Welche Werbungskosten kann man 2026 beim Lohnsteuerausgleich in Österreich absetzen? Dazu gehören insbesondere beruflich genutzte Arbeitsmittel, Fortbildungskosten, Fachliteratur, beruflich veranlasste Reisekosten und unter bestimmten Voraussetzungen das Pendlerpauschale sowie Aufwendungen für Telearbeit. Entscheidend ist, dass die Kosten beruflich veranlasst sind, selbst getragen wurden und steuerlich nicht bereits abgegolten sind.
Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gilt 2026 grundsätzlich ein Werbungskostenpauschale von 132 Euro pro Jahr. Bestimmte Kosten wirken sich erst aus, wenn sie dieses Pauschale übersteigen. Andere Werbungskosten können unabhängig davon berücksichtigt werden.
Kurzantwort für 2026: Berufliche Ausgaben können die steuerpflichtigen Einkünfte und dadurch die Einkommensteuer senken. Für Telearbeit sind 2026 noch bis zu 3 Euro je begünstigtem Tag und maximal 300 Euro jährlich möglich. Der Pendlereuro beträgt 2026 bereits 6 Euro pro Kilometer der einfachen Pendelstrecke. Ab 2027 entfällt das bisherige Telearbeitspauschale.
Wichtig zur Jahreszuordnung: Dieser Ratgeber behandelt Ausgaben des Kalenderjahres 2026, die grundsätzlich bei der Arbeitnehmerveranlagung für 2026 geltend gemacht werden – üblicherweise ab 2027. Wer den Lohnsteuerausgleich noch im Jahr 2026 für 2025 einreicht, muss die Regeln des Steuerjahres 2025 beachten.
Werbungskosten 2026 im Überblick: Was ist absetzbar?
§ 16 Einkommensteuergesetz 1988 (EStG) definiert Werbungskosten als Aufwendungen oder Ausgaben zur Erwerbung, Sicherung oder Erhaltung der Einnahmen. Für Arbeitnehmer geht es damit um Kosten im Zusammenhang mit einer nichtselbstständigen Tätigkeit.
| Ausgabe | Steuerliche Behandlung 2026 |
|---|---|
| Arbeitsmittel, Werkzeuge, Laptop | Beruflicher Anteil absetzbar; allgemeines Pauschale beachten |
| Berufliche Aus- und Fortbildung | Bei entsprechender beruflicher Veranlassung absetzbar |
| Fachliteratur | Berufsspezifische Literatur absetzbar |
| Internet, Telefon, Software | Beruflicher Anteil absetzbar; bei Telearbeit Gegenrechnung beachten |
| Berufskleidung | Insbesondere typische Berufskleidung und Schutzkleidung |
| Pendlerpauschale | Bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen zusätzlich zum allgemeinen Pauschale |
| Berufliche Dienstfahrten und Reisen | Nicht ersetzte, beruflich veranlasste Kosten im zulässigen Umfang |
| Telearbeitspauschale | 2026 bis 300 Euro jährlich nach den gesetzlichen Voraussetzungen |
| Ergonomisches Büromobiliar | 2026 bis 300 Euro bei mindestens 26 Telearbeitstagen und weiteren Voraussetzungen |
| Gewerkschaftsbeiträge | Gesondert absetzbar, soweit nicht bereits berücksichtigt |
| Doppelte Haushaltsführung | Nur bei beruflicher Veranlassung und besonderen Voraussetzungen |
Die Tabelle zeigt typische Möglichkeiten, keine automatische Anerkennung jeder Ausgabe. Insbesondere Privatanteile, Arbeitgeberersätze, Nachweise und spezielle Höchstbeträge müssen berücksichtigt werden.
Wie funktioniert das Werbungskostenpauschale von 132 Euro?
Das allgemeine Werbungskostenpauschale beträgt für aktive Arbeitnehmer grundsätzlich 132 Euro jährlich. Es ist bereits in den Lohnsteuertabellen berücksichtigt und muss nicht gesondert beantragt werden.
Bei vielen regelmäßig anfallenden Werbungskosten, etwa für Arbeitsmittel, Fachliteratur, Fortbildung oder berufliche Reisekosten, wird das bereits berücksichtigte Pauschale durch die tatsächlichen Kosten ersetzt, wenn deren Summe höher ist.
Rechenbeispiel: Im Jahr 2026 werden 732 Euro an steuerlich anerkannten Werbungskosten getragen, die dem allgemeinen Werbungskostenpauschale unterliegen. Gegenüber den bereits berücksichtigten 132 Euro ergibt sich ein zusätzlicher Abzug von 600 Euro. Bei einem angenommenen Grenzsteuersatz von durchgehend 30 Prozent entspricht das rechnerisch einer zusätzlichen Steuerersparnis von 180 Euro. Die tatsächliche Ersparnis hängt von der persönlichen Steuerberechnung ab.
Nicht alle Werbungskosten fallen unter diese 132-Euro-Grenze. Insbesondere Gewerkschaftsbeiträge, bestimmte Sozialversicherungsbeiträge, das Pendlerpauschale sowie 2026 das Telearbeitspauschale und begünstigtes ergonomisches Mobiliar werden nach eigenen Regeln berücksichtigt.
Werbungskosten sind außerdem kein Steuerabsetzbetrag. Eine Ausgabe von 500 Euro führt nicht automatisch zu 500 Euro Rückzahlung. Sie vermindert grundsätzlich die steuerliche Bemessungsgrundlage. Ein Steuerabsetzbetrag wie der Pendlereuro mindert hingegen unmittelbar die berechnete Steuer.
Arbeitsmittel, Computer, Software und Fachliteratur absetzen
Laptop, Monitor und beruflich genutzte Geräte
Beruflich benötigte Arbeitsmittel können Werbungskosten sein. Dazu zählen je nach Tätigkeit beispielsweise:
- Laptops, PCs, Monitore, Drucker und Zubehör
- Beruflich notwendige Software und Programmlizenzen
- Werkzeuge und spezielle Arbeitsgeräte
- Berufsbezogene Mess-, Prüf- oder technische Geräte
- Beruflich verwendete Schreib- und Büromaterialien
Bei privater Mitbenutzung ist grundsätzlich nur der berufliche Anteil abzugsfähig. Ein privat angeschaffter Laptop ist deshalb nicht allein deswegen vollständig absetzbar, weil gelegentlich dienstliche E-Mails darauf gelesen werden.
Geringwertige Arbeitsmittel: Anschaffungskosten bis einschließlich 1.000 Euro können im Rahmen der steuerlichen Voraussetzungen grundsätzlich im Anschaffungsjahr berücksichtigt werden. Kostet ein länger nutzbares Arbeitsmittel mehr als 1.000 Euro, sind die Anschaffungskosten grundsätzlich über die Nutzungsdauer zu verteilen. Bei Computern wird nach der Verwaltungspraxis grundsätzlich eine Nutzungsdauer von zumindest drei Jahren angesetzt.
Bei allen Beträgen ist der steuerlich anzuerkennende berufliche Anteil maßgeblich. Bei Anschaffungen im zweiten Halbjahr kann die Halbjahresabschreibung relevant werden.
Internet, Handy und laufende Softwarekosten
Auch monatliche Gebühren können absetzbar sein, soweit sie tatsächlich beruflich veranlasst sind. Dazu zählen beispielsweise ein beruflich genutzter Internetanschluss, Telefonkosten oder erforderliche Software-Abonnements.
Privat- und Berufsanteile müssen nachvollziehbar getrennt werden. Bei digitalen Arbeitsmitteln ist 2026 zusätzlich die Gegenrechnung mit dem Telearbeitspauschale zu beachten. Derselbe berufliche Aufwand darf nicht mehrfach berücksichtigt werden.
Fachliteratur und Berufskleidung
Fachbücher, berufsspezifische Zeitschriften und geeignete Fachpublikationen sind abzugsfähig, wenn sie dem ausgeübten Beruf dienen. Allgemeine Tageszeitungen, Unterhaltungsliteratur oder allgemeinbildende Bücher sind dagegen in der Regel nicht als Werbungskosten anerkannt.
Bei Arbeitskleidung gelten strengere Anforderungen als häufig angenommen. Typische Berufskleidung wie Schutzkleidung, Berufsuniformen oder spezielle Arbeitskleidung kann abzugsfähig sein. Ein gewöhnlicher Anzug, ein Kostüm oder normale Alltagsschuhe bleiben grundsätzlich private Kleidung – selbst wenn sie ausschließlich in der Arbeit getragen werden.
Ausbildung, Fortbildung und Studium: Welche Kosten sind absetzbar?
Berufliche Bildungsmaßnahmen zählen zu den wichtigsten Werbungskosten. Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen Fortbildung, Ausbildung in einem verwandten Beruf und umfassender Umschulung.
Fortbildung im bestehenden Beruf
Eine Fortbildung verbessert Kenntnisse und Fähigkeiten, die für die bereits ausgeübte berufliche Tätigkeit benötigt werden. Beispiele können fachspezifische Seminare, IT-Schulungen, Sprachkurse mit konkretem Berufsbezug oder anerkannte berufliche Zertifizierungen sein.
Ausbildung und berufliche Umschulung
Ausbildungskosten können abzugsfähig sein, wenn die Ausbildung im Zusammenhang mit der ausgeübten oder einer verwandten Tätigkeit steht. Das gilt unter entsprechenden Voraussetzungen auch für Fachhochschul- und Universitätsstudien.
Bei einer umfassenden Umschulung muss die Bildungsmaßnahme auf die tatsächliche Ausübung eines anderen Berufes abzielen. Einzelne Interessenskurse ohne entsprechende berufliche Einordnung reichen dafür nicht automatisch aus.
Bei grundsätzlich anerkannten Bildungsmaßnahmen können insbesondere folgende selbst getragenen Kosten berücksichtigt werden:
- Kurs-, Seminar- und Studiengebühren
- Prüfungsgebühren und notwendige Lehrmaterialien
- Berufsspezifische Fachliteratur
- Erforderliche Arbeitsmittel und anteilige Computerkosten
- Beruflich veranlasste Fahrtkosten
- Unter bestimmten Voraussetzungen Tages- und Nächtigungsgelder
Förderungen abziehen: Werden beispielsweise 800 Euro für einen anerkannten beruflichen Lehrgang bezahlt und davon 250 Euro steuerfrei gefördert, verbleiben grundsätzlich 550 Euro selbst getragene Kosten. Nur dieser Differenzbetrag kann als Werbungskosten angesetzt werden.
Private Freizeitkurse und Ausbildungen ohne ausreichenden beruflichen Bezug sind hingegen nicht schon deshalb abzugsfähig, weil sie möglicherweise irgendwann die Berufschancen verbessern.
Homeoffice und Telearbeit 2026: Was kann man noch absetzen?
Seit 2025 wird steuerrechtlich vom Telearbeitspauschale gesprochen. Für das Steuerjahr 2026 gelten noch die bisherigen Begünstigungen. Die im Juli 2026 beschlossene Abschaffung wirkt grundsätzlich erst ab 1. Jänner 2027.
Telearbeitspauschale: Bis 300 Euro für 2026
Arbeitgeber können 2026 für höchstens 100 begünstigte Telearbeitstage bis zu 3 Euro täglich steuerfrei auszahlen. Daraus ergibt sich ein maximaler Jahresbetrag von 300 Euro.
Wird kein oder nur ein geringeres steuerfreies Telearbeitspauschale bezahlt, können Arbeitnehmer die entsprechende Differenz unter den gesetzlichen Voraussetzungen als Werbungskosten berücksichtigt bekommen.
Beispiel für 2026: Bei 60 begünstigten Telearbeitstagen ergibt sich ein maximaler Betrag von 180 Euro. Bezahlt der Arbeitgeber steuerfrei 2 Euro je Tag, insgesamt 120 Euro, verbleiben 60 Euro als mögliche Differenzwerbungskosten. Diese werden bei korrekter Erfassung im Lohnzettel grundsätzlich automatisch in der Arbeitnehmerveranlagung berücksichtigt.
Voraussetzung sind tatsächlich geleistete, entsprechend dokumentierte Telearbeitstage. Ein regulärer Arbeitstag, an dem nur teilweise von zu Hause gearbeitet und ansonsten die Arbeitsstätte aufgesucht wird, zählt grundsätzlich nicht als Telearbeitstag im Sinne dieser Begünstigung.
Bei selbst angeschafften digitalen Arbeitsmitteln erfolgt eine Gegenrechnung mit dem steuerfreien Telearbeitspauschale und den entsprechenden Differenzwerbungskosten. Sie dürfen nicht ungekürzt zusätzlich geltend gemacht werden.
Ergonomischer Schreibtisch, Drehstuhl und Beleuchtung
Für 2026 können Kosten für ergonomisch geeignetes Mobiliar eines häuslichen Arbeitsplatzes außerhalb eines steuerlich anerkannten Arbeitszimmers bis zu einem Jahresbetrag von 300 Euro als Werbungskosten berücksichtigt werden.
Voraussetzung ist insbesondere, dass mindestens 26 begünstigte Telearbeitstage im Kalenderjahr vorliegen. Begünstigt sind beispielsweise Schreibtische, Drehstühle und geeignete Beleuchtung.
Diese Ausgaben werden nicht auf das allgemeine Werbungskostenpauschale von 132 Euro angerechnet. Der gesetzliche Höchstbetrag und die Regelungen zur Berücksichtigung übersteigender Anschaffungskosten sind zu beachten.
Arbeitszimmer und anteilige Wohnungskosten
Ein steuerlich anerkanntes Arbeitszimmer ist von einem gewöhnlichen Arbeitsplatz im Wohnzimmer oder Schlafzimmer zu unterscheiden.
Die Absetzbarkeit anteiliger Miete, Betriebskosten und Einrichtung eines Arbeitszimmers setzt bei Arbeitnehmern besonders strenge Voraussetzungen voraus. Das Arbeitszimmer muss insbesondere den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bilden und nahezu ausschließlich beruflich genutzt werden. Auch die berufliche Notwendigkeit ist relevant.
Allein die Vereinbarung, regelmäßig von zu Hause zu arbeiten, reicht für den Abzug anteiliger Wohnungs- und Stromkosten normalerweise nicht aus.
Wichtige Abgrenzung: Das kleine und große Arbeitsplatzpauschale von 300 beziehungsweise 1.200 Euro betrifft die betriebliche Tätigkeit Selbstständiger und darf nicht als allgemeine Werbungskostenpauschale für Arbeitnehmer verwendet werden.
Was ändert sich ab 2027?
Durch das Budgetbegleitgesetz 2027–2028 entfällt das bisherige Telearbeitspauschale ab dem Steuerjahr 2027. Damit endet auch der zugehörige pauschale Werbungskostenabzug.
Die steuerliche Berücksichtigung beruflich veranlasster Arbeitsmittel bleibt unter den allgemeinen Voraussetzungen weiterhin möglich. Auch die spezielle Begünstigung für ergonomisches Mobiliar bleibt bestehen; die bisherige Voraussetzung von mindestens 26 Telearbeitstagen entfällt ab 2027.
Die Einzelheiten zum bereits beschlossenen Übergang erläutert unser Beitrag Homeoffice-Pauschale 2027: Was noch absetzbar ist.
Pendlerpauschale und Pendlereuro 2026
Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte sind grundsätzlich bereits durch den Verkehrsabsetzbetrag abgegolten. Bei Erfüllung zusätzlicher Voraussetzungen können das Pendlerpauschale und der Pendlereuro hinzukommen.
Das kleine Pendlerpauschale kommt bei zumutbarer Benützung öffentlicher Verkehrsmittel grundsätzlich ab einer einfachen Pendelstrecke von mindestens 20 Kilometern in Betracht. Das große Pendlerpauschale setzt grundsätzlich eine nicht zumutbare Benützung öffentlicher Verkehrsmittel und mindestens zwei Kilometer einfachen Arbeitsweg voraus.
| Einfache Strecke | Kleines Pauschale pro Jahr | Großes Pauschale pro Jahr |
|---|---|---|
| 2 bis unter 20 km | Kein Anspruch | 372 € |
| 20 bis einschließlich 40 km | 696 € | 1.476 € |
| Über 40 bis 60 km | 1.356 € | 2.568 € |
| Über 60 km | 2.016 € | 3.672 € |
Die Jahresbeträge gelten bei ganzjährigem Anspruch in voller Höhe. Bei weniger Pendeltagen, unterjähriger Beschäftigung oder sonstigen Besonderheiten kann sich der tatsächliche Anspruch verringern.
Für die monatliche Pendelhäufigkeit gilt grundsätzlich:
- Mindestens 11 tatsächliche Fahrten zur Arbeitsstätte im Kalendermonat: volles Pendlerpauschale.
- 8 bis 10 Tage: zwei Drittel des Monatsbetrags.
- 4 bis 7 Tage: ein Drittel des Monatsbetrags.
- Höchstens 3 Tage: kein Pendlerpauschale für diesen Monat.
Telearbeitstage sind keine tatsächlichen Pendeltage.
Der Pendlereuro beträgt 2026 sechs Euro pro Kilometer
Der Pendlereuro wurde mit 1. Jänner 2026 von 2 auf 6 Euro je Kilometer der einfachen Pendelstrecke und Jahr erhöht. Voraussetzung ist ein Anspruch auf das Pendlerpauschale.
Beispiel: Bei einer einfachen Pendelstrecke von 35 Kilometern und ganzjährigem vollem Anspruch ergibt sich für 2026 ein Pendlereuro von 210 Euro (35 × 6 Euro). Das ist ein Steuerabsetzbetrag und keine zusätzliche Werbungskostenposition. Die tatsächliche steuerliche Wirkung hängt unter anderem von der individuellen Steuer und den geltenden Erstattungsregeln ab.
Die maßgeblichen Angaben lassen sich mit dem offiziellen Pendlerrechner des Finanzministeriums ermitteln. Das Ergebnis sollte mit der Lohnverrechnung verglichen werden.
Wurde das Pendlerpauschale samt Pendlereuro vom Arbeitgeber bereits in richtiger Höhe berücksichtigt, darf es bei der Arbeitnehmerveranlagung nicht nochmals zusätzlich beansprucht werden. Fehler oder fehlende Beträge können im Rahmen der Veranlagung korrigiert werden.
Reisekosten, Kilometergeld und doppelte Haushaltsführung
Berufliche Fahrten mit dem eigenen Fahrzeug
Beruflich veranlasste Fahrten außerhalb der gewöhnlichen Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte können als Werbungskosten berücksichtigt werden, wenn die Kosten selbst getragen und nicht bereits ersetzt wurden.
Für 2026 gelten folgende amtliche Kilometergeldsätze:
| Verkehrsmittel | Amtlicher Satz 2026 |
|---|---|
| Pkw | 0,50 € je km |
| Motorrad/Motorfahrrad | 0,25 € je km |
| Fahrrad | 0,25 € je km |
| Mitfahrer | 0,15 € je km |
Beim Pkw beträgt die für das amtliche Kilometergeld maßgebliche Obergrenze grundsätzlich 30.000 beruflich gefahrene Kilometer im Kalenderjahr. Für Fahrräder gilt eine eigene Grenze von 3.000 Kilometern.
Das Kilometergeld deckt bereits laufende Fahrzeugkosten wie Treibstoff, Verschleiß, Reparaturen, Versicherung und grundsätzlich auch Parkgebühren oder Mauten ab. Diese Positionen können bei Anwendung des amtlichen Kilometergeldes nicht nochmals gesondert angesetzt werden.
Als Nachweis eignen sich ein ordnungsgemäß geführtes Fahrtenbuch oder andere nachvollziehbare Aufzeichnungen zu Fahrtstrecke, Datum, Ziel, Anlass und beruflich gefahrenen Kilometern.
Taggeld, Diäten und Nächtigung
Bei einer steuerlich anerkannten beruflich veranlassten Inlandsreise von mehr als drei Stunden können 2026 grundsätzlich 2,50 Euro je angefangener Stunde, höchstens aber 30 Euro pro Tag, an Tagesgeldern berücksichtigt werden.
Für eine solche Reise gelten zusätzliche Voraussetzungen, insbesondere eine Mindestentfernung von grundsätzlich 25 Kilometern in eine Richtung und die Regelungen zum Mittelpunkt der Tätigkeit. Auch vom Arbeitgeber bezahlte Mahlzeiten und Reisekostenersätze können den abzugsfähigen Betrag vermindern.
Bei einer beruflich notwendigen Nächtigung können grundsätzlich die nachgewiesenen notwendigen Aufwendungen oder unter den entsprechenden Voraussetzungen der steuerliche Inlandspauschalbetrag von 17 Euro berücksichtigt werden. Für Auslandsreisen gelten andere Sätze.
Die Regeln für die steuerfreie Auszahlung von Reisekostenersätzen durch den Arbeitgeber sind nicht in allen Punkten mit dem Werbungskostenabzug des Arbeitnehmers gleichzusetzen.
Doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten
Wer aus beruflichen Gründen neben dem Familienwohnsitz eine weitere Unterkunft am Beschäftigungsort benötigt, kann unter bestimmten Voraussetzungen Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten geltend machen.
Entscheidend sind insbesondere die berufliche Veranlassung, die Unzumutbarkeit einer täglichen Rückkehr oder Verlegung des Familienwohnsitzes und eine nachvollziehbare Dokumentation. Die Regelung ist kein allgemeiner Steuerabzug für eine freiwillige Zweitwohnung.
Auch ein beruflich erforderlicher Umzug kann unter strengen Voraussetzungen abzugsfähige Kosten auslösen. Private Wohnungswechsel sind dagegen grundsätzlich nicht als Werbungskosten zu behandeln.
Was ist nicht als Werbungskosten absetzbar?
Bei der Arbeitnehmerveranlagung werden verschiedene Steuerbegünstigungen häufig miteinander verwechselt. Nicht alles, was grundsätzlich steuerlich begünstigt ist, zählt auch zu den Werbungskosten.
| Ausgabe | Warum nicht als Werbungskosten? |
|---|---|
| Kirchenbeiträge | Gehören grundsätzlich zu den Sonderausgaben |
| Begünstigte Spenden | Sind grundsätzlich Sonderausgaben |
| Öko-Sonderausgaben | Eigenständige Sonderausgabenregelung |
| Normale Alltagskleidung | Grundsätzlich private Lebensführung |
| Gewöhnliche Lebensmittel und Büromahlzeiten | Grundsätzlich private Lebenshaltungskosten |
| Private Freizeit- und Hobbykurse | Fehlender ausreichender beruflicher Zusammenhang |
| Übliche Fahrten zur Arbeitsstätte | Grundsätzlich durch Verkehrsabsetzbetrag und gegebenenfalls Pendlerförderung abgegolten |
| Vom Arbeitgeber steuerfrei vollständig ersetzte Kosten | Kein zusätzlicher Abzug derselben Aufwendungen |
Eine weitere Abgrenzung betrifft die Arbeitgeberseite. Allgemeine Lohnnebenkosten oder die vom Arbeitgeber zu entrichtende Kommunalsteuer sind keine frei absetzbaren Werbungskosten eines Arbeitnehmers. Als ältere Hintergrundbeiträge bleiben die bisherigen Verweise erhalten: Thementipp: Lohnnebenkosten in Österreich 2021 / 2022 – Rechner und Bestandteile und Thementipp: Unternehmen & Kommunalsteuer in Österreich 2021/2022 – Höhe, Berechnung, Steuerpflicht. Die dort angeführten historischen Jahreswerte sind nicht als aktuelle 2026er-Werte zu verstehen.
Werbungskosten in FinanzOnline eintragen: Schritt für Schritt
Für die Arbeitnehmerveranlagung kann das Formular L 1 beziehungsweise dessen elektronische Umsetzung in FinanzOnline verwendet werden. Bei zusätzlichen Einkünften oder besonderen steuerlichen Konstellationen können andere Formulare erforderlich sein.
- Steuerjahr auswählen: Für Ausgaben des Jahres 2026 die Arbeitnehmerveranlagung 2026 wählen, sobald diese zur Verfügung steht.
- Bereits erfasste Beträge kontrollieren: Prüfen, ob insbesondere Pendlerpauschale, Gewerkschaftsbeiträge, Sozialversicherungsbeiträge und Telearbeitspauschale bereits richtig berücksichtigt wurden.
- Werbungskosten zusammenstellen: Rechnungen, berufliche Nutzungsanteile, Arbeitgeberersätze und gegebenenfalls Abschreibungsbeträge erfassen.
- Passende Werbungskostenkategorie verwenden: Beispielsweise Arbeitsmittel, Fachliteratur, Fortbildung, Reisekosten oder ergonomisches Mobiliar.
- Doppelerfassungen vermeiden: Insbesondere digitale Arbeitsmittel und das Telearbeitspauschale, bereits berücksichtigte Gewerkschaftsbeiträge und Arbeitgeberersätze kontrollieren.
- Ergebnis prüfen und Erklärung einreichen: Die Vorschau auf Plausibilität prüfen und die Belege für etwaige Rückfragen aufbewahren.
Welche Kennzahlen sind für Werbungskosten relevant?
Zur Orientierung sind im zuletzt veröffentlichten amtlichen Formularmuster unter anderem folgende Kennzahlen vorgesehen. Für die Arbeitnehmerveranlagung 2026 ist die endgültig bereitgestellte Formularfassung maßgeblich.
| Kennzahl | Kategorie |
|---|---|
| 169 | Digitale Arbeitsmittel |
| 719 | Andere Arbeitsmittel |
| 720 | Fachliteratur |
| 721 | Beruflich veranlasste Reisekosten |
| 722 | Aus-, Fortbildungs- und Umschulungskosten |
| 723 | Doppelte Haushaltsführung |
| 724 | Sonstige anrechenbare Werbungskosten |
| 158 | Ergonomisches Mobiliar für Telearbeit |
| 717 | Gewerkschafts- und bestimmte Berufsverbandsbeiträge |
| 718 / 916 | Pendlerpauschale / Pendlereuro |
Das im Lohnzettel korrekt dokumentierte Telearbeitspauschale und die zugehörigen Differenzwerbungskosten werden für 2026 grundsätzlich automatisch berücksichtigt. Es ist nicht zusätzlich als normale Arbeitsmittel- oder sonstige Werbungskostenposition einzutragen.
Belege müssen grundsätzlich nicht gleichzeitig mit der Erklärung hochgeladen oder übermittelt werden. Das Finanzamt kann sie nachträglich verlangen. Das Bundesministerium für Finanzen empfiehlt, Nachweise sieben Jahre aufzubewahren.
Auch Teilzeitbeschäftigte können Werbungskosten geltend machen. Bei niedriger oder fehlender Lohnsteuer ist aber zu unterscheiden, ob eine zusätzliche Steuerersparnis oder eine mögliche Sozialversicherungsrückerstattung entsteht. Der bestehende Artikel Thementipp: Wie funktioniert der Lohnsteuerausgleich für Teilzeitkräfte? bietet dazu ältere Hintergrundinformationen; seine historischen Beträge sind gesondert auf Aktualität zu prüfen.
Häufige Fragen zu Werbungskosten 2026
Kann ich Werbungskosten absetzen, wenn sie weniger als 132 Euro betragen?
Bei den gewöhnlichen, auf das allgemeine Werbungskostenpauschale anzurechnenden Ausgaben entsteht bei insgesamt höchstens 132 Euro grundsätzlich keine zusätzliche Steuerersparnis. Andere Werbungskosten, beispielsweise bestimmte Beiträge oder das Pendlerpauschale, können nach gesonderten Regeln berücksichtigt werden.
Kann ich einen Laptop für 2026 vollständig absetzen?
Nur soweit die Anschaffungskosten beruflich veranlasst sind. Privatanteile sind grundsätzlich auszuscheiden. Bei Anschaffungskosten über 1.000 Euro und einer längeren Nutzungsdauer ist eine Abschreibung zu prüfen. Bei Telearbeit ist für 2026 zusätzlich die Gegenrechnung mit dem Telearbeitspauschale zu beachten.
Sind Studiengebühren und Fachhochschulkosten absetzbar?
Ja, wenn das Studium eine steuerlich anzuerkennende Fortbildung, Ausbildung im verwandten Beruf oder umfassende Umschulung darstellt. Ob diese Voraussetzungen vorliegen, hängt insbesondere vom beruflichen Zusammenhang und bei Umschulungen von der tatsächlichen beruflichen Zielsetzung ab.
Kann ich 2026 Homeoffice und Büromöbel gleichzeitig absetzen?
Das Telearbeitspauschale und begünstigte Ausgaben für ergonomisches Mobiliar können 2026 grundsätzlich nebeneinander berücksichtigt werden, wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Begünstigung für Mobiliar ist auf 300 Euro jährlich begrenzt und setzt im Jahr 2026 insbesondere mindestens 26 Telearbeitstage voraus.
Kann ich meine tägliche Fahrt zur Arbeit mit Kilometergeld absetzen?
Grundsätzlich nein. Die regelmäßigen Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind durch den Verkehrsabsetzbetrag und gegebenenfalls das Pendlerpauschale abgegolten. Kilometergeld kommt für andere beruflich veranlasste Fahrten in Betracht.
Kann ich Werbungskosten ohne Rechnungen geltend machen?
Grundsätzlich müssen Ausgaben durch geeignete Unterlagen nachgewiesen werden können. Wenn ein exakter Nachweis nach Art und Höhe nicht möglich ist, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine glaubhafte Darlegung genügen. Ein bloß behaupteter Betrag ohne nachvollziehbare Grundlage ist nicht ausreichend.
Bekomme ich Werbungskosten vollständig vom Finanzamt zurück?
Nein. Werbungskosten mindern grundsätzlich die steuerpflichtigen Einkünfte. Die daraus entstehende Steuerersparnis hängt vom individuellen Steuersatz, den bereits berücksichtigten Pauschalen und der gesamten Steuerberechnung ab. Sie sind nicht mit einer vollständigen Kostenerstattung gleichzusetzen.
Kann ich Werbungskosten für 2026 noch nachträglich geltend machen?
Ja. Für eine freiwillige Arbeitnehmerveranlagung besteht grundsätzlich eine Frist von fünf Jahren nach Ablauf des betreffenden Kalenderjahres. Für das Steuerjahr 2026 ist daher eine freiwillige Antragstellung grundsätzlich bis Ende 2031 möglich. Bei einer Pflichtveranlagung gelten andere Fristen.
Fazit: So gehen Sie bei den Werbungskosten 2026 richtig vor
Die wichtigste praktische Regel lautet: Zuerst prüfen, ob eine Ausgabe tatsächlich beruflich veranlasst und selbst getragen wurde. Danach muss festgestellt werden, ob sie unter das allgemeine Werbungskostenpauschale fällt, gesondert absetzbar ist oder bereits vom Arbeitgeber berücksichtigt wurde.
Besonders sorgfältig sollten bei der Veranlagung 2026 das Telearbeitspauschale, beruflich verwendete digitale Arbeitsmittel, das erhöhte Pendlereuro und Arbeitgeberersätze geprüft werden. So lassen sich häufige Doppelerfassungen und falsche Abzüge vermeiden.
Rechtsgrundlagen und offizielle Quellen
Rechts- und Informationsstand: 16. Oktober 2026. Maßgeblich sind die gesetzlichen Bestimmungen für das Steuerjahr 2026; die ab 2027 beschlossenen Änderungen werden ausdrücklich getrennt dargestellt.
- RIS: § 16 Einkommensteuergesetz 1988 – Werbungskosten
- BMF: Werbungskosten – Überblick
- BMF: ABC der Werbungskosten
- BMF: Telearbeitspauschale – Fragen und Antworten
- BMF: Allgemeines zum Pendlerpauschale
- BMF: Kilometergeld und geltende Kilometersätze
- BMF: Budgetbegleitgesetz 2027–2028 – steuerrechtliche Änderungen
- BMF: Das Steuerbuch 2026 – Erläuterungen und Formularmuster zur Arbeitnehmerveranlagung
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zum österreichischen Steuerrecht und ersetzt keine individuelle steuerrechtliche Beratung. Die tatsächliche Abzugsfähigkeit hängt von den persönlichen Verhältnissen und den für das betreffende Veranlagungsjahr geltenden Bestimmungen ab.