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Steuern

Körperschaftsteuer 2026 in Österreich: 23 %, Mindest-KöSt & Berechnung

David Reisner
aktualisiert: 8. Oktober 2026 03:26

Die Körperschaftsteuer (KöSt) beträgt in Österreich 2026 grundsätzlich 23 Prozent des steuerpflichtigen Einkommens. Sie betrifft insbesondere Kapitalgesellschaften wie GmbHs, Flexible Kapitalgesellschaften (FlexKapG beziehungsweise FlexCo) und Aktiengesellschaften. Auch andere Körperschaften, beispielsweise bestimmte Genossenschaften, Vereine und Stiftungen, können körperschaftsteuerpflichtig sein.

Anders als bei der Einkommensteuer natürlicher Personen gilt 2026 bei gewöhnlichen körperschaftsteuerpflichtigen Gesellschaftsgewinnen ein einheitlicher Steuersatz. Ein höherer Gewinn führt damit nicht automatisch zu einem höheren prozentuellen Körperschaftsteuersatz. Das wird sich allerdings ab 2028 teilweise ändern.

Bei Kapitalgesellschaften ist außerdem die Mindestkörperschaftsteuer zu beachten. Eine GmbH beziehungsweise FlexKapG zahlt 2026 grundsätzlich mindestens 500 Euro pro Jahr, eine AG mindestens 3.500 Euro – selbst wenn die Gesellschaft einen Verlust erzielt.

Kurzantwort: 2026 und 2027 beträgt die reguläre Körperschaftsteuer in Österreich 23 Prozent. Eine GmbH oder FlexKapG zahlt grundsätzlich mindestens 500 Euro Mindest-KöSt jährlich. Bei Ausschüttung des nach Körperschaftsteuer verbleibenden Gewinns an eine natürliche Person fallen grundsätzlich zusätzlich 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer an. Daraus ergibt sich eine kombinierte Steuerbelastung von 44,175 Prozent. Ab 2028 gilt für Einkommensteile über einer Million Euro ein bereits beschlossener KöSt-Satz von 24 Prozent.

Körperschaftsteuer in Österreich Regelung 2026
Regulärer KöSt-Satz 23 %
Mindest-KöSt GmbH 500 Euro jährlich
Mindest-KöSt FlexKapG 500 Euro jährlich
Mindest-KöSt AG 3.500 Euro jährlich
KESt bei Gewinnausschüttung an natürliche Personen grundsätzlich 27,5 %
Kombinierte Belastung bei vollständiger Ausschüttung 44,175 %
Vorauszahlungen 15. Februar, Mai, August, November
Erklärung 2026 über FinanzOnline grundsätzlich bis 30. Juni 2027
Änderung ab 2028 24 % für Einkommensteile über 1 Mio. Euro

Was ist die Körperschaftsteuer?

Die Körperschaftsteuer ist eine Steuer auf das steuerpflichtige Einkommen von Körperschaften.

Sie ist im Körperschaftsteuergesetz 1988 (KStG) geregelt. Ergänzend sind insbesondere Vorschriften des Einkommensteuergesetzes und der Bundesabgabenordnung relevant.

Zu den typischen körperschaftsteuerpflichtigen Gesellschaften gehören:

  • Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH),
  • Flexible Kapitalgesellschaften (FlexKapG beziehungsweise FlexCo),
  • Aktiengesellschaften (AG),
  • bestimmte Genossenschaften,
  • bestimmte Vereine,
  • Stiftungen sowie
  • bestimmte weitere Körperschaften und Betriebe gewerblicher Art.

Bei einer GmbH besteht die Körperschaftsteuerpflicht grundsätzlich unabhängig davon, ob der Gewinn an Gesellschafter ausgeschüttet oder im Unternehmen belassen wird.

Wie hoch ist der Körperschaftsteuersatz 2026?

Für das Kalenderjahr 2026 gilt grundsätzlich:

Körperschaftsteuer = 23 Prozent des steuerpflichtigen Einkommens.

Der Steuersatz ist dabei nicht mit dem Einkommensteuertarif natürlicher Personen zu verwechseln.

Während für Einzelunternehmer und andere natürliche Personen ein progressiver Einkommensteuertarif gilt, wird das gewöhnliche steuerpflichtige Einkommen einer GmbH 2026 grundsätzlich mit einem einheitlichen Satz von 23 Prozent besteuert.

Wie hat sich die Körperschaftsteuer entwickelt?

Die frühere Körperschaftsteuer von 25 Prozent wurde im Rahmen der ökosozialen Steuerreform schrittweise reduziert.

Kalenderjahr Regulärer Körperschaftsteuersatz
bis einschließlich 2022 25 %
2023 24 %
2024 23 %
2025 23 %
2026 23 %
2027 23 %
ab 2028 23 % bis 1 Mio. Euro, 24 % für den darüberliegenden Einkommensteil

Die frühere politische Ankündigung einer Senkung auf 21 Prozent wurde nicht umgesetzt.

Stattdessen wurde der Steuersatz ab 2024 auf 23 Prozent reduziert. Für 2028 ist inzwischen bereits eine teilweise Erhöhung beschlossen.

Was ändert sich bei der Körperschaftsteuer ab 2028?

Mit dem Budgetbegleitgesetz 2027–2028 wurde eine wichtige Änderung beschlossen.

Für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2027 beginnen, gilt ein neuer zweistufiger Körperschaftsteuertarif.

Steuerpflichtiges Einkommen ab 2028 Körperschaftsteuer
bis einschließlich 1.000.000 Euro 23 %
für den Einkommensteil über 1.000.000 Euro 24 %

Die Erhöhung betrifft ausschließlich jenen Einkommensteil, der eine Million Euro überschreitet.

Eine GmbH mit 1,2 Millionen Euro steuerpflichtigem Einkommen zahlt ab 2028 also nicht auf die gesamten 1,2 Millionen Euro 24 Prozent. Nur die obersten 200.000 Euro unterliegen dem höheren Steuersatz.

Beispiel: 1,2 Millionen Euro Gewinn

Angenommen, das steuerpflichtige Einkommen einer GmbH beträgt 1.200.000 Euro.

2026 ergibt sich:

1.200.000 Euro × 23 % = 276.000 Euro KöSt.

Ab 2028 ergibt sich bei einem entsprechenden Wirtschaftsjahr:

Erste 1.000.000 Euro × 23 % 230.000 Euro
Weitere 200.000 Euro × 24 % 48.000 Euro
Gesamte Körperschaftsteuer 278.000 Euro
Mehrbelastung gegenüber 2026 2.000 Euro

Bei einem abweichenden Wirtschaftsjahr, das noch 2027 beginnt und erst 2028 endet, gilt nach der gesetzlichen Übergangsregel grundsätzlich weiterhin der bisherige einheitliche Satz von 23 Prozent.

Wie berechnet man die Körperschaftsteuer?

Die Grundformel ist einfach:

Steuerpflichtiges Einkommen × 23 % = reguläre Körperschaftsteuer 2026.

Voraussetzung ist, dass das steuerpflichtige Einkommen bereits korrekt ermittelt wurde.

Der steuerliche Gewinn muss dabei nicht genau dem Jahresüberschuss in der Unternehmensbilanz entsprechen.

Beispiel: 50.000 Euro steuerpflichtiger Gewinn

50.000 Euro × 23 % = 11.500 Euro Körperschaftsteuer.

Der Gewinn nach Körperschaftsteuer beträgt vereinfacht 38.500 Euro.

Beispiel: 100.000 Euro steuerpflichtiger Gewinn

100.000 Euro × 23 % = 23.000 Euro Körperschaftsteuer.

In der Gesellschaft verbleiben vor einer möglichen Ausschüttung 77.000 Euro.

Körperschaftsteuer-Tabelle für verschiedene Gewinne

Die Beispiele zeigen die reguläre KöSt 2026 ohne Verlustvorträge, Befreiungen, Steueranrechnungen oder andere Sonderfälle.

Steuerpflichtiges Einkommen KöSt 23 % Nach KöSt verbleibend
5.000 Euro 1.150 Euro 3.850 Euro
10.000 Euro 2.300 Euro 7.700 Euro
20.000 Euro 4.600 Euro 15.400 Euro
30.000 Euro 6.900 Euro 23.100 Euro
40.000 Euro 9.200 Euro 30.800 Euro
50.000 Euro 11.500 Euro 38.500 Euro
75.000 Euro 17.250 Euro 57.750 Euro
100.000 Euro 23.000 Euro 77.000 Euro
150.000 Euro 34.500 Euro 115.500 Euro
200.000 Euro 46.000 Euro 154.000 Euro
500.000 Euro 115.000 Euro 385.000 Euro
1.000.000 Euro 230.000 Euro 770.000 Euro

Wird die Körperschaftsteuer vom Umsatz oder Gewinn berechnet?

Die Körperschaftsteuer wird nicht einfach vom Umsatz berechnet.

Entscheidend ist das nach den steuerlichen Vorschriften ermittelte Einkommen.

Vereinfacht gilt:

Betriebserträge − steuerlich abzugsfähige Betriebsaufwendungen = Ausgangspunkt des steuerlichen Gewinns.

Danach können weitere steuerliche Korrekturen, Befreiungen, Sonderausgaben und Verlustvorträge relevant sein.

Beispiel: GmbH mit 500.000 Euro Umsatz

Eine GmbH erzielt:

  • 500.000 Euro Umsatz und
  • 420.000 Euro steuerlich abzugsfähige Aufwendungen.

Vereinfacht ergibt sich ein steuerpflichtiger Gewinn von:

80.000 Euro.

Die Körperschaftsteuer beträgt:

80.000 Euro × 23 % = 18.400 Euro.

Sie wird also nicht auf den Umsatz von 500.000 Euro berechnet.

Ist der Bilanzgewinn gleich dem steuerpflichtigen Einkommen?

Nicht zwingend.

Kapitalgesellschaften erstellen grundsätzlich einen unternehmensrechtlichen Jahresabschluss.

Für die steuerliche Gewinnermittlung müssen jedoch die Vorschriften des Körperschaftsteuergesetzes und der entsprechenden Einkommensteuerbestimmungen beachtet werden.

Unterschiede können unter anderem entstehen durch:

  • steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen,
  • unterschiedliche Bewertungsansätze,
  • steuerfreie Erträge,
  • besondere Abschreibungsregeln,
  • Verlustvorträge und
  • weitere steuerliche Sondervorschriften.

Eine GmbH kann daher einen unternehmensrechtlichen Jahresüberschuss ausweisen, der nicht exakt ihrer Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage entspricht.

Wer muss Körperschaftsteuer bezahlen?

Die Körperschaftsteuerpflicht betrifft unterschiedliche juristische Personen sowie weitere körperschaftsteuerlich erfasste Rechtsträger.

Kapitalgesellschaften

Dazu zählen insbesondere:

  • GmbHs,
  • Flexible Kapitalgesellschaften,
  • Aktiengesellschaften und
  • Europäische Gesellschaften (SE).

Weitere Körperschaften

Abhängig von Rechtsform, Tätigkeit und gesetzlichen Befreiungen können beispielsweise auch betroffen sein:

  • Genossenschaften,
  • Vereine,
  • Stiftungen,
  • Versicherungsvereine und
  • Betriebe gewerblicher Art von Körperschaften öffentlichen Rechts.

Nicht jede juristische Person muss automatisch sämtliche Einkünfte mit 23 Prozent versteuern. Für bestimmte gemeinnützige Rechtsträger, Privatstiftungen und Körperschaften öffentlichen Rechts bestehen eigene Regelungen.

Ist eine GmbH immer körperschaftsteuerpflichtig?

Eine GmbH mit Sitz oder Geschäftsleitung in Österreich ist grundsätzlich unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtig.

Für Kapitalgesellschaften wie die GmbH gelten ihre Einkünfte steuerlich grundsätzlich als Einkünfte aus Gewerbebetrieb.

Das bedeutet aber nicht, dass eine GmbH stets einen positiven steuerpflichtigen Gewinn erzielt.

Auch eine GmbH ohne Gewinn oder mit Verlust bleibt grundsätzlich körperschaftsteuerpflichtig.

Dann ist insbesondere die Mindestkörperschaftsteuer zu beachten.

Müssen Einzelunternehmer Körperschaftsteuer bezahlen?

Nein.

Ein Einzelunternehmer ist eine natürliche Person.

Seine betrieblichen Gewinne unterliegen grundsätzlich der Einkommensteuer und nicht der Körperschaftsteuer.

Der österreichische Einkommensteuertarif ist progressiv und reicht 2026 von 0 bis 55 Prozent.

Mehr dazu enthält unser Ratgeber zum Einkommensteuertarif und Spitzensteuersatz in Österreich.

Gilt Körperschaftsteuer für OG und KG?

Eine gewöhnliche OG oder KG zahlt auf ihren Gewinn grundsätzlich nicht selbst Körperschaftsteuer wie eine GmbH.

Der steuerliche Gewinn einer Personengesellschaft wird grundsätzlich den einzelnen Gesellschaftern zugerechnet.

Bei natürlichen Personen unterliegt der Gewinnanteil der Einkommensteuer.

Ist dagegen eine Kapitalgesellschaft an der Personengesellschaft beteiligt, wird ihr zuzurechnender Gewinnanteil grundsätzlich bei dieser Körperschaft steuerlich berücksichtigt.

Was ist der Unterschied zwischen unbeschränkter und beschränkter Steuerpflicht?

Das Körperschaftsteuergesetz unterscheidet unter anderem zwischen unbeschränkter und beschränkter Steuerpflicht.

Unbeschränkte Körperschaftsteuerpflicht

Eine Körperschaft ist grundsätzlich unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sie in Österreich:

  • ihren Sitz oder
  • ihre Geschäftsleitung

hat.

Es reicht aus, wenn eine dieser beiden Voraussetzungen vorliegt.

Die unbeschränkte Steuerpflicht umfasst grundsätzlich das gesamte in- und ausländische Einkommen.

Doppelbesteuerungsabkommen und nationale Steuerbefreiungen können diese Besteuerung jedoch einschränken.

Beschränkte Körperschaftsteuerpflicht

Eine ausländische Körperschaft ohne Sitz und Geschäftsleitung in Österreich kann mit bestimmten österreichischen Einkünften beschränkt körperschaftsteuerpflichtig sein.

Das kann beispielsweise bei entsprechenden Einkünften über eine inländische Betriebsstätte relevant sein.

Auch bestimmte inländische Körperschaften öffentlichen Rechts und grundsätzlich steuerbefreite Körperschaften unterliegen mit einzelnen Einkünften einer besonderen beschränkten Steuerpflicht.

Was zählt als Sitz oder Geschäftsleitung?

Der Sitz ergibt sich grundsätzlich aus gesetzlichen oder gesellschaftsrechtlichen Regelungen.

Die Geschäftsleitung befindet sich dagegen dort, wo die für die Unternehmensführung maßgeblichen Entscheidungen tatsächlich getroffen werden.

Ein ausländischer Firmenbucheintrag bedeutet daher nicht automatisch, dass keine österreichische Körperschaftsteuerpflicht entstehen kann.

Eine ausländisch gegründete Gesellschaft kann aufgrund ihrer tatsächlichen Geschäftsleitung in Österreich unbeschränkt steuerpflichtig sein.

Bei international tätigen Unternehmen müssen zusätzlich Doppelbesteuerungsabkommen, Betriebsstätten und gegebenenfalls weitere internationale Steuerregeln geprüft werden.

Was ist die Mindestkörperschaftsteuer?

Die Mindestkörperschaftsteuer – häufig als Mindest-KöSt oder MiKö bezeichnet – ist eine Mindeststeuer für bestimmte unbeschränkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaften.

Sie fällt auch dann an, wenn die Gesellschaft:

  • keinen Gewinn erzielt,
  • einen steuerlichen Verlust erwirtschaftet oder
  • nur sehr geringe steuerpflichtige Einkünfte hat.

Die Mindestkörperschaftsteuer wird grundsätzlich anhand des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgrund- beziehungsweise Mindeststammkapitals berechnet.

Wie hoch ist die Mindest-KöSt 2026?

Rechtsform Pro Quartal Pro Jahr
GmbH 125 Euro 500 Euro
FlexKapG / FlexCo 125 Euro 500 Euro
AG 875 Euro 3.500 Euro
Bestimmte Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen 1.363 Euro 5.452 Euro

Diese Werte gelten grundsätzlich für volle Kalenderquartale, in denen die entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.

Warum beträgt die Mindest-KöSt einer GmbH 500 Euro?

Seit 2024 beträgt das gesetzliche Mindeststammkapital einer GmbH grundsätzlich:

10.000 Euro.

Die Mindestkörperschaftsteuer beträgt grundsätzlich 5 Prozent dieses gesetzlich vorgesehenen Mindeststammkapitals pro Jahr.

10.000 Euro × 5 % = 500 Euro jährlich.

Das entspricht vier Quartalsbeträgen zu je 125 Euro.

Gilt die Mindest-KöSt von 500 Euro auch für ältere GmbHs?

Ja.

Seit der Herabsetzung des gesetzlichen Mindeststammkapitals mit 1. Jänner 2024 beträgt die Mindest-KöSt grundsätzlich für sämtliche GmbHs 500 Euro jährlich.

Die alte Staffel für gründungsprivilegierte beziehungsweise neu gegründete GmbHs mit unterschiedlichen Beträgen in späteren Jahren ist für die aktuelle Berechnung deshalb überholt.

Auch eine GmbH mit einem tatsächlich höheren Stammkapital zahlt ihre Mindest-KöSt grundsätzlich anhand des gesetzlichen Mindeststammkapitals, nicht einfach anhand ihres individuell eingetragenen Stammkapitals.

Muss eine GmbH bei Verlust Körperschaftsteuer zahlen?

Ja, grundsätzlich die Mindestkörperschaftsteuer.

Eine GmbH kann einen steuerlichen Verlust von beispielsweise 20.000 Euro erwirtschaften und trotzdem eine Mindest-KöSt von 500 Euro für das Kalenderjahr schulden.

Beispiel

Steuerliches Jahresergebnis − 20.000 Euro
Reguläre Körperschaftsteuer 0 Euro
Mindest-KöSt 500 Euro

Der entstandene steuerliche Verlust kann bei Vorliegen der Voraussetzungen für einen späteren Verlustvortrag relevant sein.

Muss eine GmbH ohne Umsatz Mindest-KöSt zahlen?

Grundsätzlich ja.

Auch wenn eine GmbH vorübergehend keine Umsätze oder operative Tätigkeit erzielt, besteht ihre Mindeststeuerpflicht grundsätzlich weiterhin, solange die entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Eine bloße vorübergehende Inaktivität befreit die Gesellschaft nicht automatisch von der Mindest-KöSt.

Geht die Mindestkörperschaftsteuer verloren?

Nein, grundsätzlich nicht.

Eine Mindest-KöSt, die die tatsächliche reguläre Körperschaftsteuer übersteigt, kann grundsätzlich in späteren Jahren wie eine Vorauszahlung angerechnet werden.

Die Anrechnung ist allerdings begrenzt.

Sie kann grundsätzlich nur insoweit erfolgen, als die tatsächliche Körperschaftsteuerschuld eines späteren Jahres den für dieses Jahr geltenden Mindeststeuerbetrag übersteigt.

Beispiel: Mindest-KöSt aus einem Verlustjahr

Eine GmbH hat aus einem früheren Jahr 500 Euro anrechenbare Mindestkörperschaftsteuer.

Im aktuellen Jahr beträgt ihre reguläre Körperschaftsteuer 2.300 Euro.

Unterstellt, dass keine anderen Besonderheiten vorliegen, kann die frühere Mindest-KöSt grundsätzlich angerechnet werden.

2.300 Euro − 500 Euro = 1.800 Euro verbleibende Körperschaftsteuer.

Bereits im laufenden Jahr tatsächlich geleistete Vorauszahlungen sind bei der endgültigen Abrechnung zusätzlich zu berücksichtigen.

Die Mindest-KöSt ist daher nicht zwingend eine endgültig verlorene zusätzliche Steuer. Sie kann in späteren gewinnstarken Jahren steuerlich nutzbar werden.

Wie werden Gewinne einer GmbH ausgeschüttet?

Wenn eine GmbH ihren Gewinn nach Körperschaftsteuer an natürliche Personen ausschüttet, entsteht regelmäßig eine zweite steuerliche Ebene.

Diese Ausschüttung unterliegt grundsätzlich einer Kapitalertragsteuer von:

27,5 Prozent.

Die Kapitalertragsteuer wird grundsätzlich von der ausschüttenden GmbH einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.

Weitere Details enthält unser Ratgeber zur Kapitalertragsteuer in Österreich.

Wie hoch ist die Gesamtsteuerbelastung bei einer GmbH?

Bei einer vollständigen Gewinnausschüttung an eine natürliche Person beträgt die kombinierte Steuerbelastung 2026 grundsätzlich:

44,175 Prozent.

Diese Belastung setzt sich zusammen aus:

  • 23 Prozent Körperschaftsteuer auf Gesellschaftsebene und
  • 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer auf den nach Körperschaftsteuer ausgeschütteten Gewinn.

Es wäre falsch, einfach 23 und 27,5 Prozent zu addieren.

Die Kapitalertragsteuer wird nämlich nur auf den nach Körperschaftsteuer verbleibenden Ausschüttungsbetrag berechnet.

Beispiel: GmbH mit 100.000 Euro Gewinn

Berechnung Betrag
Steuerpflichtiger Gewinn der GmbH 100.000 Euro
Körperschaftsteuer 23 % − 23.000 Euro
Gewinn nach KöSt 77.000 Euro
Kapitalertragsteuer 27,5 % auf 77.000 Euro − 21.175 Euro
Netto beim Gesellschafter 55.825 Euro
Gesamte Steuer 44.175 Euro
Kombinierte Steuerquote 44,175 %

Dieses Beispiel unterstellt, dass der gesamte steuerlich berechnete Gewinn auch gesellschaftsrechtlich ausschüttbar ist, eine reguläre Ausschüttung an eine in Österreich steuerpflichtige natürliche Person erfolgt und keine Sonderbefreiungen oder weiteren Anrechnungen greifen.

Wird bei einer GmbH jeder Gewinn zweimal versteuert?

Nein.

Die zweite steuerliche Ebene entsteht grundsätzlich erst, wenn ein Gewinn tatsächlich an entsprechend steuerpflichtige Gesellschafter ausgeschüttet wird.

Bleibt der Gewinn in der GmbH und wird dort beispielsweise für zukünftige Investitionen verwendet, fällt grundsätzlich keine zusätzliche Kapitalertragsteuer auf eine noch nicht erfolgte Ausschüttung an.

Beispiel: Gewinn wird im Unternehmen behalten

Eine GmbH erzielt 100.000 Euro steuerpflichtigen Gewinn.

Nach 23.000 Euro KöSt verbleiben 77.000 Euro.

Wenn der Gewinn im Unternehmen belassen wird, entsteht allein durch das Einbehalten des Gewinns grundsätzlich keine weitere KESt von 27,5 Prozent.

Thesaurierung ist keine Steuerbefreiung des Gewinns. Die Körperschaftsteuer fällt an; die Steuer auf eine spätere Ausschüttung entsteht jedoch grundsätzlich erst bei der Ausschüttung.

Wird jede Gewinnausschüttung mit 27,5 Prozent besteuert?

Nicht ausnahmslos.

Die 27,5 Prozent sind insbesondere der übliche Steuersatz für Dividenden und GmbH-Ausschüttungen an in Österreich steuerpflichtige natürliche Personen.

Bei Ausschüttungen an andere Körperschaften können besondere Beteiligungsertragsbefreiungen oder KESt-Befreiungen gelten.

Auch bei ausländischen Gesellschaftern können Doppelbesteuerungsabkommen und internationale Steuerregelungen die steuerliche Behandlung beeinflussen.

Deshalb ist die kombinierte Steuerquote von 44,175 Prozent ein wichtiges Standardszenario, aber keine universelle Quote für jeden Konzern oder jede Beteiligungsstruktur.

Kann eine GmbH Dividenden von einer anderen GmbH steuerfrei erhalten?

Unter den gesetzlichen Voraussetzungen ja.

§ 10 KStG enthält besondere Befreiungen für bestimmte Beteiligungserträge.

Dadurch können insbesondere Gewinnausschüttungen einer Kapitalgesellschaft an eine andere entsprechend steuerpflichtige Kapitalgesellschaft auf Empfängerebene von der Körperschaftsteuer befreit sein.

Bei internationalen Beteiligungen müssen zusätzliche Voraussetzungen geprüft werden.

Die Beteiligungsertragsbefreiung darf außerdem nicht mit der Besteuerung einer Ausschüttung an eine natürliche Person verwechselt werden.

Wie unterscheidet sich das Gehalt eines Geschäftsführers von einer Ausschüttung?

Die Vergütung für eine tatsächlich erbrachte Geschäftsführertätigkeit ist steuerlich anders zu behandeln als eine Gewinnausschüttung.

Ein angemessenes Geschäftsführergehalt kann bei einer GmbH grundsätzlich als Betriebsausgabe berücksichtigt werden.

Beim Geschäftsführer kann es – je nach Beteiligung und rechtlicher Stellung – zu:

  • Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit oder
  • Einkünften aus selbstständiger Arbeit

kommen.

Zusätzlich sind insbesondere Sozialversicherung und lohnabhängige Abgaben zu berücksichtigen.

Kann ein Geschäftsführer das gesamte Geld als Gehalt statt Ausschüttung beziehen?

Eine solche Gestaltung kann nicht losgelöst von den gesetzlichen Voraussetzungen beurteilt werden.

Geschäftsführervergütungen müssen betrieblich veranlasst und insbesondere gegenüber gesellschaftsfremden Dritten angemessen sein.

Überhöhte oder nicht fremdübliche Zahlungen können als verdeckte Ausschüttungen behandelt werden.

Die steuerlich günstigste Aufteilung zwischen Geschäftsführergehalt, Gewinnthesaurierung und Gewinnausschüttung hängt von Einkommensteuer, Sozialversicherung, Körperschaftsteuer und der gesamten Unternehmenssituation ab.

Was ist eine verdeckte Gewinnausschüttung?

Eine verdeckte Gewinnausschüttung liegt vereinfacht vor, wenn eine Gesellschaft einem Gesellschafter einen wirtschaftlichen Vorteil zuwendet, den sie einem fremden Dritten unter vergleichbaren Umständen nicht gewähren würde.

Beispiele können sein:

  • überhöhte Geschäftsführerbezüge,
  • überhöhte Mietzahlungen an Gesellschafter,
  • private Ausgaben auf Kosten der GmbH,
  • nicht fremdübliche Darlehensbedingungen oder
  • andere unangemessene Vorteilsgewährungen.

Solche Vorgänge können dazu führen, dass Aufwendungen steuerlich nicht anerkannt werden und zusätzlich Kapitalertragsteuerfolgen entstehen.

Welche Betriebsausgaben reduzieren die Körperschaftsteuer?

Grundsätzlich können betrieblich veranlasste Aufwendungen den steuerpflichtigen Gewinn reduzieren, soweit sie nach den gesetzlichen Vorschriften abzugsfähig sind.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Gehälter und Löhne,
  • Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung,
  • Mieten für Geschäftsräume,
  • betriebliche Software,
  • Marketing- und Werbeaufwendungen,
  • Wareneinkäufe,
  • Versicherungen,
  • betriebliche Zinsen unter Berücksichtigung entsprechender Abzugsbeschränkungen,
  • Steuerberatungskosten und
  • steuerlich zulässige Abschreibungen.

Die steuerliche Abzugsfähigkeit hängt von Art und Veranlassung der einzelnen Ausgabe ab.

Kann eine GmbH ihre Körperschaftsteuer selbst als Betriebsausgabe absetzen?

Nein.

Die Körperschaftsteuer selbst zählt grundsätzlich nicht zu den abzugsfähigen Betriebsausgaben, mit denen die eigene steuerliche Bemessungsgrundlage reduziert werden könnte.

Andere betriebliche Steuern und Abgaben können dagegen unter den gesetzlichen Voraussetzungen abzugsfähig sein.

Kann eine GmbH den Gewinnfreibetrag nutzen?

Nein.

Der Gewinnfreibetrag nach § 10 Einkommensteuergesetz steht grundsätzlich natürlichen Personen mit betrieblichen Einkünften zu.

Eine GmbH oder FlexKapG kann diesen Gewinnfreibetrag nicht geltend machen.

Er ist insbesondere für Einzelunternehmer und bestimmte Mitunternehmer relevant.

Mehr dazu enthält unser Ratgeber zum Gewinnfreibetrag in Österreich.

Kann eine GmbH den Investitionsfreibetrag nutzen?

Ja, grundsätzlich.

Der Investitionsfreibetrag (IFB) nach § 11 EStG ist unter den gesetzlichen Voraussetzungen auch für Kapitalgesellschaften relevant.

Er ermöglicht bei entsprechenden Investitionen einen zusätzlichen steuerlichen Abzug neben der regulären Abschreibung.

Für bestimmte Investitionen im Zeitraum von November 2025 bis Dezember 2026 wurde der Investitionsfreibetrag befristet erhöht.

Investition Investitionsfreibetrag 2026
Allgemein begünstigte Investitionen 20 %
Entsprechend begünstigte ökologische Investitionen 22 %

Die Investition muss die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Insbesondere ist der Investitionsfreibetrag nicht für sämtliche Wirtschaftsgüter oder jede beliebige Anschaffung zulässig.

Beispiel: 10.000 Euro begünstigte Investition

Eine GmbH investiert 10.000 Euro in ein entsprechend begünstigtes Anlagegut.

Bei 20 Prozent IFB ergibt sich ein zusätzlicher steuerlicher Abzug von:

10.000 Euro × 20 % = 2.000 Euro.

Bei einer KöSt von 23 Prozent beträgt die vereinfachte unmittelbare Körperschaftsteuerwirkung:

2.000 Euro × 23 % = 460 Euro.

Die reguläre Abschreibung des Wirtschaftsguts kommt grundsätzlich zusätzlich hinzu.

Die tatsächliche Entlastung kann bei Verlustsituationen, anderen steuerlichen Abzügen oder Sonderfällen abweichen.

Wie werden Verluste bei einer GmbH steuerlich berücksichtigt?

Eine GmbH kann steuerlich anerkannte Verluste aus vergangenen Jahren grundsätzlich als Verlustvortrag in späteren Jahren verwenden.

Dadurch kann die Körperschaftsteuer auf spätere Gewinne reduziert werden.

Anders als bei natürlichen Personen gilt bei Körperschaften allerdings grundsätzlich eine wichtige Begrenzung.

Was bedeutet die 75-Prozent-Verlustvortragsgrenze?

Verlustvorträge können bei einer GmbH grundsätzlich nur bis zu 75 Prozent des maßgeblichen Gesamtbetrags der Einkünfte eines Jahres verrechnet werden.

Die verbleibenden 25 Prozent bleiben im Regelfall steuerpflichtig.

Für bestimmte Gewinne und Sonderfälle bestehen gesetzliche Ausnahmen.

Beispiel: 100.000 Euro Gewinn und 150.000 Euro Verlustvortrag

Positiver Gesamtbetrag der Einkünfte 100.000 Euro
Vorhandener Verlustvortrag 150.000 Euro
Maximal verrechenbarer Verlustvortrag (75 %) 75.000 Euro
Verbleibendes steuerpflichtiges Einkommen 25.000 Euro
Körperschaftsteuer 23 % 5.750 Euro
Verbleibender Verlustvortrag 75.000 Euro

Ohne die Verlustvortragsgrenze könnte ein ausreichend hoher Verlustvortrag den gesamten Gewinn ausgleichen.

Bei Körperschaften bleibt aber grundsätzlich ein entsprechender Mindestanteil des laufenden positiven Ergebnisses steuerpflichtig.

Gibt es Ausnahmen von der 75-Prozent-Grenze?

Ja.

Bestimmte Gewinnarten sind von der allgemeinen Verlustvortragsbeschränkung ausgenommen.

Dazu können unter den gesetzlichen Voraussetzungen beispielsweise gehören:

  • bestimmte Gewinne im Zusammenhang mit Insolvenzverfahren,
  • Sanierungsgewinne,
  • Veräußerungs- und Aufgabegewinne aus Betrieben oder Teilbetrieben,
  • bestimmte Liquidationsgewinne und
  • besondere Nachversteuerungstatbestände.

Die konkrete Berechnung sollte bei erheblichen Verlustvorträgen individuell erfolgen.

Können mehrere GmbHs eine steuerliche Unternehmensgruppe bilden?

Ja.

Unter bestimmten Voraussetzungen können finanziell verbundene Körperschaften eine Unternehmensgruppe nach § 9 KStG bilden.

Dadurch können steuerliche Ergebnisse der einzelnen Gruppenmitglieder dem Gruppenträger zugerechnet werden.

Das kann insbesondere die Verrechnung entsprechender Gewinne und Verluste innerhalb einer Unternehmensgruppe ermöglichen.

Die Gruppenbesteuerung setzt unter anderem eine ausreichende finanzielle Verbindung und die Einhaltung der gesetzlichen Antrags- und Bindungsregeln voraus.

Ausländische Gruppenmitglieder unterliegen besonderen Beschränkungen und Nachversteuerungsregeln.

Sind Vereine körperschaftsteuerpflichtig?

Grundsätzlich können auch Vereine körperschaftsteuerpflichtig sein.

Allerdings sind bei Vereinen mehrere Fälle zu unterscheiden.

Ein Verein, der die gesetzlichen Voraussetzungen für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke erfüllt, kann für bestimmte Tätigkeitsbereiche von der Körperschaftsteuer befreit sein.

Bestimmte wirtschaftliche Tätigkeiten können dagegen steuerpflichtig sein.

Die Eintragung als Verein allein macht sämtliche Einnahmen nicht automatisch körperschaftsteuerfrei. Umgekehrt ist auch nicht jeder gemeinnützige Verein mit allen Einnahmen normal körperschaftsteuerpflichtig.

Was gilt für Körperschaften öffentlichen Rechts?

Zu den Körperschaften öffentlichen Rechts gehören beispielsweise:

  • Bund,
  • Länder,
  • Gemeinden,
  • bestimmte Kammern und
  • Sozialversicherungsträger.

Sie unterliegen besonderen Regeln der beschränkten Körperschaftsteuerpflicht.

Ihre Betriebe gewerblicher Art können dagegen eigenständige Körperschaftsteuersubjekte sein und einer unbeschränkten Körperschaftsteuerpflicht unterliegen.

Eine Gewinnerzielungsabsicht ist für die Einstufung als Betrieb gewerblicher Art nicht in allen Fällen erforderlich.

Wie werden Privatstiftungen 2026 besteuert?

Privatstiftungen unterliegen besonderen steuerlichen Bestimmungen.

Sie dürfen deshalb nicht pauschal mit einer gewöhnlichen GmbH gleichgesetzt werden.

Besonders wichtig ist die sogenannte Zwischensteuer auf bestimmte Einkünfte einer Privatstiftung.

Diese wurde für 2026 erhöht.

Ab 2026 beträgt der Zwischensteuersatz für entsprechend erfasste Einkünfte einer Privatstiftung 27,5 Prozent.

Für die übrigen körperschaftsteuerlichen Einkünfte sowie Zuwendungen an Begünstigte gelten eigene Vorschriften.

Die normale Körperschaftsteuer von 23 Prozent darf deshalb nicht ohne Prüfung auf sämtliche Stiftungseinkünfte angewendet werden.

Welche weiteren Steuern muss eine GmbH bezahlen?

Die Körperschaftsteuer ist nur eine der möglichen Abgaben einer Kapitalgesellschaft.

Je nach Tätigkeit und Beschäftigten können insbesondere zusätzlich relevant sein:

  • Umsatzsteuer,
  • Kommunalsteuer,
  • Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds,
  • Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag,
  • Lohnsteuer,
  • Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung,
  • Kapitalertragsteuer auf Ausschüttungen und
  • weitere branchenspezifische Abgaben.

Die Umsatzsteuer ist dabei grundsätzlich eine andere Steuerart als die Körperschaftsteuer.

Gibt es in Österreich eine Gewerbesteuer?

Eine allgemeine Gewerbesteuer nach deutschem Vorbild gibt es in Österreich nicht mehr.

Die österreichische Gewerbesteuer wurde mit der Neuordnung der kommunalen Unternehmensbesteuerung ab 1994 abgeschafft.

An ihre Stelle trat unter anderem die Kommunalsteuer als lohnabhängige Gemeindeabgabe.

Die Kommunalsteuer beträgt grundsätzlich:

3 Prozent der maßgeblichen Arbeitslöhne.

Sie ist nicht zusätzlich als pauschaler Prozentsatz auf den Gewinn der GmbH zu berechnen.

Mehr dazu enthält unser Ratgeber zur Kommunalsteuer in Österreich.

Wann muss eine GmbH Körperschaftsteuer bezahlen?

Die Körperschaftsteuer wird grundsätzlich nach Ablauf des Veranlagungszeitraums anhand des steuerpflichtigen Einkommens festgesetzt.

Während des laufenden Jahres sind üblicherweise bereits Vorauszahlungen zu entrichten.

Diese werden grundsätzlich vom Finanzamt durch Vorauszahlungsbescheid festgesetzt.

Welche KöSt-Vorauszahlungstermine gelten 2026?

Die regulären Vorauszahlungen sind vierteljährlich fällig.

Quartal Regulärer Termin
1. Quartal 15. Februar
2. Quartal 15. Mai
3. Quartal 15. August
4. Quartal 15. November

Fällt ein gesetzlicher Fälligkeitstag auf ein Wochenende oder einen entsprechend berücksichtigten Feiertag, gelten die abgabenrechtlichen Fristenregelungen.

Wie hoch sind die quartalsweisen KöSt-Vorauszahlungen?

Der Betrag ergibt sich grundsätzlich aus dem jeweiligen Vorauszahlungsbescheid des Finanzamts.

Eine neu gegründete GmbH mit der regulären Mindest-KöSt von 500 Euro jährlich hat grundsätzlich mindestens:

125 Euro je vollem Kalenderquartal

zu berücksichtigen.

Bei einem entsprechend höheren voraussichtlichen steuerpflichtigen Einkommen kann das Finanzamt höhere Vorauszahlungen festsetzen.

Kann eine GmbH die KöSt-Vorauszahlungen reduzieren lassen?

Ja.

Wenn die tatsächliche Jahressteuer voraussichtlich geringer ausfallen wird als vom Finanzamt angenommen, kann eine Herabsetzung der Körperschaftsteuervorauszahlungen beantragt werden.

Ein solcher Antrag ist grundsätzlich bis zum:

30. September des laufenden Kalenderjahres

möglich.

Er muss sachlich begründet werden.

Typische Gründe können sein:

  • erheblich niedrigere Gewinne,
  • ein unerwarteter Auftragsrückgang,
  • größere Forderungsausfälle oder
  • höhere steuerlich abzugsfähige Aufwendungen.

Die gesetzliche Mindest-KöSt bleibt jedoch grundsätzlich zu beachten.

Wann muss die Körperschaftsteuererklärung 2026 abgegeben werden?

Für die Körperschaftsteuererklärung des Kalenderjahres 2026 gelten grundsätzlich folgende Fristen:

Abgabeart Reguläre Frist für 2026
Papierform, soweit zulässig 30. April 2027
Elektronisch über FinanzOnline 30. Juni 2027

Grundsätzlich müssen die Erklärungen elektronisch eingereicht werden.

Die Abgabefrist kann auf begründeten Antrag verlängert werden.

Bei steuerlicher Vertretung können im Rahmen der Quotenregelung längere Fristen gelten.

Welches Formular benötigt eine GmbH?

Für die Körperschaftsteuererklärung kommen unterschiedliche Formulare infrage.

Formular Verwendungszweck
K1 Unbeschränkt steuerpflichtige rechnungslegungspflichtige Körperschaften, insbesondere GmbH und AG
K2 Bestimmte andere unbeschränkt steuerpflichtige Körperschaften, beispielsweise bestimmte Vereine
K3 Bestimmte beschränkt steuerpflichtige Körperschaften

Die Erklärungen und erforderlichen Beilagen werden grundsätzlich über FinanzOnline übermittelt.

Die allgemeinen Schritte zur elektronischen Steuerabgabe erklären wir auch im Beitrag zur Steuererklärung in Österreich.

Muss eine GmbH auch bei Verlust eine Steuererklärung abgeben?

Grundsätzlich ja.

Eine GmbH ist als körperschaftsteuerpflichtige Kapitalgesellschaft grundsätzlich zur jährlichen Körperschaftsteuererklärung verpflichtet.

Die Erklärungspflicht entfällt nicht automatisch, wenn:

  • kein Umsatz erzielt wurde,
  • kein steuerpflichtiger Gewinn entstanden ist oder
  • ein Verlust vorliegt.

Ein Verlustjahr ist außerdem für die Ermittlung und spätere Nutzung steuerlicher Verlustvorträge wichtig.

Wann kommt der Körperschaftsteuerbescheid?

Nach der Einreichung und Bearbeitung der Erklärung erlässt das Finanzamt den Körperschaftsteuerbescheid.

Die genaue Bearbeitungsdauer hängt vom Einzelfall ab.

Im Bescheid werden insbesondere:

  • die festgesetzte Körperschaftsteuer,
  • bereits geleistete Vorauszahlungen,
  • gegebenenfalls anrechenbare Mindeststeuerbeträge und
  • eine verbleibende Gutschrift oder Nachzahlung

berücksichtigt.

Wann muss eine KöSt-Nachzahlung bezahlt werden?

Eine durch den Körperschaftsteuerbescheid festgesetzte Nachforderung muss grundsätzlich:

innerhalb eines Monats ab Zustellung des Bescheids

bezahlt werden.

Das genaue Zahlungsziel ergibt sich aus dem Bescheid beziehungsweise dem Steuerkonto.

Kann eine GmbH gegen den KöSt-Bescheid Beschwerde einlegen?

Ja.

Gegen einen Körperschaftsteuerbescheid kann grundsätzlich innerhalb eines Monats ab Zustellung eine Bescheidbeschwerde erhoben werden.

Die Beschwerde sollte insbesondere enthalten:

  • den angefochtenen Bescheid,
  • die betroffenen Punkte,
  • die beantragten Änderungen und
  • eine nachvollziehbare Begründung.

Die Beschwerde führt nicht automatisch dazu, dass eine vorgeschriebene Steuernachzahlung bis zur Entscheidung nicht entrichtet werden muss.

Gegebenenfalls kann zusätzlich eine Aussetzung der Einhebung beantragt werden.

Was ist bei internationalen Unternehmensgruppen zu beachten?

Bei größeren Unternehmensgruppen können ergänzend zur gewöhnlichen Körperschaftsteuer verschiedene internationale Regelungen relevant sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Verrechnungspreise,
  • Doppelbesteuerungsabkommen,
  • Beteiligungsertragsbefreiungen,
  • Hinzurechnungsbesteuerung bei bestimmten niedrig besteuerten Auslandseinkünften,
  • besondere Zinsabzugsbeschränkungen und
  • die globale Mindestbesteuerung großer Unternehmensgruppen.

Die internationale Mindestbesteuerung betrifft grundsätzlich nur Unternehmensgruppen, die die gesetzlichen Größen- und weiteren Voraussetzungen erfüllen.

Sie ist nicht mit der gewöhnlichen Mindest-KöSt von 500 Euro für eine österreichische GmbH zu verwechseln.

Die häufigsten Fehler bei der Körperschaftsteuer

  • Mit 25 Prozent rechnen: Der reguläre Satz beträgt 2026 nur 23 Prozent.
  • Mit einer angekündigten Senkung auf 21 Prozent rechnen: Diese frühere Prognose wurde nicht umgesetzt.
  • 24 Prozent ab 2028 auf den gesamten Gewinn anwenden: Der neue Satz gilt ausschließlich für den Einkommensteil über einer Million Euro.
  • Umsatz statt Gewinn besteuern: Die KöSt wird auf das steuerpflichtige Einkommen berechnet.
  • Mindest-KöSt vergessen: Sie fällt bei GmbH und FlexKapG auch bei Verlusten grundsätzlich an.
  • Alte Mindest-KöSt von 1.750 Euro verwenden: Für GmbHs gelten seit 2024 grundsätzlich 500 Euro jährlich.
  • Gewinnthesaurierung als vollständige Steuerfreiheit verstehen: Die Körperschaftsteuer entsteht grundsätzlich unabhängig von der Ausschüttung.
  • 23 und 27,5 Prozent einfach addieren: Die kombinierte Steuerbelastung bei Ausschüttung an natürliche Personen beträgt grundsätzlich 44,175 Prozent.
  • Jede Ausschüttung steuerlich identisch behandeln: Bei Körperschaften als Gesellschaftern und internationalen Sachverhalten gelten Sonderregeln.
  • Geschäftsführergehalt mit Dividende verwechseln: Steuerlich handelt es sich um unterschiedliche Vorgänge.
  • Verdeckte Ausschüttungen ignorieren: Nicht fremdübliche Gesellschaftervorteile können steuerliche Folgen haben.
  • Verlustvorträge immer vollständig verrechnen: Bei Körperschaften gilt grundsätzlich die 75-Prozent-Grenze.
  • Gewinnfreibetrag für die GmbH beanspruchen: Dieser steht grundsätzlich natürlichen Personen zu.
  • Investitionsfreibetrag nicht prüfen: Entsprechende Investitionen können 2026 mit 20 beziehungsweise 22 Prozent begünstigt sein.
  • Jeden Verein automatisch besteuern: Gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Rechtsträger können befreit sein.
  • Privatstiftungen pauschal mit 23 Prozent behandeln: Für bestimmte Stiftungseinkünfte gilt 2026 ein Zwischensteuersatz von 27,5 Prozent.
  • Österreichische Gewerbesteuer zusätzlich berechnen: Eine allgemeine Gewerbesteuer wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht.
  • Steuererklärung bei Verlust nicht abgeben: Auch Verlustjahre sind grundsätzlich zu erklären.

Checkliste: Körperschaftsteuer 2026 richtig berechnen

  • Rechtsform: GmbH, FlexKapG, AG oder eine andere Körperschaft?
  • Steuerpflicht: Unbeschränkt oder beschränkt?
  • Gewinn: Steuerpflichtiges Einkommen aus dem Jahresabschluss korrekt ermittelt?
  • Steuersatz: 23 Prozent für das Jahr 2026 verwendet?
  • Mindest-KöSt: 500 Euro bei GmbH beziehungsweise FlexKapG berücksichtigt?
  • Verlustvorträge: 75-Prozent-Grenze und mögliche Ausnahmen geprüft?
  • Investitionen: Erhöhter Investitionsfreibetrag 2026 geprüft?
  • Geschäftsführer: Vergütungen fremdüblich und steuerlich richtig erfasst?
  • Ausschüttung: Gegebenenfalls 27,5 Prozent KESt berücksichtigt?
  • Andere Körperschaft als Gesellschafter: Beteiligungsertragsbefreiung geprüft?
  • Vorauszahlungen: Quartalstermine eingehalten?
  • Herabsetzung: Bei gesunkenem Gewinn Antrag bis 30. September geprüft?
  • Steuererklärung: Für 2026 bis 30. Juni 2027 elektronisch eingeplant?
  • Formular: K1, K2 oder K3 richtig ausgewählt?
  • Zukunft: Neue 24-Prozent-Stufe ab 2028 bei Einkommen über einer Million Euro berücksichtigt?

Fazit: 23 Prozent KöSt und mindestens 500 Euro bei der GmbH

Die Körperschaftsteuer beträgt in Österreich 2026 grundsätzlich 23 Prozent des steuerpflichtigen Einkommens. Für GmbHs, FlexKapG und Aktiengesellschaften gilt damit weiterhin ein einheitlicher regulärer Steuersatz.

Kapitalgesellschaften müssen außerdem ihre Mindestkörperschaftsteuer berücksichtigen. Bei einer GmbH und FlexKapG beträgt diese grundsätzlich 500 Euro jährlich, bei einer AG 3.500 Euro.

Wird der nach Körperschaftsteuer verbleibende Gewinn an eine entsprechend steuerpflichtige natürliche Person ausgeschüttet, fällt in der Regel zusätzlich Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent an. Die kombinierte Steuerbelastung beträgt im Standardszenario 44,175 Prozent.

Steuerlich können insbesondere Investitionsfreibetrag, Abschreibungen, Verlustvorträge und die Gestaltung der Gewinnverwendung relevant sein. Die 75-Prozent-Grenze für den Verlustvortrag gehört dabei zu den wichtigsten Besonderheiten der Körperschaftsteuer.

Bereits beschlossen ist außerdem der neue Körperschaftsteuertarif ab 2028: Für den steuerpflichtigen Einkommensteil über einer Million Euro steigt der Satz auf 24 Prozent. Die darunterliegenden Einkommensteile bleiben bei 23 Prozent.

Die drei wichtigsten Punkte: 2026 und 2027 gilt grundsätzlich 23 Prozent KöSt. Eine GmbH zahlt mindestens 500 Euro im Jahr. Ab 2028 werden nur Einkommensteile über einer Million Euro mit 24 Prozent besteuert.

Häufige Fragen zur Körperschaftsteuer in Österreich

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer 2026?

Der reguläre Körperschaftsteuersatz beträgt 2026 grundsätzlich 23 Prozent des steuerpflichtigen Einkommens.

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer 2027?

Auch 2027 beträgt der reguläre Körperschaftsteuersatz grundsätzlich 23 Prozent.

Was ändert sich bei der KöSt ab 2028?

Für nach dem 31. Dezember 2027 beginnende Wirtschaftsjahre gilt ein zweistufiger Tarif: 23 Prozent bis zu einer Million Euro steuerpflichtigem Einkommen und 24 Prozent für den darüberliegenden Einkommensteil.

Wie viel Körperschaftsteuer zahlt eine GmbH bei 50.000 Euro Gewinn?

Bei 50.000 Euro steuerpflichtigem Einkommen sind es grundsätzlich 11.500 Euro Körperschaftsteuer.

Wie viel KöSt fallen bei 100.000 Euro Gewinn an?

Die reguläre Körperschaftsteuer beträgt 23.000 Euro.

Wie viel KöSt zahlt eine GmbH bei einer Million Euro Gewinn?

Bei einer Million Euro steuerpflichtigem Einkommen beträgt die Körperschaftsteuer 2026 grundsätzlich 230.000 Euro.

Wie hoch ist die Mindestkörperschaftsteuer einer GmbH 2026?

Grundsätzlich 500 Euro pro Jahr beziehungsweise 125 Euro für jedes volle Kalenderquartal.

Wie hoch ist die Mindest-KöSt einer FlexKapG?

Grundsätzlich 500 Euro jährlich beziehungsweise 125 Euro pro Quartal.

Wie hoch ist die Mindest-KöSt einer Aktiengesellschaft?

Grundsätzlich 3.500 Euro jährlich beziehungsweise 875 Euro pro Quartal.

Warum beträgt die Mindest-KöSt einer GmbH nur noch 500 Euro?

Weil das gesetzliche Mindeststammkapital seit 2024 grundsätzlich 10.000 Euro beträgt und die Mindestkörperschaftsteuer mit fünf Prozent dieser gesetzlichen Mindesthöhe berechnet wird.

Muss eine GmbH mit Verlust Körperschaftsteuer bezahlen?

Ja. Auch bei steuerlichen Verlusten fällt grundsätzlich die Mindestkörperschaftsteuer an.

Muss eine GmbH ohne Umsatz Mindest-KöSt zahlen?

Grundsätzlich ja, solange die entsprechende Steuerpflicht besteht. Die bloße Inaktivität einer Gesellschaft beseitigt die Mindeststeuerpflicht nicht automatisch.

Kann man die Mindestkörperschaftsteuer zurückbekommen?

Übersteigende Mindeststeuerbeträge können unter den gesetzlichen Voraussetzungen in späteren Jahren auf eine höhere Körperschaftsteuerschuld angerechnet werden.

Wird die Körperschaftsteuer vom Umsatz oder Gewinn berechnet?

Sie wird auf das steuerpflichtige Einkommen und nicht auf den gesamten Umsatz berechnet.

Ist der Bilanzgewinn gleich dem steuerpflichtigen Gewinn?

Nicht zwingend. Steuerliche Korrekturen, Befreiungen, nicht abzugsfähige Aufwendungen und Verlustvorträge können Unterschiede verursachen.

Was ist der Unterschied zwischen Körperschaftsteuer und Einkommensteuer?

Die Körperschaftsteuer betrifft Körperschaften und beträgt 2026 im Regelfall einheitlich 23 Prozent. Für natürliche Personen gilt dagegen der progressive Einkommensteuertarif.

Muss ein Einzelunternehmer KöSt zahlen?

Nein. Ein Einzelunternehmer unterliegt mit seinem Gewinn grundsätzlich der Einkommensteuer.

Gilt Körperschaftsteuer für eine OG oder KG?

Eine gewöhnliche Personengesellschaft unterliegt mit ihrem Gewinn grundsätzlich nicht selbst der Körperschaftsteuer. Der Gewinn wird den Gesellschaftern steuerlich zugerechnet.

Wie hoch ist die Steuer bei Gewinnausschüttung einer GmbH?

Nach der Körperschaftsteuer fällt bei regulärer Ausschüttung an eine entsprechend steuerpflichtige natürliche Person grundsätzlich zusätzlich Kapitalertragsteuer von 27,5 Prozent an.

Wie hoch ist die kombinierte Steuerbelastung von GmbH und Gesellschafter?

Bei 23 Prozent Körperschaftsteuer und anschließender vollständiger Ausschüttung an eine natürliche Person mit 27,5 Prozent KESt ergibt sich grundsätzlich eine Gesamtbelastung von 44,175 Prozent.

Wie viel bleiben von 100.000 Euro GmbH-Gewinn netto übrig?

Bei vollständiger regulärer Ausschüttung an eine entsprechend steuerpflichtige natürliche Person verbleiben im vereinfachten Beispiel 55.825 Euro nach KöSt und KESt.

Muss ich auf einbehaltene GmbH-Gewinne zusätzlich KESt zahlen?

Grundsätzlich nicht. Die Körperschaftsteuer fällt an, aber eine zusätzliche KESt auf eine Gewinnausschüttung entsteht nicht allein durch das Belassen des Gewinns in der Gesellschaft.

Kann eine GmbH den Gewinnfreibetrag nutzen?

Nein. Der Gewinnfreibetrag steht grundsätzlich natürlichen Personen mit betrieblichen Einkünften zu.

Kann eine GmbH den Investitionsfreibetrag nutzen?

Ja, für entsprechende begünstigte Investitionen. 2026 gelten befristet grundsätzlich 20 beziehungsweise 22 Prozent Investitionsfreibetrag.

Können Körperschaftsteuerverluste vorgetragen werden?

Ja. Steuerlich anerkannte Verluste können unter den gesetzlichen Voraussetzungen in späteren Jahren berücksichtigt werden.

Was ist die 75-Prozent-Verlustvortragsgrenze?

Bei Körperschaften können Verlustvorträge grundsätzlich höchstens 75 Prozent des maßgeblichen Gesamtbetrags der Einkünfte eines Jahres ausgleichen. Für bestimmte Gewinnarten gibt es Ausnahmen.

Kann man bei einer GmbH sämtliche alten Verluste sofort verrechnen?

Aufgrund der 75-Prozent-Grenze grundsätzlich nicht in jedem Fall. Nicht verwertete Verlustvorträge können grundsätzlich für spätere Jahre erhalten bleiben.

Kann eine GmbH Dividenden von einer anderen GmbH steuerfrei erhalten?

Unter den Voraussetzungen der Beteiligungsertragsbefreiung nach § 10 KStG können entsprechende Beteiligungserträge steuerfrei sein.

Ist das Gehalt eines GmbH-Geschäftsführers eine Ausschüttung?

Nein. Eine angemessene Vergütung für eine tatsächliche Geschäftsführertätigkeit ist steuerlich anders zu behandeln als eine Gewinnausschüttung.

Was ist eine verdeckte Gewinnausschüttung?

Ein Gesellschafter erhält von der GmbH einen wirtschaftlichen Vorteil, der unter vergleichbaren Bedingungen einem fremden Dritten nicht gewährt würde.

Sind Vereine körperschaftsteuerpflichtig?

Vereine können körperschaftsteuerpflichtig sein. Für gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Tätigkeiten bestehen unter den gesetzlichen Voraussetzungen Befreiungen.

Gilt für Privatstiftungen 23 Prozent KöSt?

Privatstiftungen unterliegen Sondervorschriften. Für bestimmte zwischensteuerpflichtige Einkünfte gilt ab 2026 ein Satz von 27,5 Prozent.

Gibt es in Österreich Gewerbesteuer?

Nein. Eine allgemeine Gewerbesteuer nach deutschem Vorbild besteht in Österreich nicht. Unternehmen können allerdings unter anderem Kommunalsteuer schulden.

Wann werden Körperschaftsteuervorauszahlungen bezahlt?

Grundsätzlich am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November.

Bis wann kann ich die KöSt-Vorauszahlungen herabsetzen lassen?

Ein entsprechend begründeter Antrag kann grundsätzlich bis 30. September des laufenden Jahres gestellt werden.

Wann ist die Körperschaftsteuererklärung 2026 fällig?

Grundsätzlich am 30. April 2027 bei zulässiger Papierabgabe beziehungsweise am 30. Juni 2027 bei elektronischer Einreichung.

Welches Formular benötigt eine GmbH für die Körperschaftsteuer?

Grundsätzlich das Formular K1 beziehungsweise die entsprechende elektronische Erklärung über FinanzOnline.

Muss eine GmbH bei Verlust eine Körperschaftsteuererklärung abgeben?

Grundsätzlich ja. Die jährliche Erklärungspflicht besteht auch bei einem negativen Jahresergebnis.

Wann ist eine Körperschaftsteuernachzahlung fällig?

Grundsätzlich innerhalb eines Monats ab Zustellung des Körperschaftsteuerbescheids.

Kann ich gegen den Körperschaftsteuerbescheid Beschwerde erheben?

Ja. Die Bescheidbeschwerde ist grundsätzlich innerhalb eines Monats ab Zustellung einzubringen.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Stand der fachlichen Prüfung: 8. Oktober 2026.

Hinweis: Die tatsächliche Körperschaftsteuerbelastung hängt vom steuerpflichtigen Einkommen, möglichen Verlustvorträgen, Befreiungen, Beteiligungen, Investitionsbegünstigungen und weiteren Besonderheiten ab. Bei Privatstiftungen, gemeinnützigen Körperschaften, Unternehmensgruppen und grenzüberschreitenden Sachverhalten gelten zusätzliche steuerrechtliche Vorschriften.

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