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Steuern

Mehrwertsteuer in Österreich: Steuersätze, Berechnung & Tax Free

David Reisner
aktualisiert: 8. Oktober 2026 05:37

Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in Österreich? Der allgemeine Mehrwertsteuersatz beträgt 20 %. Daneben gelten ermäßigte Steuersätze von 10 % und 13 %. Seit dem 1. Juli 2026 werden außerdem ausgewählte Grundnahrungsmittel mit nur 4,9 % besteuert. Welcher Steuersatz angewendet wird, hängt von der jeweiligen Ware oder Dienstleistung ab.

Die Mehrwertsteuer (MwSt.) ist beim Einkaufen in Österreich meistens bereits im angegebenen Preis enthalten. Für Unternehmen spielen zusätzlich die Begriffe Umsatzsteuer, Vorsteuer und Nettopreis eine wichtige Rolle. Auch beim Tax Free Shopping können besondere Regeln gelten.

Dieser Ratgeber erklärt die aktuellen österreichischen Mehrwertsteuersätze, zeigt die Berechnung anhand konkreter Beispiele und beantwortet häufige Fragen zur Steuerbefreiung und Rückerstattung.

Das Wichtigste zur Mehrwertsteuer auf einen Blick

  • 20 % Normalsteuersatz: Beispielsweise Kleidung, Möbel, Elektronik und viele Dienstleistungen.
  • 13 % ermäßigter Steuersatz: Unter anderem bestimmte lebende Pflanzen, Brennholz und ausgewählte Kultur- und Freizeitangebote.
  • 10 % ermäßigter Steuersatz: Viele Lebensmittel, Bücher, Arzneimittel, Wohnraumvermietung und Beherbergung.
  • 4,9 % für Grundnahrungsmittel: Seit 1. Juli 2026 für gesetzlich ausgewählte Waren wie Milch, Butter, Eier, Äpfel und bestimmte Brotwaren.
  • 55.000 € Kleinunternehmergrenze: Umsatzsteuerbefreiung bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen.
  • Tax Free Shopping: Umsatzsteuerrückerstattung für berechtigte Reisende mit Wohnsitz außerhalb der EU bei Rechnungen über 75 €.

Rechtsstand: 8. Oktober 2026. Maßgeblich sind insbesondere §§ 6 und 10 des Umsatzsteuergesetzes (UStG 1994).

Mehrwertsteuer in Österreich: Alle aktuellen Steuersätze

In Österreich gibt es einen allgemeinen Umsatzsteuersatz und mehrere ermäßigte Steuersätze. Für die meisten steuerpflichtigen Waren und Dienstleistungen beträgt die Mehrwertsteuer 20 %. Für bestimmte Produkte und Leistungen sieht das Umsatzsteuergesetz niedrigere Steuersätze vor.

Steuersatz Beispiele Anwendung
4,9 % Bestimmte Milchprodukte, Eier, Gemüse, Äpfel, Birnen, Reis und Brot Ausgewählte Grundnahrungsmittel seit 1. Juli 2026
10 % Viele andere Lebensmittel, Bücher, Arzneimittel, Hotelübernachtungen, Wohnraumvermietung Gesetzlich begünstigte Waren und Dienstleistungen
13 % Bestimmte lebende Pflanzen, Brennholz, künstlerische Leistungen und bestimmte Veranstaltungen Besondere gesetzlich geregelte Umsätze
20 % Kleidung, Elektrogeräte, Möbel, zahlreiche Getränke, Beratungsleistungen Allgemeiner Normalsteuersatz

Wichtig: Die genannten Beispiele sind eine Orientierung. Bei einzelnen Waren, kombinierten Produkten oder Sonderleistungen kann die genaue steuerrechtliche Einordnung entscheidend sein. Auch steuerfreie Umsätze sind möglich.

Was wird in Österreich mit 20 % besteuert?

Der Normalsteuersatz von 20 % gilt für steuerpflichtige Umsätze, für die keine besondere Steuerbefreiung oder Ermäßigung vorgesehen ist.

Typische Beispiele sind:

  • Kleidung und Schuhe beim regulären Warenverkauf
  • Computer, Smartphones und andere Elektrogeräte
  • Möbel und Haushaltsgeräte
  • Viele Handwerksleistungen
  • Unternehmensberatung und zahlreiche freiberufliche Dienstleistungen
  • Alkoholische Getränke und zahlreiche alkoholfreie Getränke
  • Viele Kosmetik- und Pflegeprodukte

Der Normalsteuersatz kommt auch bei zahlreichen Leistungen zwischen Unternehmen zur Anwendung. Ein Geschäft zwischen zwei Unternehmen ist also nicht allein deshalb umsatzsteuerfrei, weil beide Beteiligten unternehmerisch tätig sind.

Für welche Waren und Dienstleistungen gelten 10 %?

Der ermäßigte Steuersatz von 10 % gilt unter anderem für folgende Bereiche:

  • Viele Lebensmittel, soweit nicht der neue Steuersatz von 4,9 % anzuwenden ist
  • Arzneimittel
  • Bücher, Zeitungen und Zeitschriften einschließlich bestimmter elektronischer Publikationen
  • Vermietung von Immobilien zu Wohnzwecken, soweit steuerpflichtig und begünstigt
  • Beherbergung in Hotels, Pensionen und vergleichbaren Unterkünften
  • Personenbeförderung mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Viele begünstigte Speisen im Restaurant
  • Bestimmte Reparaturen an Fahrrädern, Schuhen, Kleidung und Haushaltswäsche

Bei Vermietungen sind Ausnahmen zu beachten. Beispielsweise kann eine gesonderte Wärmelieferung anders besteuert werden als die eigentliche Wohnraumvermietung.

Wann beträgt die Mehrwertsteuer 13 %?

Der Steuersatz von 13 % kommt insbesondere bei bestimmten landwirtschaftlichen Produkten sowie Kultur- und Freizeitumsätzen vor.

Beispiele sind:

  • Lieferung bestimmter lebender Pflanzen
  • Lieferung bestimmter lebender Tiere
  • Brennholz
  • Bestimmte Leistungen von Künstlerinnen und Künstlern
  • Film- und Zirkusvorführungen
  • Eintrittsberechtigungen für bestimmte Sportveranstaltungen

Bei kulturellen Angeboten entscheidet die konkrete gesetzliche Einordnung. Nicht jede Veranstaltung wird automatisch mit 13 % besteuert.

4,9 % Mehrwertsteuer auf Lebensmittel seit Juli 2026

Neue Regelung für Grundnahrungsmittel

Seit dem 1. Juli 2026 gilt in Österreich ein dauerhaft eingeführter Umsatzsteuersatz von 4,9 % für ausgewählte Grundnahrungsmittel. Die gesetzliche Grundlage wurde mit BGBl. I Nr. 37/2026 geschaffen.

Damit wird die Umsatzsteuer für diese Waren gegenüber dem bisherigen Satz von 10 % mehr als halbiert.

Die Steuersenkung betrifft nicht sämtliche Lebensmittel. Entscheidend ist die genaue Warenklassifizierung nach der Kombinierten Nomenklatur der Europäischen Union. Die gesetzliche Liste befindet sich in Anlage 3 zu § 10 UStG.

Welche Lebensmittel werden mit 4,9 % besteuert?

Lebensmittelgruppe Beispiele und Einschränkungen
Milch Bestimmte Milcharten einschließlich laktosefreier Milch
Milchprodukte Joghurt und Butter innerhalb der begünstigten Warenpositionen
Eier Frische Hühnereier
Gemüse Bestimmtes frisches, gekühltes und tiefgekühltes Gemüse
Obst Begünstigtes Kern- und Steinobst wie Äpfel und Birnen
Reis Reis der entsprechenden Warenposition
Mehl und Grieß Bestimmtes Weizenmehl und bestimmter Weizengrieß
Teigwaren Bestimmte ungekochte, ungefüllte und nicht anderweitig zubereitete Teigwaren
Brot Brot und bestimmte Backwaren, sofern sie die festgelegte Warenklassifizierung erfüllen
Speisesalz Speisesalz der begünstigten Warenposition

Die Aufstellung vereinfacht die gesetzlichen Warenbeschreibungen. Ob ein konkretes Produkt tatsächlich mit 4,9 % besteuert wird, hängt von seiner Zuordnung zur begünstigten Position oder Unterposition ab.

Die vollständige verbindliche Aufstellung enthält die Anlage 3 des Umsatzsteuergesetzes im RIS.

Welche Lebensmittel haben weiterhin 10 % Mehrwertsteuer?

Die niedrigere Umsatzsteuer gilt nur für ausdrücklich begünstigte Grundnahrungsmittel. Andere Lebensmittel bleiben grundsätzlich beim bisher anwendbaren Steuersatz, häufig also bei 10 %.

Zur Verdeutlichung:

4,9 % Mehrwertsteuer

  • Frische Äpfel
  • Frische Hühnereier
  • Begünstigte Milch
  • Begünstigte Semmeln
  • Bestimmter Reis

Weiterhin 10 % Mehrwertsteuer

  • Bananen
  • Fleisch und Wurst
  • Viele zubereitete Speisen
  • Zusammengestellte Wurstsemmeln
  • Andere nicht mit 4,9 % begünstigte Lebensmittel

Beispiel Obst: Während frische Äpfel unter die neue Begünstigung fallen können, bleiben Bananen grundsätzlich mit 10 % besteuert. Bei gemischten Obstkisten müssen die einzelnen Waren gegebenenfalls unterschiedlichen Steuersätzen zugeordnet werden.

Semmel, Wurstsemmel und Restaurant: Welcher Steuersatz gilt?

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer einfachen Warenlieferung und einer Restaurations- oder Verpflegungsdienstleistung.

Situation Steuersatz
Begünstigte Semmel wird einzeln verkauft 4,9 %
Wurst wird separat verkauft 10 %
Wurstsemmel wird als zusammengestelltes Produkt verkauft 10 %
Begünstigte Semmel wird ohne zusätzliche Restaurationsdienstleistung an der Theke gekauft und vor Ort gegessen 4,9 % möglich
Begünstigte Speise wird im Rahmen einer Restaurationsdienstleistung serviert 10 %

Entscheidend ist nicht allein, wo bezahlt oder gegessen wird. Eine Restaurationsdienstleistung liegt insbesondere dann vor, wenn die Bereitstellung von Speisen durch ausreichende unterstützende Dienstleistungen für den sofortigen Verzehr begleitet wird.

Das bloße Vorhandensein eines Stehtisches führt nach der Verwaltungsauffassung noch nicht automatisch zu einer Restaurationsdienstleistung.

Hinweis für Gastronomie und Lebensmittelhandel: Bei zusammengestellten Produkten, gemischten Lieferungen und Restaurationsleistungen sind die steuerlichen Abgrenzungen besonders wichtig. Das Bundesministerium für Finanzen beantwortet konkrete Praxisfragen zur 4,9-%-Regelung.

Werden Lebensmittel durch die Steuersenkung automatisch billiger?

Bei gleichbleibendem Nettopreis sinkt der Bruttopreis rechnerisch, wenn die Umsatzsteuer von 10 % auf 4,9 % reduziert wird.

Beispiel: Ein begünstigtes Lebensmittel kostet netto 100 €.

  • Alter Bruttopreis mit 10 %: 110,00 €
  • Neuer Bruttopreis mit 4,9 %: 104,90 €
  • Rechnerische Ersparnis: 5,10 €

Die Steueränderung entspricht in diesem Beispiel einer Bruttopreissenkung von rund 4,64 %.

Ob und in welchem Umfang Händler diese Entlastung tatsächlich weitergeben, hängt allerdings auch von der Preisgestaltung und den übrigen Kosten ab. Eine niedrigere Umsatzsteuer garantiert deshalb keinen bestimmten Endpreis.

Mehrwertsteuer berechnen: Brutto, Netto und Steuer

Um die Mehrwertsteuer richtig zu berechnen, müssen drei Begriffe unterschieden werden:

Nettopreis

Der Preis ohne Umsatzsteuer.

Mehrwertsteuer

Der auf den Nettopreis berechnete Steuerbetrag.

Bruttopreis

Der Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer.

Bei Einkäufen als Privatperson ist üblicherweise der Bruttopreis entscheidend. Unternehmen kalkulieren häufig mit Nettopreisen und weisen die Umsatzsteuer gesondert aus.

Vom Nettopreis zum Bruttopreis rechnen

Formel zur Berechnung des Bruttopreises

Nettopreis × (1 + Steuersatz / 100) = Bruttopreis

Beispiel: 100 € × 1,20 = 120 € brutto bei 20 % Mehrwertsteuer.

Steuersatz Nettopreis Umsatzsteuer Bruttopreis
4,9 % 100,00 € 4,90 € 104,90 €
10 % 100,00 € 10,00 € 110,00 €
13 % 100,00 € 13,00 € 113,00 €
20 % 100,00 € 20,00 € 120,00 €

Mehrwertsteuer aus dem Bruttopreis herausrechnen

Ist der Bruttopreis bereits bekannt, muss zunächst der Nettobetrag ermittelt werden.

Formel zur Berechnung des Nettopreises

Bruttopreis ÷ (1 + Steuersatz / 100) = Nettopreis

Enthaltene Mehrwertsteuer = Bruttopreis − Nettopreis

Für einen Bruttopreis von 120 € inklusive 20 % ergibt sich:

  • 120 € ÷ 1,20 = 100 € netto
  • 120 € − 100 € = 20 € Umsatzsteuer

Es wäre falsch, einfach 20 % vom Bruttopreis abzuziehen. Der Steuersatz bezieht sich auf den Nettopreis und nicht auf den bereits versteuerten Gesamtbetrag.

Mehrwertsteuer aus 100 € Bruttopreis berechnen

Steuersatz Nettobetrag Enthaltene Steuer
4,9 % 95,33 € 4,67 €
10 % 90,91 € 9,09 €
13 % 88,50 € 11,50 €
20 % 83,33 € 16,67 €

Die Werte sind auf zwei Nachkommastellen gerundet. Bei größeren Rechnungen und mehreren Rechnungspositionen können je nach Rundungsmethode geringe Differenzen auftreten.

Praxisbeispiel: Wie viel Mehrwertsteuer steckt in vier Euro für Äpfel?

Sie kaufen zwei Kilogramm frische Äpfel um insgesamt 4 €. Der Einkauf unterliegt dem seit Juli 2026 für diese Waren geltenden Umsatzsteuersatz von 4,9 %.

  • Bruttopreis: 4,00 €
  • Nettopreis: 4,00 € ÷ 1,049 = rund 3,81 €
  • Enthaltene Mehrwertsteuer: rund 0,19 €

Auf diese Weise lässt sich bei jedem korrekt ausgewiesenen Bruttopreis die enthaltene Mehrwertsteuer ermitteln.

Mehrwertsteuer oder Umsatzsteuer: Was ist der Unterschied?

In Österreich werden die Begriffe Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer im Alltag weitgehend synonym verwendet.

Umsatzsteuer ist die offizielle gesetzliche Bezeichnung. Mehrwertsteuer beschreibt das Besteuerungssystem und ist besonders im allgemeinen Sprachgebrauch üblich.

Anders als häufig angenommen, bezahlen nicht Privatpersonen die Mehrwertsteuer und Unternehmen eine andere Steuer namens Umsatzsteuer. Es handelt sich grundsätzlich um dieselbe Steuer.

Die wesentliche Besonderheit besteht darin, dass vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen die auf bestimmte betriebliche Einkäufe entfallende Umsatzsteuer mit ihrer eigenen Umsatzsteuerschuld verrechnen können.

Weiterführende Grundlagen erklärt der Beitrag zur Umsatzsteuer in Österreich.

Vorsteuer und Vorsteuerabzug einfach erklärt

Unternehmen kaufen häufig Waren oder Dienstleistungen ein, die sie anschließend für ihre eigene unternehmerische Tätigkeit verwenden.

Wird bei diesem Einkauf Umsatzsteuer verrechnet, handelt es sich aus Sicht des einkaufenden Unternehmens grundsätzlich um Vorsteuer. Ein Abzug ist möglich, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Beispiel: Wie funktioniert der Vorsteuerabzug?

Ein Händler kauft Waren und verkauft sie anschließend an seine Kundschaft weiter. Im vereinfachten Beispiel unterliegen sowohl der Einkauf als auch der Verkauf einem Umsatzsteuersatz von 20 %.

Vorgang Netto USt Brutto
Wareneinkauf 100 € 20 € 120 €
Warenverkauf 200 € 40 € 240 €

Der Händler erhält beim Verkauf 40 € Umsatzsteuer von seinem Kunden. Gleichzeitig hat er bereits 20 € Vorsteuer für seinen Wareneinkauf bezahlt.

Umsatzsteuerzahllast berechnen

40 € Umsatzsteuer − 20 € abziehbare Vorsteuer = 20 € Zahllast

Der Händler muss in diesem Beispiel somit 20 € Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Voraussetzung ist insbesondere, dass er zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt ist.

Der Vorsteuerabzug funktioniert nicht nur dann, wenn eingekaufte Waren bereits weiterverkauft wurden. Auch Vorsteuerbeträge aus bestimmten noch nicht verkauften Waren oder betrieblichen Investitionen können grundsätzlich abzugsfähig sein.

Weitere Voraussetzungen und Beispiele behandelt unser Ratgeber zum Vorsteuerabzug in Österreich.

Sind Geschäfte zwischen Unternehmen ohne Mehrwertsteuer?

Nein. Bei gewöhnlichen steuerpflichtigen Inlandsgeschäften wird regelmäßig auch zwischen zwei Unternehmen Umsatzsteuer in Rechnung gestellt.

Bei bestimmten Umsätzen kommt allerdings das Reverse-Charge-Verfahren zur Anwendung. In diesen Fällen geht die Umsatzsteuerschuld auf den Leistungsempfänger über.

Solche Fälle treten beispielsweise bei bestimmten grenzüberschreitenden Dienstleistungen oder gesetzlich festgelegten inländischen Leistungen auf.

Mehr dazu finden Sie im Beitrag über Reverse Charge in Österreich.

Kleinunternehmerregelung: Umsatzsteuerbefreiung bis 55.000 €

Für kleinere Unternehmen gibt es in Österreich eine besondere Umsatzsteuerbefreiung. Seit dem 1. Jänner 2025 liegt die maßgebliche Umsatzgrenze grundsätzlich bei 55.000 € pro Kalenderjahr.

Anders als vor 2025 wird für die Grenze grundsätzlich auf das gesamte vereinbarte Entgelt abgestellt. Deshalb wird häufig von einer Bruttogrenze gesprochen. Welche Umsätze einzurechnen sind, ergibt sich aus den gesetzlichen Bestimmungen.

Welche Voraussetzungen gelten für die Kleinunternehmerbefreiung?

  • Das Unternehmen hat seinen Sitz der wirtschaftlichen Tätigkeit innerhalb der EU.
  • Die maßgebliche österreichische Umsatzgrenze wurde im vorangegangenen Kalenderjahr nicht überschritten.
  • Die Grenze wird auch im laufenden Jahr eingehalten beziehungsweise die gesetzliche Toleranzregelung ist anwendbar.
  • Es wurde nicht wirksam auf die Steuerbefreiung verzichtet.

Für österreichische Unternehmen mit entsprechender Berechtigung ist die Befreiung grundsätzlich ohne gesonderten Antrag anwendbar. Unternehmen mit Sitz in anderen EU-Mitgliedstaaten müssen zusätzliche Voraussetzungen erfüllen.

Was passiert beim Überschreiten der Umsatzgrenze?

Maßgeblicher Jahresumsatz Grundsätzliche Folge
Bis 55.000 € Umsatzsteuerbefreiung bei Erfüllung der Voraussetzungen möglich
Über 55.000 € bis 60.500 € Bei höchstens 10 % Überschreitung bleibt die Befreiung im laufenden Jahr grundsätzlich bestehen
Über 60.500 € Ab dem Umsatz, der die Toleranzgrenze überschreitet, entfällt die Befreiung für diesen und folgende Umsätze

Wird die reguläre Kleinunternehmergrenze von 55.000 € überschritten, steht die Befreiung im darauffolgenden Kalenderjahr grundsätzlich nicht mehr zur Verfügung. Das gilt auch dann, wenn die 10-%-Toleranz im Überschreitungsjahr genutzt werden konnte.

Wichtige Unterscheidung: Die Kleinunternehmerregelung betrifft die Umsatzsteuer, nicht automatisch die Einkommensteuer oder Sozialversicherung. Ein Kleinunternehmen kann daher umsatzsteuerbefreit sein und trotzdem Einkommensteuer beziehungsweise Sozialversicherungsbeiträge bezahlen müssen.

Bei Anwendung der Befreiung darf grundsätzlich keine Umsatzsteuer auf der Rechnung ausgewiesen werden. Gleichzeitig besteht für zugehörige Eingangsleistungen in der Regel kein Vorsteuerabzug.

Ein freiwilliger Verzicht auf die Befreiung ist möglich. Die entsprechende Erklärung bindet grundsätzlich für fünf Jahre.

Wann fällt keine Mehrwertsteuer an?

Das österreichische Umsatzsteuergesetz enthält verschiedene Steuerbefreiungen. Dabei wird zwischen echter und unechter Steuerbefreiung unterschieden.

Echte Steuerbefreiung

Die Ausgangsleistung ist steuerfrei. Der Vorsteuerabzug bleibt grundsätzlich erhalten.

Beispiel: Bestimmte Ausfuhrlieferungen in Drittländer.

Unechte Steuerbefreiung

Die Ausgangsleistung ist steuerfrei. Ein Vorsteuerabzug für die damit zusammenhängenden Eingangsleistungen ist grundsätzlich ausgeschlossen.

Beispiel: Kleinunternehmerregelung oder bestimmte ärztliche Heilbehandlungen.

Weitere mögliche Befreiungen betreffen unter anderem bestimmte Versicherungsumsätze, Bankgeschäfte, Grundstücksumsätze und Bildungsleistungen.

Ob eine konkrete Leistung steuerfrei ist, muss anhand der jeweiligen gesetzlichen Regelung geprüft werden.

Tax Free Shopping in Österreich: Mehrwertsteuer zurückbekommen

Touristinnen und Touristen mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt außerhalb der Europäischen Union können unter bestimmten Voraussetzungen beim Einkauf in Österreich die Umsatzsteuer zurückerhalten.

Die rechtliche Grundlage ist der sogenannte umsatzsteuerfreie Touristenexport.

Im Unterschied zu einer gewöhnlichen Ausfuhrlieferung erfolgt der Einkauf dabei für private Zwecke. Die gekauften Waren werden anschließend im persönlichen Reisegepäck aus der Europäischen Union ausgeführt.

Wer hat Anspruch auf Tax Free Shopping?

Für eine umsatzsteuerfreie Ausfuhr im Reisegepäck müssen insbesondere folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Kein Wohnsitz und kein gewöhnlicher Aufenthalt innerhalb der EU
  • Einkauf für private und nicht für unternehmerische Zwecke
  • Rechnungsbetrag von mehr als 75 €
  • Ausfuhr der Waren innerhalb der gesetzlichen Frist
  • Mitnahme im persönlichen Reisegepäck
  • Ordnungsgemäßer Ausfuhrnachweis
  • Erforderliche Nachweise über die persönlichen Verhältnisse

Eine EU-Staatsbürgerschaft oder ein von einem EU-Staat ausgestellter Reisepass ist für sich allein nicht das maßgebliche Ausschlusskriterium. Entscheidend sind insbesondere der tatsächliche Wohnsitz, der gewöhnliche Aufenthalt und die ordnungsgemäßen Nachweise.

Ein EU-Aufenthaltstitel kann allerdings für die Beurteilung relevant sein. Bei mehreren Wohnsitzen oder unklaren Aufenthaltsverhältnissen sollte die Berechtigung vor dem Einkauf geklärt werden.

Wie hoch ist der Mindesteinkauf für Tax Free Shopping?

Mindestrechnungsbetrag: mehr als 75 €

Eine Rechnung über 75,00 € erfüllt die gesetzliche Wertgrenze nicht.

Bei einer Rechnung über 75,01 € wird die Wertgrenze überschritten.

Die Wertgrenze bezieht sich auf den Gesamtbetrag einer Rechnung. Es ist daher nicht zulässig, beliebige Rechnungen verschiedener Händler einfach zusammenzurechnen.

Tax Free Shopping: So funktioniert die Rückerstattung

  1. Tax-Free-Abwicklung im Geschäft erfragen: Bereits beim Einkauf klären, wie der Händler die Rückerstattung organisiert.
  2. Reisepass und erforderliche Nachweise vorlegen: Der Verkäufer muss die relevanten Angaben erfassen.
  3. Ausfuhrdokument erhalten: Beispielsweise das Formular U34 oder ein inhaltlich entsprechendes Dokument.
  4. Waren fristgerecht ausführen: Die Produkte müssen innerhalb der gesetzlichen Frist die EU verlassen.
  5. Ausfuhrbestätigung einholen: Die zuständige EU-Ausgangszollstelle beziehungsweise eine autorisierte Stelle bestätigt die Ausfuhr.
  6. Rückerstattung beantragen oder abschließen: Der bestätigte Nachweis wird entsprechend dem vorgesehenen Verfahren an den Verkäufer oder Dienstleister übermittelt.

Beim Flughafen Wien erfolgt die Bestätigung im vorgesehenen digitalisierten Verfahren durch autorisierte Unternehmen.

Wer über ein anderes EU-Mitgliedsland ausreist, muss darauf achten, dass grundsätzlich die zuständige Stelle am tatsächlichen Ausgang aus dem EU-Zollgebiet zuständig ist.

Wie lange hat man für die Ausfuhr Zeit?

Die Ausfuhr muss vor Ablauf des dritten Kalendermonats erfolgen, der auf den Monat des Einkaufs folgt.

Beispiel: Sie kaufen am 10. Oktober 2026 eine Ware in Österreich.

  • Einkaufsmonat: Oktober 2026
  • Erster Folgemonat: November 2026
  • Zweiter Folgemonat: Dezember 2026
  • Dritter Folgemonat: Jänner 2027
  • Späteste Ausfuhr: 31. Jänner 2027

Es handelt sich somit nicht um eine starre Frist von 90 Tagen ab dem Einkaufsdatum.

Welche Frist gilt für den bestätigten Ausfuhrnachweis?

Der Ausfuhrnachweis sollte möglichst rasch an den Händler beziehungsweise den Rückerstattungsdienstleister übermittelt werden.

Wird die Steuerbefreiung bereits vor Vorliegen des Ausfuhrnachweises in Anspruch genommen, kann der Händler den Umsatz zunächst nur dann steuerfrei behandeln, wenn der erforderliche Nachweis innerhalb von sechs Monaten einlangt. Andernfalls ist eine steuerliche Korrektur erforderlich.

Die Sechsmonatsfrist ist jedoch keine absolute Ausschlussfrist. Bei einem späteren Nachweis kann unter den verfahrensrechtlichen Voraussetzungen eine nachträgliche steuerfreie Behandlung noch möglich sein.

Unabhängig davon können bei Rückerstattungsdienstleistern vertragliche Abwicklungsfristen gelten.

Wie viel Mehrwertsteuer wird beim Tax Free Shopping erstattet?

Die grundsätzlich erstattungsfähige Umsatzsteuer hängt vom Rechnungsbetrag und vom jeweiligen Steuersatz ab.

Angenommen, eine Reisende kauft ein Produkt für 120 € inklusive 20 % Umsatzsteuer:

  • Bruttopreis: 120 €
  • Nettopreis: 100 €
  • Enthaltene Mehrwertsteuer: 20 €

Bei vollständiger Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen kommt grundsätzlich der enthaltene Umsatzsteuerbetrag von 20 € für die Rückerstattung in Betracht.

Ein zwischengeschalteter Dienstleister kann allerdings Bearbeitungsgebühren einbehalten. Der tatsächlich ausgezahlte Betrag kann deshalb niedriger ausfallen.

Müssen die Waren beim Tax Free Shopping originalverpackt sein?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht, jede Ware ausschließlich in ungeöffneter Originalverpackung auszuführen, lässt sich daraus nicht ableiten.

Entscheidend ist, dass die erforderlichen Nachweise erbracht werden können und die Waren für die zuständige Kontrollstelle bei Bedarf überprüfbar sind.

Es empfiehlt sich daher, die Produkte, die Rechnung und die Ausfuhrunterlagen bis zur Ausreise bereitzuhalten. Bei bereits benutzten oder veränderten Waren können zusätzliche Abgrenzungsfragen entstehen.

Praxis-Tipp für Reisende: Klären Sie die Rückerstattung vor dem Bezahlen. Besonders bei teureren Einkäufen lohnt es sich, die möglichen Bearbeitungsgebühren verschiedener Rückerstattungsverfahren zu vergleichen.

Weitere Informationen: Wirtschaftskammer Österreich – Tax Free Shopping.

Mehrwertsteuer auf Rechnungen und Kassenbelegen

Bei regulären steuerpflichtigen Umsätzen müssen Unternehmen die jeweils vorgeschriebenen Rechnungsanforderungen beachten.

In Rechnungen sind abhängig von der Rechnungsart und dem Gesamtbetrag unter anderem Angaben zum Entgelt, zum Steuersatz und zum Steuerbetrag erforderlich.

Bei Kleinbetragsrechnungen gelten vereinfachte Anforderungen. Auf Kassenbelegen können mehrere Steuersätze vorkommen, beispielsweise wenn ein Einkauf begünstigte Lebensmittel und Produkte mit 20 % Umsatzsteuer enthält.

Was ist bei Rechnungen mit 4,9 % zu beachten?

Seit Einführung des zusätzlichen Steuersatzes müssen betroffene Unternehmen sicherstellen, dass ihre Waren richtig zugeordnet und die Kassen- beziehungsweise Rechnungssysteme entsprechend eingerichtet sind.

Wird bei einer eigentlich mit 4,9 % zu besteuernden Lieferung weiterhin 10 % Umsatzsteuer ausgewiesen, kann ein überhöhter Steuerausweis vorliegen.

Dieser kann bei Rechnungen an Unternehmen grundsätzlich zu einer zusätzlichen Steuerschuld kraft Rechnungslegung führen, sofern keine Berichtigung erfolgt. Für Lieferungen an Endverbraucher gelten insoweit besondere Regeln.

Gerade bei mehreren Steuersätzen auf einer Rechnung ist eine korrekte technische und steuerliche Abwicklung wichtig.

Wann müssen Unternehmen Umsatzsteuer melden?

Unternehmen, die nicht von der Umsatzsteuer befreit sind, müssen ihre Umsatzsteuer grundsätzlich selbst berechnen und nach den gesetzlichen Vorgaben erklären beziehungsweise abführen.

Die Umsatzsteuervoranmeldung wird mit UVA abgekürzt.

Vorjahresumsatz Voranmeldungszeitraum
Mehr als 100.000 € Grundsätzlich monatlich
Bis 100.000 € Grundsätzlich vierteljährlich, soweit keine Befreiung oder Sonderregelung greift
Kleinunternehmen mit Befreiung Grundsätzlich keine laufende UVA für die befreiten Umsätze erforderlich

Auch kleinere steuerpflichtige Unternehmen können unter bestimmten Voraussetzungen zur Abgabe einer UVA verpflichtet sein oder den monatlichen Voranmeldungszeitraum wählen.

Die Umsatzsteuervorauszahlung ist grundsätzlich bis zum 15. Tag des zweitfolgenden Kalendermonats fällig.

Bei vierteljährlichem Voranmeldungszeitraum sind die regulären Termine:

  • 15. Mai für das erste Quartal
  • 15. August für das zweite Quartal
  • 15. November für das dritte Quartal
  • 15. Februar des Folgejahres für das vierte Quartal

Allgemeine Regeln zur Verschiebung von Fristen bei Wochenenden und Feiertagen sind zu beachten.

Eine erforderliche Umsatzsteuerjahreserklärung muss grundsätzlich bis zum 30. April des Folgejahres oder bei elektronischer Einreichung über FinanzOnline bis zum 30. Juni des Folgejahres abgegeben werden. Bei steuerlicher Vertretung oder bewilligter Fristverlängerung können andere Abgabefristen gelten.

Mehrwertsteuer in Jungholz und Mittelberg: Warum 19 %?

Eine besondere umsatzsteuerliche Regelung besteht in den österreichischen Gebieten Jungholz in Tirol und Mittelberg im Kleinwalsertal in Vorarlberg.

Für bestimmte dort ausgeführte Umsätze durch entsprechend ansässige Unternehmen beträgt der Steuersatz gemäß § 10 Abs. 4 UStG 19 % statt 20 %.

Diese Sonderregel gilt allerdings nicht uneingeschränkt. Insbesondere für bestimmte Fahrzeuggeschäfte sowie Umsätze, die einem der regulären ermäßigten Steuersätze unterliegen, gelten andere Bestimmungen.

Wichtig: Die Sonderregel mit 19 % bedeutet nicht, dass in Jungholz und Mittelberg automatisch sämtliche deutschen Mehrwertsteuervorschriften oder der deutsche ermäßigte Steuersatz von 7 % anzuwenden wären.

Luxussteuer in Österreich: Gibt es noch 30 % Mehrwertsteuer?

Eine allgemeine Luxussteuer mit einem erhöhten Umsatzsteuersatz gibt es in Österreich heute nicht mehr.

Historisch wurde im Jahr 1978 ein zusätzlicher Umsatzsteuersatz von 30 % für bestimmte Luxusgüter eingeführt. Betroffen waren unter anderem hochwertige Fahrzeuge, Schmuck, Uhren und Konsumelektronik.

1984 wurde der erhöhte Steuersatz auf 32 % angehoben. Ab 1987 wurde die Sonderbesteuerung schrittweise zurückgenommen und schließlich 1992 abgeschafft.

Bei bestimmten Kraftfahrzeugen kann heute neben der regulären Umsatzsteuer die Normverbrauchsabgabe (NoVA) anfallen. Dabei handelt es sich um eine eigenständige Abgabe und nicht um eine zusätzliche Luxus-Mehrwertsteuer.

Wer sich für die steuerliche Belastung von Fahrzeugen interessiert, findet weitere Informationen im Ratgeber zur Kfz-Steuer in Österreich.

Besondere Umsatzsteuerregelungen bei gebrauchten Waren

Beim gewerblichen Handel mit gebrauchten Gegenständen, Kunstgegenständen, Sammlungsstücken und Antiquitäten kann unter bestimmten Voraussetzungen die sogenannte Differenzbesteuerung nach § 24 UStG angewendet werden.

Dabei wird die Steuer grundsätzlich auf Grundlage der maßgeblichen Handelsspanne und nicht wie bei einer gewöhnlichen Lieferung auf den gesamten Verkaufspreis ermittelt.

Die Differenzbesteuerung ist jedoch nicht für jeden Verkauf gebrauchter Gegenstände vorgesehen. Die Voraussetzungen hängen insbesondere von der Herkunft der Ware und der Art des Unternehmens ab.

Beim privaten Verkauf eines gebrauchten Gegenstands außerhalb einer unternehmerischen Tätigkeit fällt hingegen normalerweise keine Umsatzsteuer auf den Verkauf an.

Die häufigsten Fehler bei der Mehrwertsteuer vermeiden

  • Falschen Steuersatz verwenden: Seit Juli 2026 muss bei bestimmten Lebensmitteln zwischen 4,9 % und 10 % unterschieden werden.
  • 20 % vom Bruttopreis abziehen: Die enthaltene Umsatzsteuer wird durch Herausrechnen des Nettobetrags bestimmt.
  • Brutto und Netto verwechseln: Besonders bei Geschäftskunden, Angeboten und Rechnungen entstehen dadurch Fehler.
  • Jedes B2B-Geschäft als steuerfrei behandeln: Bei gewöhnlichen Inlandslieferungen wird regelmäßig Umsatzsteuer verrechnet.
  • Vorsteuer ohne Prüfung abziehen: Nicht jede betriebliche Ausgabe berechtigt automatisch zum Vorsteuerabzug.
  • Kleinunternehmergrenze mit Gewinn verwechseln: Maßgeblich ist der nach dem UStG zu ermittelnde Umsatz und nicht der Unternehmensgewinn.
  • Tax-Free-Fristen falsch berechnen: Die Ausfuhrfrist richtet sich nach Kalendermonaten und nicht pauschal nach 90 Tagen.
  • Mehrwertsteuer mit anderen Abgaben gleichsetzen: Beispielsweise sind NoVA und Einkommensteuer eigenständige Abgaben.

Fazit: Mehrwertsteuer in Österreich richtig berechnen und verstehen

In Österreich beträgt der allgemeine Mehrwertsteuersatz 20 %. Für bestimmte Waren und Dienstleistungen gelten ermäßigte Steuersätze von 10 % und 13 %. Seit 1. Juli 2026 kommt ein zusätzlicher Satz von 4,9 % für ausgewählte Grundnahrungsmittel hinzu.

Für Konsumentinnen und Konsumenten ist vor allem wichtig, welche Umsatzsteuer bereits im Bruttopreis enthalten ist. Unternehmen müssen zusätzlich auf die korrekte Berechnung, den Vorsteuerabzug, die Rechnungslegung und mögliche Steuerbefreiungen achten.

Bei Einkäufen durch Reisende mit Wohnsitz außerhalb der EU kann Tax Free Shopping eine Rückerstattung ermöglichen. Voraussetzung ist unter anderem ein Rechnungsbetrag von mehr als 75 € sowie die ordnungsgemäße und fristgerechte Ausfuhr der Waren.

Wer die unterschiedlichen Steuersätze kennt und Brutto- und Nettobeträge richtig berechnet, kann Rechnungen, Einkäufe und steuerliche Verpflichtungen besser nachvollziehen.

Häufige Fragen zur Mehrwertsteuer in Österreich

Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in Österreich aktuell?

Der allgemeine Mehrwertsteuersatz beträgt 20 %. Daneben gelten ermäßigte Steuersätze von 10 % und 13 % sowie seit 1. Juli 2026 ein Steuersatz von 4,9 % für ausgewählte Grundnahrungsmittel.

Welche Lebensmittel haben 4,9 % Mehrwertsteuer?

Der Steuersatz von 4,9 % gilt für bestimmte Milchprodukte, frische Hühnereier, ausgewähltes Gemüse, bestimmte Obstsorten, Reis, Mehl, Teigwaren, Brot und Speisesalz. Maßgeblich ist die genaue gesetzliche Warenklassifizierung.

Gilt für alle Lebensmittel in Österreich 4,9 % Mehrwertsteuer?

Nein. Viele Lebensmittel werden weiterhin mit 10 % besteuert. Die Senkung gilt nur für ausdrücklich im Umsatzsteuergesetz aufgezählte Waren.

Wie viel Mehrwertsteuer sind in 100 € enthalten?

Bei 20 % Umsatzsteuer enthält ein Bruttopreis von 100 € rund 16,67 € Steuer. Bei 10 % sind es rund 9,09 €, bei 13 % rund 11,50 € und bei 4,9 % rund 4,67 €.

Wie kann man die Mehrwertsteuer aus einem Bruttopreis berechnen?

Der Bruttopreis wird durch 1 plus den Steuersatz als Dezimalzahl geteilt. Bei 20 % durch 1,20, bei 10 % durch 1,10, bei 13 % durch 1,13 und bei 4,9 % durch 1,049. Die Differenz zwischen Brutto- und Nettopreis ergibt die enthaltene Umsatzsteuer.

Was ist der Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer?

In Österreich handelt es sich grundsätzlich um dieselbe Steuer. Umsatzsteuer ist die gesetzliche Bezeichnung, während Mehrwertsteuer im allgemeinen Sprachgebrauch verbreitet ist.

Was ist die Vorsteuer?

Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die ein Unternehmen für bezogene Waren oder Dienstleistungen bezahlt und bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen vom Finanzamt beziehungsweise von seiner eigenen Umsatzsteuerschuld abziehen kann.

Gilt die Kleinunternehmerregelung bis 55.000 €?

Ja. Die maßgebliche Umsatzgrenze beträgt grundsätzlich 55.000 € pro Kalenderjahr. Unter bestimmten Voraussetzungen ist bei einer Überschreitung um maximal 10 % eine Fortführung der Befreiung bis zum Jahresende möglich. Auch der Umsatz des Vorjahres ist zu berücksichtigen.

Muss ein Kleinunternehmen Umsatzsteuer in Rechnung stellen?

Bei Anwendung der Kleinunternehmerbefreiung darf für die befreiten Umsätze grundsätzlich keine Umsatzsteuer in Rechnung gestellt werden. Gleichzeitig besteht normalerweise kein Vorsteuerabzug für die zugehörigen betrieblichen Einkäufe.

Wann erhält man die Mehrwertsteuer beim Tax Free Shopping zurück?

Begünstigte Reisende mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt außerhalb der EU können eine Rückerstattung erhalten, wenn insbesondere die Wertgrenze von mehr als 75 €, die fristgerechte Ausfuhr und die erforderlichen Nachweise erfüllt sind.

Wie lange darf man Waren für Tax Free Shopping in Österreich behalten?

Die Waren müssen vor Ablauf des dritten Kalendermonats nach dem Einkaufsmonat aus der EU ausgeführt werden. Bei einem Einkauf im Oktober endet diese Frist am 31. Jänner des Folgejahres.

Gilt die Mehrwertsteuersenkung auch für Restaurants?

Die 4,9-%-Regelung betrifft grundsätzlich begünstigte Warenlieferungen und nicht Restaurationsdienstleistungen. Begünstigte Speisen im Restaurant unterliegen regelmäßig 10 %. Bei einem reinen Warenverkauf können andere Steuersätze gelten.

Gibt es in Österreich eine Luxussteuer?

Eine allgemeine Luxussteuer mit erhöhtem Umsatzsteuersatz gibt es heute nicht mehr. Der historische Satz von zuletzt 32 % wurde 1992 abgeschafft. Bei bestimmten Fahrzeugen kann allerdings zusätzlich die Normverbrauchsabgabe anfallen.

Wie oft muss man eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben?

Bei mehr als 100.000 € Vorjahresumsatz ist der Voranmeldungszeitraum grundsätzlich monatlich. Bei höchstens 100.000 € ist er grundsätzlich vierteljährlich. Steuerbefreite Kleinunternehmen haben regelmäßig keine laufende UVA für ihre befreiten Umsätze abzugeben. Sonderfälle bleiben möglich.

Offizielle Quellen und Rechtsgrundlagen

Für die Überprüfung einzelner Steuersätze und spezieller Geschäftsfälle sind die jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen und aktuellen Informationen der Finanzverwaltung entscheidend.

Redaktioneller Stand: 8. Oktober 2026. Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information über das österreichische Umsatzsteuerrecht. Für die Einordnung einzelner Leistungen, Steuerbefreiungen und grenzüberschreitender Geschäfte sind die gesetzlichen Voraussetzungen des jeweiligen Einzelfalls maßgeblich.

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