsprechende Rückzahlungsanträge gelten eigene Fristen.

Praktischer Hinweis: Bewahren Sie bei einer beanstandeten Steuerberechnung die Versicherungsabrechnungen, schriftlichen Korrekturverlangen und Antworten des Versicherers auf. Diese Unterlagen können für eine spätere abgabenrechtliche Klärung entscheidend sein.

Kfz-Steuer, NoVA und Mineralölsteuer: Was ist der Unterschied?

Bei den laufenden Fahrzeugkosten werden mehrere Steuerarten häufig miteinander verwechselt.

Steuer oder Abgabe Wann fällt sie an? Wovon hängt sie grundsätzlich ab?
Motorbezogene Versicherungssteuer Regelmäßig bei der versicherungspflichtigen Zulassung beziehungsweise dem entsprechenden Versicherungsverhältnis Je nach Fahrzeugart unter anderem Motorleistung, CO₂-Wert, Eigengewicht oder Hubraum
Normverbrauchsabgabe (NoVA) Insbesondere bei gesetzlich vorgesehenen Erwerbs- oder erstmaligen Zulassungsvorgängen Gesonderte NoVA-Regeln, insbesondere mit Bezug auf Fahrzeugart und CO₂-Ausstoß
Mineralölsteuer Als Verbrauchsteuer auf steuerpflichtige Kraftstoffe, im Kraftstoffpreis enthalten Art und Menge des Kraftstoffs sowie gesetzliche Steuersätze
Kraftfahrzeugsteuer im engeren Sinn Für bestimmte andere steuerpflichtige Fahrzeuge, beispielsweise schwere Lkw oder Zugmaschinen Eigene Regeln des Kraftfahrzeugsteuergesetzes

Auch die CO₂-Bepreisung von fossilen Kraftstoffen ist von der motorbezogenen Versicherungssteuer abzugrenzen.

Wer wenig fährt, verbraucht in der Regel weniger Kraftstoff. Dadurch können die verbrauchsabhängigen Kraftstoffkosten sinken. Die motorbezogene Versicherungssteuer reduziert sich durch eine geringere Kilometerleistung dagegen nicht automatisch.

Sind Elektroautos von der NoVA befreit?

Ja. Reine Elektrofahrzeuge mit einem CO₂-Emissionswert von 0 g/km sind nach den gesetzlichen Voraussetzungen weiterhin von der Normverbrauchsabgabe befreit.

Diese NoVA-Befreiung ist allerdings nicht mit der seit April 2025 entfallenen Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer gleichzusetzen.

Ein reines Elektroauto kann daher beim entsprechenden Erwerbs- oder Zulassungsvorgang NoVA-befreit sein und trotzdem laufend motorbezogene Versicherungssteuer verursachen.

Weitere Hintergründe zu Abgaben auf Benzin und Diesel behandelt unser Beitrag über die Mineralölsteuer in Österreich.

Checkliste: Kfz-Steuer vor dem Autokauf richtig vergleichen

Vor allem beim Vergleich unterschiedlicher Fahrzeuge lohnt es sich, die künftige Steuerbelastung vor Vertragsabschluss zu prüfen.

  1. Fahrzeugklasse feststellen: Handelt es sich um einen Pkw, ein Motorrad, ein Wohnmobil oder ein Nutzfahrzeug?
  2. Erstzulassungsdatum prüfen: Welches Datum ist für die anzuwendende Berechnung maßgeblich?
  3. Antriebsart bestimmen: Verbrennungsmotor, Vollhybrid, Plug-in-Hybrid oder reiner Elektroantrieb?
  4. Technische Werte kontrollieren: Benötigt werden je nach Fahrzeug kW, CO₂-Ausstoß, Hubraum, Nenndauerleistung oder Eigengewicht.
  5. Passende Berechnungsformel verwenden: Nicht jede Fahrzeugklasse fällt unter dieselbe Steuerregelung.
  6. Jährliche Steuer berechnen: Monatlichen Betrag auf zwölf Monate hochrechnen und gegebenenfalls die ältere Regelung zur Zahlungsweise berücksichtigen.
  7. Gesamtkosten vergleichen: Zusätzlich Versicherungsprämie, Energiekosten, Wartung und mögliche weitere Abgaben berücksichtigen.

Empfehlung beim Gebrauchtwagenkauf: Vergleichen Sie nicht nur Motorleistung und Kraftstoffverbrauch, sondern auch die Steuer nach dem tatsächlichen Erstzulassungsjahr. Gerade bei stärker motorisierten Fahrzeugen kann die jährlich anfallende motorbezogene Versicherungssteuer einen beträchtlichen Teil der laufenden Kosten ausmachen.

Fazit: Die richtige Kfz-Steuer hängt von Fahrzeug und Erstzulassung ab

Für die motorbezogene Versicherungssteuer in Österreich gibt es 2026 keine einheitliche Berechnung für alle Autos. Während ältere Verbrenner weiterhin grundsätzlich anhand der Motorleistung besteuert werden, fließen bei neueren Benzin- und Diesel-Pkw auch die CO₂-Emissionen ein.

Besonders wichtig sind die unterschiedlichen Abzugsposten je nach Erstzulassungsjahr. Für erstmals 2026 zugelassene gewöhnliche Verbrenner-Pkw gelten grundsätzlich 59 kW und 97 g CO₂/km. Bei reinen Elektroautos zählen seit April 2025 dagegen Nenndauerleistung und Eigengewicht.

Wer die tatsächliche Steuerbelastung berechnen möchte, benötigt deshalb die richtigen technischen Werte aus der Zulassungsbescheinigung. Zusätzlich sollte die vom Versicherer ausgewiesene Steuer getrennt von der gewöhnlichen Haftpflichtprämie betrachtet werden.

Beim Autokauf und Versicherungsvergleich kann eine solche Kontrolle helfen, laufende Kosten besser einzuschätzen und fehlerhafte Berechnungen frühzeitig zu erkennen.

Häufige Fragen zur Kfz-Steuer in Österreich

Wo finde ich meine Kfz-Steuer auf der Versicherungsrechnung?

Die motorbezogene Versicherungssteuer wird über die Kfz-Haftpflichtversicherung eingehoben und ist grundsätzlich als eigener Steuerbestandteil auf der Abrechnung ersichtlich. Bei Unklarheiten kann die Versicherung eine nachvollziehbare Berechnungsaufstellung zur Verfügung stellen.

Ändert sich die Kfz-Steuer, wenn ich die Versicherung wechsle?

Ein gewöhnlicher Versicherungswechsel führt bei unveränderten Fahrzeugdaten nicht zu einer neuen Erstzulassung oder automatisch zu einer anderen gesetzlichen Steuerformel. Bei Fahrzeugen nach der älteren Berechnung kann die vereinbarte Zahlungsweise der Versicherungsprämie allerdings weiterhin eine Rolle spielen.

Wird die Kfz-Steuer nach PS oder kW berechnet?

Die gesetzliche Berechnung verwendet grundsätzlich Kilowatt und nicht PS. Bei neueren Pkw mit Verbrennungsmotor kommt der maßgebliche CO₂-Ausstoß hinzu. Bei Elektroautos sind Nenndauerleistung und Eigengewicht entscheidend.

Muss ich für ein nicht genutztes Auto weiterhin Kfz-Steuer bezahlen?

Grundsätzlich ja, solange das Fahrzeug mit dem entsprechenden steuerpflichtigen Versicherungsverhältnis zugelassen bleibt. Die tatsächliche Fahrleistung ist nicht ausschlaggebend. Bei einer ordnungsgemäßen Abmeldung oder ausreichend langen Kennzeichenhinterlegung kann die Steuerpflicht dagegen entfallen.

Ist ein alter Diesel steuerlich günstiger als ein neuer Diesel?

Das ist möglich, aber nicht generell garantiert. Bei vergleichbarer Motorleistung können die unterschiedlichen Berechnungsregeln zu anderen Steuerbeträgen führen. Für einen zuverlässigen Vergleich müssen Erstzulassung, kW und gegebenenfalls CO₂-Werte beider Fahrzeuge berücksichtigt werden.

Muss man für ein Elektroauto in Österreich Kfz-Steuer bezahlen?

Ja. Seit dem 1. April 2025 unterliegen reine Elektro-Pkw grundsätzlich der motorbezogenen Versicherungssteuer. Das betrifft auch bereits zuvor zugelassene Fahrzeuge. Die Steuerhöhe richtet sich nach Nenndauerleistung und Eigengewicht.

Ist ein Plug-in-Hybrid bei der Kfz-Steuer immer günstiger?

Nein. Plug-in-Hybride besitzen eine eigene Berechnungsformel mit besonderen CO₂-Abzugsposten. Eine hohe Leistung des Verbrennungsmotors kann auch bei niedrigen gewichteten CO₂-Emissionen zu einer erheblichen Steuer führen.

Was passiert, wenn im Zulassungsschein kein WLTP-CO₂-Wert steht?

Für bestimmte Fahrzeuge ohne maßgeblichen WLTP-Wert bestehen besondere leistungsabhängige Berechnungsregeln. Die gewöhnliche CO₂-Formel darf in diesem Fall nicht mit einem frei geschätzten Emissionswert angewendet werden. Maßgeblich sind die gesetzlichen Ersatz- beziehungsweise Sonderregelungen.

Kann ich die motorbezogene Versicherungssteuer von der Einkommensteuer absetzen?

Bei einem ausschließlich privat genutzten Pkw zählt sie grundsätzlich zu den privaten Fahrzeugkosten und ist nicht gesondert als Werbungskosten absetzbar. Bei betrieblicher Nutzung oder beruflich veranlassten Fahrten hängt die steuerliche Berücksichtigung von der jeweiligen Gewinnermittlung beziehungsweise Kostenabrechnung ab. Wird das amtliche Kilometergeld zulässigerweise verwendet, sind damit grundsätzlich auch entsprechende anteilige Fahrzeugkosten abgegolten.

Wann kann ich zu viel bezahlte Kfz-Steuer zurückfordern?

Wurde die Steuer falsch berechnet, ist zunächst eine Berichtigung über den Versicherer vorgesehen. Für länger zurückliegende Zeiträume und Streitfälle gelten besondere Verfahren sowie abgabenrechtliche Fristen. Die erforderlichen Nachweise und Versicherungsabrechnungen sollten deshalb aufbewahrt werden.

Offizielle Quellen und Rechtsgrundlagen

Die Angaben und Berechnungsbeispiele beruhen auf den österreichischen Rechtsvorschriften und den für 2026 veröffentlichten Informationen des Bundesministeriums für Finanzen. Besonders wichtig sind die unterschiedlichen Rechtslagen nach Erstzulassungsdatum und die seit 1. April 2025 geltenden Regelungen für Elektrofahrzeuge.

Stand der fachlichen Überarbeitung: 8. Oktober 2026.

Hinweis: Die dargestellten Steuerbeträge sind nachvollziehbare Modellrechnungen für die jeweils genannten Fahrzeugdaten. Die tatsächliche motorbezogene Versicherungssteuer kann aufgrund abweichender technischer Eintragungen, Fahrzeugklassifikationen, Sonderregelungen und steuerpflichtiger Zeiträume unterschiedlich ausfallen. Maßgeblich sind die gesetzlichen Vorschriften und die korrekte Berechnung durch den Versicherer.

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