Welche Freibeträge gibt es für Kinder in Österreich 2026? Einen allgemeinen Kinderfreibetrag, wie er früher bei der Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden konnte, gibt es seit 2019 nicht mehr. Eltern und unterhaltspflichtige Personen können aber je nach Situation andere steuerliche Begünstigungen nutzen – insbesondere den Familienbonus Plus, den Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag sowie den Unterhaltsabsetzbetrag. Bei Behinderung oder notwendiger auswärtiger Ausbildung eines Kindes gibt es tatsächlich noch bestimmte Freibeträge und Pauschbeträge.
Kurzantwort für das Steuerjahr 2026: Der frühere Kinderfreibetrag von 440 Euro beziehungsweise 300 Euro je Elternteil bei Aufteilung wurde mit Ende 2018 abgeschafft. Stattdessen reduziert der Familienbonus Plus bei erfüllten Voraussetzungen die Einkommensteuer um bis zu 166,68 Euro je Monat für ein minderjähriges Kind, insgesamt rechnerisch 2.000,16 Euro in zwölf Monaten. Der Kinderabsetzbetrag von 70,90 Euro monatlich wird hingegen zusammen mit der Familienbeihilfe ausbezahlt und ist kein zusätzlicher Abzug beim Lohnsteuerausgleich. Weitere Familienleistungen dürfen nicht mit Steuerfreibeträgen gleichgesetzt werden.
Welche Kinder-Freibeträge und Absetzbeträge gelten 2026?
Die Begriffe klingen ähnlich, funktionieren aber unterschiedlich. Freibeträge senken grundsätzlich die steuerliche Bemessungsgrundlage. Steuerabsetzbeträge reduzieren unmittelbar die berechnete Steuer; manche können unter bestimmten Voraussetzungen auch erstattet werden. Familienleistungen werden dagegen unabhängig von einer normalen Steuerberechnung ausgezahlt.
| Leistung 2026 | Höhe beziehungsweise Grundregel | Wirkung |
|---|---|---|
| Allgemeiner Kinderfreibetrag | Seit 2019 abgeschafft | Kein eigener Antrag mehr für 2026 |
| Familienbonus Plus | 166,68 €/Monat bis einschließlich 18. Geburtstagsmonat; danach 58,34 €/Monat bei weiterem Anspruch | Senkt Einkommensteuer höchstens auf null |
| Kinderabsetzbetrag | 70,90 €/Monat und Kind | Auszahlung mit der Familienbeihilfe |
| Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag | 612 € bei einem, 828 € bei zwei, 1.101 € bei drei Kindern | Steuerabsetzbetrag bei zusätzlichen Voraussetzungen |
| Unterhaltsabsetzbetrag | 38 €/Monat erstes, 56 € zweites, 75 € jedes weitere Kind | Steuerabsetzbetrag bei gesetzlich geschuldetem, geleistetem Unterhalt |
| Kindermehrbetrag | Bis zu 700 € je berücksichtigungsfähigem Kind | Unter bestimmten Bedingungen Entlastung bei geringer Einkommensteuer |
| Behindertenbedingte Freibeträge für Kinder | Je nach Behinderungsgrad beziehungsweise erhöhter Familienbeihilfe | Bestimmte außergewöhnliche Belastungen ohne Selbstbehalt |
Daneben bestehen der Kinderzuschlag zum Kinderabsetzbetrag für bestimmte geringverdienende Familien, der Mehrkindzuschlag sowie die Familienbeihilfe. Sie sind keine zusätzlichen allgemeinen Kinderfreibeträge. Ob mehrere Begünstigungen nebeneinander zustehen, hängt von ihren jeweils eigenen Anspruchsvoraussetzungen ab.
Warum gibt es den früheren Kinderfreibetrag nicht mehr?
Der frühere Kinderfreibetrag konnte letztmals für das Veranlagungsjahr 2018 geltend gemacht werden. Mit 1. Jänner 2019 trat an seine Stelle der Familienbonus Plus; zugleich entfiel grundsätzlich die früher eigenständige steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten. Dies bestätigen sowohl das österreichische Behördenlexikon zum Kinderfreibetrag als auch das Unternehmensserviceportal.
Ältere Angaben zu „440 Euro je Kind“, „300 Euro bei Aufteilung“ oder sogar mehrere Tausend Euro Kinderfreibetrag für 2025/2026 gehören daher nicht in einen aktuellen österreichischen Antrag. Ein deutscher „Kinderfreibetrag“ nach deutschem Einkommensteuerrecht ist ebenfalls nicht mit einer österreichischen Begünstigung zu verwechseln.
Entscheidender Unterschied: Ein alter Kinderfreibetrag minderte die steuerliche Bemessungsgrundlage. Der Familienbonus Plus ist hingegen ein Steuerabsetzbetrag, der unmittelbar die Steuer reduziert, allerdings nur bis zur tatsächlich vorhandenen Steuerlast.
Familienbonus Plus 2026: Wie viel kann ich pro Kind absetzen?
Der Familienbonus Plus nach § 33 Abs. 3a Einkommensteuergesetz (EStG) setzt grundsätzlich den entsprechenden Familienbeihilfenbezug und die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen voraus. Er wird monatlich beurteilt und kann zwischen anspruchsberechtigten Elternteilen nach den gesetzlichen Regeln aufgeteilt werden.
- Bis einschließlich des Monats des 18. Geburtstags: 166,68 Euro je Monat, bei zwölf Anspruchsmonaten 2.000,16 Euro.
- Ab dem Folgemonat nach dem 18. Geburtstag: 58,34 Euro je Monat, sofern weiterhin ein entsprechender Familienbeihilfenanspruch besteht; bei zwölf Monaten 700,08 Euro.
- Bei zwei anspruchsberechtigten Elternteilen: Im Regelfall ist die volle Berücksichtigung bei einer Person oder eine hälftige Aufteilung vorgesehen. Für getrennt lebende Eltern mit Unterhaltsleistungen gelten zusätzliche Regeln.
Die Beträge sind keine pauschale Auszahlung. Wer wenig oder keine Einkommensteuer schuldet, kann den Familienbonus Plus nur soweit nutzen, wie er steuerlich wirksam wird. Für Personen mit niedriger Einkommensteuer kann zusätzlich der Kindermehrbetrag zu prüfen sein.
Beispiel: Zwei Kinder und begrenzte Einkommensteuer
Für zwei minderjährige Kinder bestehen 2026 jeweils zwölf Anspruchsmonate. Eine anspruchsberechtigte Person beantragt beide Familienboni vollständig. Die vereinfachte Einkommensteuer beträgt 2.500 Euro vor dem Familienbonus Plus; weitere Absetzbeträge und besondere Sachverhalte bleiben in dieser isolierten Beispielrechnung außer Betracht.
| Familienbonus Plus für Kind 1 | 2.000,16 € |
|---|---|
| Familienbonus Plus für Kind 2 | 2.000,16 € |
| Rechnerische Summe | 4.000,32 € |
| Im Beispiel vorhandene Einkommensteuer | 2.500,00 € |
| In diesem Modell nutzbarer Familienbonus | 2.500,00 € |
In diesem Modell sinkt die Einkommensteuer auf null. Die Differenz von 1.500,32 Euro ist keine zusätzliche Auszahlung aus dem Familienbonus Plus. Die Möglichkeit einer günstigeren Aufteilung und andere Ansprüche müssen anhand der tatsächlichen Einkommensteuer beider Eltern beurteilt werden.
Kinderabsetzbetrag und Familienbeihilfe: Was wird tatsächlich ausgezahlt?
Wer Familienbeihilfe für ein Kind bezieht, erhält den Kinderabsetzbetrag nach den gesetzlichen Regeln grundsätzlich automatisch gemeinsam mit dieser. Im Jahr 2026 beträgt er 70,90 Euro im Monat je Kind, bei zwölf Anspruchsmonaten also 850,80 Euro. Er wird auch bei niedriger oder fehlender Einkommensteuer ausbezahlt. Deshalb darf er nicht nochmals als eigener Steuerabzug bei der Arbeitnehmerveranlagung angesetzt werden.
Die österreichische Familienbeihilfe ist eine eigenständige Familienleistung. Ihre Höhe richtet sich insbesondere nach dem Kindesalter, allfälligen Geschwisterstaffelungen und Sonderregelungen. Für 2026 reicht der altersabhängige Grundbetrag bei ständigem Aufenthalt in Österreich beispielsweise von 138,40 Euro ab Geburt bis 200,40 Euro ab 19 Jahren. Das ist von der steuerlichen Entlastung durch den Familienbonus Plus zu unterscheiden.
Die Familienbeihilfe kann bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen in bestimmten Fällen automatisch nach der Geburt gewährt werden; in anderen Fällen ist ein Antrag erforderlich. Die pauschale Aussage, Familienbeihilfe werde immer ohne Antrag ausbezahlt, ist nicht richtig.
Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag: Höhe 2026
Bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen ist der Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag eine weitere steuerliche Entlastung. Insbesondere muss grundsätzlich für mehr als sechs Monate Anspruch auf den Kinderabsetzbetrag bestehen; für Alleinverdienende ist unter anderem die gesetzlich maßgebliche Einkünftegrenze der Partnerperson zu prüfen. Diese beträgt 7.411 Euro für 2026. Alleinerziehende müssen die eigenständigen Voraussetzungen hinsichtlich ihrer Haushalts- und Partnerschaftssituation erfüllen.
| Berücksichtigungsfähige Kinder | Absetzbetrag 2026 |
|---|---|
| Ein Kind | 612 € |
| Zwei Kinder | 828 € |
| Drei Kinder | 1.101 € |
| Jedes weitere Kind | 273 € zusätzlich |
Nicht verwechseln: Diese Beträge sind keine „Kinderfreibeträge für Alleinerziehende“. Beim Alleinerzieherabsetzbetrag geht es insbesondere um die eigene Familiensituation; die Partnereinkünftegrenze des Alleinverdienerabsetzbetrags ist nicht einfach auf beide Begünstigungen übertragbar.
Unterhaltsabsetzbetrag 2026 bei getrennt lebenden Eltern
Wer für ein nicht zum eigenen Haushalt gehörendes Kind nachweislich den gesetzlichen Unterhalt leistet, kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen den Unterhaltsabsetzbetrag geltend machen. 2026 beträgt er für das erste alimentierte Kind 38 Euro monatlich, für das zweite 56 Euro und für jedes weitere 75 Euro monatlich. Entscheidend sind die tatsächlichen Anspruchsmonate und die korrekte Unterhaltsleistung; bei nicht vollständig erfülltem Unterhalt gelten gesonderte Voraussetzungen und eine monatsbezogene Beurteilung.
Der Unterhaltsabsetzbetrag ist nicht mit einem steuerlichen Abzug sämtlicher Alimentationszahlungen gleichzusetzen. Gewöhnliche Unterhaltszahlungen können nicht einfach vollständig als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden. Übernommene außergewöhnliche Krankheits- oder Ausbildungskosten eines Kindes sind unter eigenen Voraussetzungen zu beurteilen.
Welche zusätzlichen Leistungen gibt es 2026 bei geringem Einkommen oder mehreren Kindern?
Kindermehrbetrag: bis zu 700 Euro je Kind
Der Kindermehrbetrag kommt unter den gesetzlichen Voraussetzungen für Personen mit geringer Einkommensteuer in Betracht. Für 2026 beträgt der Höchstbetrag 700 Euro je berücksichtigungsfähigem Kind. Er steht nicht automatisch allen Familien ohne Einkommensteuer zu. Unter anderem sind bestimmte Erwerbseinkünfte an wenigstens 30 Tagen oder bestimmte ganzjährig bezogene Leistungen, Familienbeihilfenansprüche und die vorgeschriebene Familien- beziehungsweise Partnersituation zu prüfen. Bei einem Kind nennt das BMF für 2026 als maßgebliche Einkommensorientierung 17.038 Euro, entsprechend einer Steuer unter 700 Euro vor Absetzbeträgen.
Der Kindermehrbetrag wird im Zuge der Veranlagung nach den gesetzlichen Voraussetzungen berücksichtigt; notwendige Bestätigungen in der Steuererklärung dürfen nicht übersehen werden. Er ist nicht derselbe Betrag wie der nach dem 18. Geburtstag mögliche reduzierte Familienbonus Plus.
Kinderzuschlag zum Kinderabsetzbetrag: 61,60 Euro pro Monat
Seit Juli 2025 besteht ein eigener Kinderzuschlag zum Kinderabsetzbetrag für bestimmte geringverdienende Alleinverdienende und Alleinerziehende. Für 2026 beträgt er 61,60 Euro pro Monat und anspruchsberechtigtem Kind unter 18 Jahren. Das BMF nennt für den Anspruchszeitraum ab Juli 2026 eine maßgebliche jährliche Einkünftehöchstgrenze von 26.419,60 Euro; dabei ist grundsätzlich der Einkommensteuerbescheid 2025 relevant. Der Zuschlag wird bei Vorliegen der Voraussetzungen gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausbezahlt. Er ist kein weiterer allgemeiner Kinderfreibetrag.
Mehrkindzuschlag: 24,40 Euro für das dritte und jedes weitere Kind
Für Familien, die Familienbeihilfe für mindestens drei Kinder beziehen, kommt 2026 unter den gesetzlichen Voraussetzungen ein Mehrkindzuschlag von 24,40 Euro monatlich für das dritte und jedes weitere Kind in Betracht. Dafür darf das maßgebliche Familieneinkommen des Vorjahres grundsätzlich 55.000 Euro nicht überschreiten. Für den Mehrkindzuschlag 2026 ist daher im Regelfall das Familieneinkommen 2025 zu prüfen. Der Zuschlag muss grundsätzlich beantragt werden, etwa bei der Arbeitnehmerveranlagung oder mit Formular E 4, wenn keine Arbeitnehmerveranlagung durchgeführt wird.
Welche echten Freibeträge gibt es bei Behinderung oder Ausbildung des Kindes?
Auch ohne allgemeinen Kinderfreibetrag kennt das österreichische Steuerrecht weiterhin bestimmte Freibeträge und außergewöhnliche Belastungen für Kinder. Dabei kommt es auf die konkreten gesetzlichen Voraussetzungen an.
- Behinderungsgrad von 25 bis 34 Prozent: Jahresfreibetrag von 124 Euro.
- Behinderungsgrad von 35 bis 44 Prozent: Jahresfreibetrag von 164 Euro.
- Behinderungsgrad von 45 bis 49 Prozent: Jahresfreibetrag von 401 Euro.
- Ab 50 Prozent bei Bezug erhöhter Familienbeihilfe: Unter den weiteren Voraussetzungen kommt statt dieser Jahresfreibeträge ein Pauschbetrag von 262 Euro monatlich in Betracht; Pflegegeld ist darauf anzurechnen. Kosten für bestimmte Hilfsmittel oder Heilbehandlungen können daneben nach gesonderten Regeln berücksichtigt werden.
- Notwendige auswärtige Berufsausbildung: Bei Fehlen einer entsprechenden Ausbildungsmöglichkeit im Einzugsbereich des Wohnortes und Erfüllung der weiteren Voraussetzungen ist ein Pauschbetrag von 110 Euro je angefangenem Ausbildungsmonat möglich.
Die behinderungsbedingten Freibeträge und die begünstigte auswärtige Ausbildung werden im gesetzlich vorgesehenen Umfang ohne Selbstbehalt behandelt. Bei anderen kindbezogenen Kosten – etwa einer gewöhnlichen Zahnbehandlung – kann dagegen ein persönlicher Selbstbehalt relevant werden. Entscheidend sind medizinische beziehungsweise Ausbildungsnachweise und die tatsächlich selbst getragenen Kosten.
Wie beantragt man die Kinder-Steuervorteile in FinanzOnline?
- Steuerjahr prüfen: Für die Arbeitnehmerveranlagung 2025 gelten grundsätzlich die Beträge von 2025; für das Steuerjahr 2026 die hier genannten Werte von 2026. Der Einreichzeitpunkt allein bestimmt nicht das Steuerjahr.
- Kinderdaten kontrollieren: Achten Sie insbesondere auf Familienbeihilfenbezug, Geburtsdatum, Anspruchsmonate und die richtige Zuordnung bei getrennt lebenden Eltern.
- Familienbonus Plus beantragen: Dieser kann während des Jahres mit E 30 über den Arbeitgeber oder in der jährlichen Veranlagung geltend gemacht werden. Bei einer Arbeitnehmerveranlagung muss der Familienbonus Plus erneut beantragt werden, auch wenn der Arbeitgeber ihn bereits laufend berücksichtigt hat.
- Weitere Ansprüche prüfen: Machen Sie den Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag, den Unterhaltsabsetzbetrag und gegebenenfalls die Voraussetzungen für den Kindermehrbetrag richtig geltend. Der Kinderabsetzbetrag wird hingegen mit der Familienbeihilfe ausbezahlt.
- Sonderfälle dokumentieren: Für Kinder mit Behinderung, bestimmte Krankheitskosten oder eine notwendige auswärtige Berufsausbildung sind die entsprechenden Angaben und Nachweise wichtig.
- Passende Eingabefelder verwenden: In FinanzOnline erfolgt die Antragstellung über die entsprechenden Kinderangaben. Bei Papierabgabe dienen grundsätzlich L 1 und je nach Situation L 1k beziehungsweise L 1k-bF sowie weitere einschlägige Beilagen. Ein allgemeines Formular „Kinderfreibetrag 2026“ gibt es nicht.
Check vor dem Absenden: Nicht den früheren Kinderfreibetrag eintragen, den Kinderabsetzbetrag nicht doppelt beantragen und den Familienbonus Plus bei einer Arbeitnehmerveranlagung keinesfalls vergessen. Gerade wenn er schon monatlich vom Arbeitgeber berücksichtigt wurde, kann das fehlende neuerliche Ankreuzen sonst zu einer unerwarteten Nachzahlung führen.
Häufige Fragen zu Kinderfreibeträgen in Österreich
Wie hoch ist der Kinderfreibetrag 2026 in Österreich?
Einen allgemeinen Kinderfreibetrag gibt es für 2026 nicht mehr. Der frühere Kinderfreibetrag konnte letztmals für das Jahr 2018 geltend gemacht werden. An seine Stelle trat 2019 der Familienbonus Plus.
Kann ich 6.672 Euro Kinderfreibetrag pro Kind beantragen?
Nein. Dieser Betrag ist kein allgemeiner österreichischer Kinderfreibetrag für 2026. Angaben zu solchen Freibeträgen stammen häufig aus nicht zutreffenden oder ausländischen Regelungen.
Ist der Familienbonus Plus ein Freibetrag oder eine Auszahlung?
Er ist ein Steuerabsetzbetrag und reduziert die berechnete Einkommensteuer bis auf null. Für 2026 sind bei zwölf Anspruchsmonaten eines minderjährigen Kindes rechnerisch bis zu 2.000,16 Euro möglich. Er wird nicht über die tatsächliche Steuer hinaus als Familienbonus ausbezahlt.
Wie viel Kinderabsetzbetrag gibt es 2026?
70,90 Euro pro Monat und anspruchsberechtigtem Kind. Der Kinderabsetzbetrag wird grundsätzlich gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausbezahlt und muss nicht gesondert im Lohnsteuerausgleich beantragt werden.
Welche Beträge gelten 2026 für Alleinerziehende?
Beim Alleinerzieherabsetzbetrag gelten bei Erfüllung der Voraussetzungen 612 Euro für ein Kind, 828 Euro für zwei Kinder und 1.101 Euro für drei Kinder. Dazu können weitere eigenständig zu prüfende Leistungen kommen.
Was ist der Unterschied zwischen Kindermehrbetrag und Kinderzuschlag?
Der Kindermehrbetrag kann bei geringer Einkommensteuer und Erfüllung weiterer Voraussetzungen im Rahmen der Veranlagung bis zu 700 Euro je Kind ausmachen. Der Kinderzuschlag zum Kinderabsetzbetrag ist hingegen eine gesonderte monatliche Familienleistung von 61,60 Euro im Jahr 2026 für bestimmte geringverdienende Familien.
Kann ich Kindergartenkosten 2026 noch wie früher extra absetzen?
Die frühere allgemeine steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten wurde ab 2019 durch den Familienbonus Plus ersetzt. Davon zu unterscheiden sind speziell geregelte Sachverhalte, etwa behinderungsbedingte Aufwendungen oder die steuerliche Behandlung bestimmter Arbeitgeberleistungen.
Gibt es bei einem behinderten Kind weiterhin echte Steuerfreibeträge?
Ja. Unter bestimmten Voraussetzungen gelten je nach Behinderungsgrad Jahresfreibeträge beziehungsweise bei erhöhter Familienbeihilfe ein monatlicher Pauschbetrag von 262 Euro, der bei Pflegegeldbezug zu kürzen sein kann. Weitere behinderungsbedingte Kosten werden gesondert geprüft.
Kann ich den Familienbonus Plus für ein volljähriges Kind bekommen?
Ja, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen und insbesondere der weitere Familienbeihilfenanspruch erfüllt sind. Für Monate nach dem 18. Geburtstagsmonat beträgt der Familienbonus Plus 2026 höchstens 58,34 Euro monatlich.
Offizielle Quellen und Rechtsgrundlagen
- oesterreich.gv.at: Kinderfreibetrag – bis 2018, ab 2019 ersetzt
- RIS: § 33 EStG – Familienbonus Plus und Steuerabsetzbeträge
- BMF: Familienbonus Plus und Kindermehrbetrag 2026
- BMF: Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag 2026
- BMF: Unterhaltsabsetzbetrag 2026
- BMF: Übersicht der Steuerabsetzbeträge, Kinderzuschlag und Mehrkindzuschlag
- oesterreich.gv.at: Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag 2026
- BMF: Außergewöhnliche Belastungen für Kinder mit Behinderung
- BMF: Auswärtige Berufsausbildung von Kindern ohne Selbstbehalt
Redaktioneller Rechts- und Quellenstand: 23. Oktober 2026. Die genannten Zahlen gelten für das Steuerjahr beziehungsweise Leistungsjahr 2026, soweit nicht anders bezeichnet. Familienstand, Anspruchsmonate, Einkommen, Unterhaltsleistung, Familienbeihilfe und gegebenenfalls behördlich festgestellte Behinderungen können die Ansprüche verändern. Die Darstellung bietet allgemeine Information und ersetzt keine individuelle steuerrechtliche Prüfung.